Drei Tage voller Nervenkitzel, historischer Bestleistungen und purer Emotionen: Die gemeinsamen Deutschen Meisterschaften der U16 und U20 in Bochum-Wattenscheid haben die hohen Erwartungen mehr als erfüllt. Während die Stars der U20 mit historischen Hürden- und Sprint-Rekorden im neuen Lohrheidestadion für internationale Ausrufezeichen sorgten, bewies die U16, wie viel Potenzial in der kommenden Leichtathletik-Generation steckt. Ein Wochenende, das eindrucksvoll zeigte: Die nationale Leichtathletik-Zukunft ist so schnell, hoch und weit wie lange nicht. Und mittendrin waren auch einige Athletinnen und ein Athlet aus dem HLV-Kreis Fulda-Hünfeld.
Auftakt-Nervosität
Los ging es am Freitag um 14:00 Uhr mit Lena Dehler (W15) vom Hünfelder SV beim Diskuswurf. Mit einer Bestleistung von 35,22 Metern angereist, reichte es mit geworfenen 32,33 Metern für Platz 17. Man merkte Lena deutlich an, wie nervös sie bei ihren ersten Deutschen Einzelmeisterschaften war.
Software-Fehler sorgt für Hürden-Krimi
Am Samstag war dann gleich um 10:00 Uhr erneut Lena Dehler an der Reihe, dieses Mal beim Kugelstoßen. Mit einer Bestleistung von 12,42 Metern angereist, wurden es im Wettkampf 11,42 Meter. Der eine Meter weniger kostete sie leider die Endkampfteilnahme, sodass es am Ende Platz 16 wurde.
Um 12:40 Uhr war dann Greta Ritz (WJU20, Hünfelder SV) über 400 Meter Hürden an der Reihe. Für Greta war es verletzungsbedingt erst der zweite Lauf über die Hürden in diesem Jahr – zwei Monate Trainingsrückstand sind ein hartes Wort. Auf Basis der Trainingsleistungen sollte es aber dennoch ins Finale gehen. Dann das Rennen: Gleich bei der ersten Hürde unterlief ihr ein Fehler, beim Überlaufen passte so wirklich gar nichts. Das, was im Training noch richtig gut geklappt hatte, funktionierte nicht. Der Schwung war raus, zur zweiten Hürde hin musste komplett neu Tempo aufgebaut werden, was wertvolle Zeit kostete. Die Hürden danach wurden alle sauber überlaufen, aber die Zeit lag verständlicherweise unter den Erwartungen.
So weit, so gut, doch dann der Schock in der Ergebnisliste: disqualifiziert nach TR22.6 (fehlerhaftes Überlaufen). Der Trainer war gefordert und legte Einspruch gegen das Ergebnis ein, da von außen kein Regelverstoß erkennbar gewesen war. Nach einigem Hin und Her stellte sich heraus, dass es in der Kommunikation zwischen der Zeitmess- und der Wettkampfsoftware zu einem Übertragungsfehler gekommen war. Der Fehler wurde korrigiert und Greta war mit den gelaufenen 63,27 Sekunden glücklicherweise für das B-Finale qualifiziert!
Starke Finalplatzierungen und sensationelles Bronze
Edda Bischof (Hünfelder SV) war um 13:50 Uhr an der Reihe. Vor einer Woche hatte sie mit der 3 Kilogramm schweren Kugel noch den vierten Platz im Kugelstoßen bei der WJU18 belegt. Jetzt ging es bei der WJU20 – in die sie hochgestartet war – mit der 4 Kilogramm schweren Kugel zur Sache. Das Ziel, der Endkampf, wurde erreicht: Am Ende war es mit gestoßenen 12,18 Metern ein starker achter Platz.
Am Abend um 18:30 Uhr schlug dann die Stunde von Felix Veith (M15, Hünfelder SV) über 3.000 Meter. Das Starterfeld war mit 31 Athleten riesig – und alle starteten in einem einzigen Lauf! Felix war im Rennen immer vorne mit dabei. Das Tempo war am Anfang alles andere als schnell: Die ersten 1.000 Meter wurden in 3:18 Minuten absolviert, die zweiten 1.000 Meter in 3:14 Minuten. Doch dann ging die Post ab: Die letzten 1.000 Meter wurden in knapp 2:43 Minuten gesprintet! Für Felix bedeutete das in einer Zeit von 9:22,73 Minuten sensationell BRONZE und der 3. Platz. Das war von Anfang bis Ende top gelaufen – eine ganz starke Leistung!
Am Sonntagnachmittag um 15:05 Uhr stand zum Abschluss noch das B-Finale für Greta Ritz auf dem Programm. Man merkte Greta an, dass sie der Lauf vom Samstag und das Regel-Chaos verunsichert hatten. Der Start war noch etwas verhalten, danach folgte jedoch ein in Summe sehr gutes Rennen. Am Ende belohnte sie sich mit Platz 11 in 62,41 Sekunden. Unter den gegebenen Rahmenbedingungen ein sehr gutes Ergebnis!
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