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Hessenliga – Helmke: „Kinder müssen wieder zum Sport kommen

Hünfeld (pf) –www.osthessen-zeitung.de

Fithalten per Videokonferenz: Wie viele Fußballtrainer handhabt das auch Johannes Helmke mit seinem Hünfelder SV in der aktuellen Zeit so. Doch der Hessenliga-Coach kennt auch die Sicht des Sportlehrers und hofft, dass besonders die Jüngeren bald wieder in Bewegung kommen können.

„Wir machen einmal wöchentlich ein Online-Training über Zoom, wo die Jungs schon Gas geben. Ich bin auch dabei und halte mich entsprechend fit“, lacht Helmke, der weiß, von was er redet. Denn er hält nicht nur seine Hünfelder Spieler auf Trapp, sondern auch seine Schüler. Sportunterricht läuft in diesen Zeiten auch bei ihm digital ab – und es funktioniert: „Das wird gut angenommen, man kann schon das Beste daraus machen“.

Besonders der Fußball sei weiterhin auf das Infektionsgeschehen und die politischen Entscheidungen angewiesen. Die Hoffnung besteht beim HSV, dass die Spieler bald wieder auf den Platz können, wenn auch in Kleingruppen. Doch was Helmke auch und besonders Sorgen macht, ist auch die nicht absehbare Zukunft der Kinder. „Es ist wichtig, dass erstmal Kinder und Jugendliche wieder zurück zum Sport kommen. Ich sehe das als Lehrer noch wichtiger an“.

Wenn es dann soweit ist und alle wieder auf die Plätze können, hofft der HSV natürlich auf sportlichen Erfolg. Denn wirklich rosig ist die Situation im Keller nicht. Im Oktober machte sich Helmke zwar noch keine Gedanken über einen möglichen Abstieg, doch nun sind aus 38 Spielen, die die Saison mal haben sollte, 19 geworden – wenn die Vorrunde überhaupt noch absolviert wird. „Es sind erst zwölf Spiele gespielt, das darf man nicht vergessen. Ich war mir sicher, dass es wieder in die andere Richtung geht, aber dann wurden wir ausgebremst“, blickt der Coach auf die schwache Phase im Herbst zurück – und anstrengende Phase: „Bei aller Freude auf den Wettkampf muss es mit der Belastungssteuerung einvernehmlich sein. Die Monate letztes Jahr waren so extrem wie noch nie zuvor“, sagt Helmke, der sich sicher ist: „Wenn es dazu kommt, dass die Hinrunde zu Ende gespielt wird, werden wir natürlich alles reinhauen“. Nicht ohne Ablehnung hat der Hünfelder Trainer aber beispielsweise auch das Vorgehen des Württembergischen Fußballverbandes beäugt, der den 9. Mai zum Deadline-Day gemacht hat. Wenn da noch nicht gespielt wird, wird die Saison dort annulliert. So oder so wird aber auch beim HSV mit Blick auf die neue Runde geplant – und Helmke kann zumindest schon verraten: „Die Gespräche sind bis jetzt positiv gelaufen“.

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1988 Jugendabteilung besucht Landernau

