Trainingslager Kienbaum 2026 – Hünfelder Leichtathletinnen rüsten sich für die Saison-Highlights

In den kommenden Wochen stehen mit den Deutschen Team-Meisterschaften der WJU16 und WJU20, den Hessischen Meisterschaften der DJMM U14 sowie dem Hessenfinale im Kinderleichtathletik-U12-Teamwettbewerb hochkarätige Mannschafts-Events vor der Tür. Für die Hünfelder Leichtathleten, die nach aktuellem Stand in all diesen Wettbewerben an den Start gehen, heißt es, sich möglichst optimal vorzubereiten. Teil dieser Vorbereitung war in den vergangenen Tagen ein fünftägiges Trainingslager im „Olympischen und Paralympischen Trainingszentrum für Deutschland“ in Kienbaum bei Berlin.

Olympisches und Paralympisches Trainingszentrum Kienbaum
Das Olympische und Paralympische Trainingszentrum Kienbaum ist eine Oase der Ruhe mit qualitativ hochwertiger Ausstattung. Hier können sich Spitzenathleten in waldreicher Luft und fernab von jeglichem Trubel auf die Höhepunkte der Saison vorbereiten.

Die Anlage des Trainingszentrums ist einzigartig in Deutschland. Mit ihren komplexen Trainingsstätten bietet sie für die verschiedensten Sportarten optimale Bedingungen. Dazu gehören Leichtathletik, Turnen, Kanu, Volleyball, Judo, Bogenschießen, Triathlon und Parasport (wie Sitzvolleyball, Goalball, Leichtathletik, Kanu oder Schwimmen). Auch Wintersportarten wie Bob, Skeleton und Eisschnelllauf sowie Handball, Basketball und Fußball finden hier perfekte Trainingsmöglichkeiten.
 
Und genau in diesem Umfeld haben sich zwölf Athletinnen des Hünfelder SV auf die noch anstehenden Mannschafts-Highlights vorbereitet. Los ging es am vergangenen Sonntag, geendet hat das Ganze am vergangenen Donnerstag. Dazwischen lagen fünf intensiv ausgefüllte Tage!
Trainieren neben absoluten TOP-Athleten

Sportlich gab es acht Trainingseinheiten von jeweils 2,5 bis 3 Stunden Dauer. Auf dem Programm standen je nach Wetterlage drinnen oder draußen: Sprint, Mittelstrecke, Staffel, Hochsprung, Weitsprung, Kugelstoßen, Diskuswurf, Speerwurf, Ballwurf, Yoga sowie Kraft- und Stabilitätstraining. Ein besonderes Highlight: Direkt neben den Hünfelder Mädels trainierten absolute Spitzensportler. Dazu gehörten die für die Europameisterschaften 2026 in Birmingham qualifizierten deutschen Werferinnen und Werfer, die sich in Kienbaum gezielt vorbereiteten – wie etwa Yemisi Ogunleye (Olympiasiegerin im Kugelstoßen). Auch der dreifache Asienmeister und ehemalige U20-Weltrekordhalter Ashraf El-Seify aus Katar war beispielsweise auf dem Wurfplatz.

Neben dem vielen Sport kam auch der Spaß nicht zu kurz: Es gab einen gemeinsamen Kegelabend, im angrenzenden See wurde ausgiebig geschwommen und an einem Abend wurde der Whirlpool intensiv genutzt. Die Freizeitmöglichkeiten in Kienbaum sind wirklich vielfältig.

Zwei der Mädels waren verletzungsbedingt angeschlagen ins Trainingslager gereist. Doch auch für die beiden hat sich der Aufenthalt absolut gelohnt. Auf ihrem Programm stand neben dem Kraft- und Stabilitätstraining viel Aquajogging. Zudem kam die Kältekammer zweimal zum Einsatz.

Kältekammer in Kienbaum

Das Olympische und Paralympische Trainingszentrum Kienbaum verfügt über eine hochmoderne Ganzkörper-Kältekammer (Kryotherapie), die gezielt zur Regeneration, Leistungssteigerung und Schmerztherapie von Top-Athleten eingesetzt wird. Um den Körper optimal und schonend an die extremen Minustemperaturen heranzuführen, ist das System im Medizinischen Zentrum in ein Drei-Kammer-System unterteilt:

  • Vorkammer 1: ca. -10 °C bis -12 °C (zum ersten Akklimatisieren)
  • Vorkammer 2: ca. -60 °C (zur weiteren Kälteanpassung)
  • Hauptkammer: eisige -110 °C (Ort der eigentlichen therapeutischen Anwendung)

Ablauf eines Besuchs

  • Die Athleten betreten die Kammer lediglich in Unterwäsche bzw. Sportkleidung. Empfindliche Akren (Finger, Zehen, Ohren, …) müssen geschützt werden. Pflicht sind daher Sportschuhe, dicke Socken, Handschuhe, Ohrenschutz und ein Mundschutz, um die Atemwege vor der extrem trockenen Luft zu schützen.
  • Der Aufenthalt in der Hauptkammer bei -110 °C dauert in der Regel nur 1,5 bis maximal 3 Minuten. In den Vorkammern ist die Verweildauer mit circa 10 bis 15 Sekunden deutlich kürzer.
  • Während der Anwendung bewegen sich die Sportler langsam im Kreis, um die Kälteeinwirkung gleichmäßig auf der Haut zu verteilen.

Weshalb überhaupt Kältetherapie?


Die Ganzkörper-Kältetherapie (GKKT) nutzt den plötzlichen Kälteschock auf der Hautoberfläche, ohne den Körperkern auszukühlen:

  • Starke Regenerationsbeschleunigung: Durch den Kältereiz verengen sich die Gefäße. Nach Verlassen der Kammer kommt es zu einer starken Durchblutungsförderung (Hyperämie), die Stoffwechselendprodukte schneller abtransportiert.
  • Schmerzlinderung & Entzündungshemmung: Die Nervenleitgeschwindigkeit wird herabgesetzt, was den Muskeltonus und Mikroentzündungen nach harten Trainingseinheiten stark reduziert.
  • Verletzungsprophylaxe: Angeschlagene Strukturen erholen sich schneller, wodurch das Risiko von Überlastungsschäden sinkt.
Resümee
Die Trainingseinheiten waren hart – knüppelhart. Untrainiert hat man hier keine Chance. Aber die Mädels wollen ja auch etwas erreichen, und im Sport bekommt man bekanntlich nichts geschenkt. Dafür erlebt man in Kienbaum Dinge, die anderen verschlossen bleiben. Ganz nach dem Motto: Ohne Fleiß kein Preis! Neben aller Anstrengung gab es aber auch immer wieder Programmpunkte zur Auflockerung.
 
Kurz gesagt: Das war erneut eine absolut nachahmenswerte Woche!

Presse:

Nach oben scrollen