Unser Nils Milde läuft bei der Masters-Weltmeisterschaft in Daegu hervorragende 11:03,85 Minuten über die 3000-Meter-Hindernisdistanz. Was für ein Rennen. Was für eine Hitzeschlacht. Und was für ein grandioser Saisonhöhepunkt!
Bei den internationalen Titelkämpfen der Masters-Weltmeisterschaft im südkoreanischen Daegu belegte Nils Milde im packenden 3000-Meter-Hindernislauf der Altersklasse M50 den starken fünften Platz. Mit seiner Endzeit von 11:03,85 Minuten blieb der 51-Jährige nur denkbar knapp über seinem eigenen Hessischen Rekord. Dies ist umso bemerkenswerter, da die äußeren Bedingungen vor Ort mit einem normalen Meisterschaftsrennen kaum zu vergleichen waren.
Schwieriger Winter und verspäteter Saisonstart
Dabei begann seine diesjährige Wettkampfsaison ungewöhnlich spät. Nach akuten Rückenproblemen und einer daraus resultierenden, längeren Trainingsunterbrechung im Winter musste der Fokus in den darauffolgenden Monaten zunächst komplett auf einen behutsamen und kontinuierlichen Trainingsaufbau gelegt werden. Erst Mitte Juli stand für Nils bei den Deutschen Meisterschaften der erste (!) Einzelwettkampf des gesamten Jahres auf dem Programm – damals noch über die 1500-Meter-Strecke. Die Weltmeisterschaft in Daegu bedeutete für ihn damit erst den zweiten Einzelstart der gesamten laufenden Saison.
Taktisches Meisterstück im Verfolgerfeld
Schon vor dem Startschuss war beim Blick auf das Meldeergebnis klar, dass die vier favorisierten Topathleten an der Spitze wohl ihr ganz eigenes Rennen laufen würden. Dahinter entwickelte sich für Nils jedoch von Beginn an ein extrem spannender Dreikampf um die Plätze fünf bis sieben. Die Renntaktik war deshalb von vornherein bewusst nicht auf eine bestimmte Endzeit ausgerichtet, sondern orientierte sich voll und ganz an der direkten Platzierung.
„Ich hatte eigentlich nur eine Taktik: dranbleiben“, so Nils. Und dieser Plan funktionierte hervorragend.
Drama auf den letzten Metern
Genau diese kontrollierte Taktik ging auf. Auf den letzten 600 Metern verschärfte der Franzose noch einmal das Tempo. Die mörderische Hitze machte sich nun massiv bemerkbar, doch Nils biss auf die Zähne und blieb dran. Das letzte Hindernis wurde auf der Zielgeraden noch einmal zur ultimativen Herausforderung. Danach gab es kein Taktieren mehr – es ging nur noch darum, den letzten Rest Energie aus dem Körper herauszuholen.
Völlige Erschöpfung und großer Jubel
Doch schon kurz darauf überwog die pure Freude über das herausragende Ergebnis: Fünfter bei einer Weltmeisterschaft – und das im erst zweiten Einzelrennen einer kompletten, von Rückschlägen geprägten Saison!
Nach einer überaus schwierigen Vorbereitung, einer langen Verletzungspause, dem extrem späten Saisoneinstieg, harten Trainingswochen und der weiten Reise nach Südkorea ist Nils Milde genau das gelungen, worauf die vergangenen Monate akribisch ausgerichtet waren: Zum absoluten Saisonhöhepunkt war er auf den Punkt fit und bereit.