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Spielberichte 1965-1966

16.08.1965 SV Wiesbaden-HSV 1:4

Die 3000 Zuschauer im Stadion an der Berliner Straße kamen aus dem Staunen über die eigene Mannschaft, die miserabel spielte, und die ausgezeichete Leistung der Gästeelf aus Hünfeld nicht heraus Nach der 1:0. Führung (14.
Minute) des SYW spielte sich Hünfeld mehr und  mehr nach vorn, erzielte den Ausgleich in der 32. Minute und kam noch vor der Pause zur 2:1-Führung. Schon Jettl leichnele sich ob, daß ein SVW.Sieg unwahrscheinlich war, denn die Hünfelder spielten ihre weit bessere Kondition mit gescheitem. praktischem Spiel voll aus. In der 59. Minute schoß Nawrat den dritten Treffer. Roland Walter markierte in der 56. Minute das vierte Tor. Dies war der K.-o.-Schlag gegen den hohen Favorit. Die taktisch  kluge Einstellung setzte  die 7 felder Weiche zum Sieg, Halbstürmer Aner nahm sich des wieder -inken Neuzugangs Brinkmann an. Der beste Wiesbadener Stürmer wurde somit schon frühzeitig in  seinem  großen  Aktionsradius  beschränkt, Dennoch kamen von ihm die gefahrillsten Momente im Wiesbadener Sturm. Da auch Burkhardt in der Hünfelder Mannschaft als rechter Verteidiger gegen Mikulasch gut anließ  und Siegert auf dem ungewohnten nken Verteidigerposten Bertram stets unter kontrolle hatte, war Wiesbadens ‚Stürmchen“ zum Scheitern verurteilt. Die gute Form Siecherlings war allerdings der I-Punkt, auf dem großartigen  Abwehrspiel der Hünfelder. Der durch Kircher entlastete  Stopper  Jochum konnte an allen Ecken und Kanten aufkreuzen und klären. Im Mittelfeld schalteten Schwalbach und Kruse im Verein mit Walter und Nawrath wie kleine Könige. Norbert Fladung, die schärfste Hünfelder Angriffsspit, erhielt Unterstützung durch Ebert, der am rechten Flügel ankam. Stpper Kuhn konnte sich gegen Fladung keine Unachtsamkeit erlauben, so daß er selten so stark geprüft wurde. Im ganzen Hünfelder Spiel gab es keinen Leerlauf, obwohl durch das taktische Konzept nur vier Stürmer zur Verfügung standen. Bertrams Vorlage wird im Hüntelder Strafraum von Tormann Siemerling förmlich ins Netz ‚gestolpert“.
1:1 (32. Minute): Fladung „erspringt“ sich eine Flanke von Nawrath Im 16-m-Raum. Der Kopfball des Hünfelders landet unhaltbar im äußersten Winkel des SVW-Tores.
1:2 (44. Minute): Bernd Ebert wird von Roland Walter und Fiadung im Strafraum in  Schußposition gebracht. Mit einem herrlichen Drehschuß schlägt er den Wiesbadener Schlußmann Melzig.
1:3 (50  Minute): Roland Walter bringt Nawrath glänzend in Schußposition. Aus zehn Metern Entfernung schließt Nawrath einen Drehschuß mit dem dritten Treffer ab.
1:4 (56. Minute) Roland Walter jagt aus 30 Metern einen Flachschuß auf das SVW-Tor. Der Aufsetzer zischt unter Melzig unhaltbar ins Wiesbadener Netz.
Die Hünfelder hatten schon vor der Pause
erhebliches Schußpech. So landeten zweimal Schüsse von Roland Walter an der Latte. Die Wiesbadener besaßen zweifellos ebenso gute Torchancen, wurden jedoch eindeutig — auch im Eckenverhältnis — von den Hünfeldern übertroffen.
SV Wiesbaden: Melzig, Matzke, Stachoviak, van den Höven, Kuhn, Kemen,  Brinkmann, Mikulasch, Klein, Schmidt, Bertram.
SV Hünfeld: Siemerling, Burkhardt, Siegert,
Kruse,  Jochum, Schwalbach,  Ebert, Walter, Fladung, Kircher, Nawrath.
Schiedsrichter: Dreher (Darmstadt).
Zuschauer: 3000.
Werner Neuer

06.09.1965 CSC 03 Kassel-HSV 3:1

Hünfelder SV verpaßte zu Beginn gute Chancen – Erfolg der Kasselaner verdient

In Kassel stand dem  Hünfelder SV im Punktespiel gegen den CSC 03 Kassel
das Glück nicht zur Seite. Zunächst „stolperten“  die Gäste über den von Schwalbach in der 8. Minute glatt verschossenen Elfmeter nach einem Foul an dem einschussbereiten Fladung. Für die aufgescheuchte Abwehr der Kasseler war die Notbremse die höchste Rettungsstufe, denn bis dahin hatte Fladung bereits zweimal das Tor scheunenweit vor sich. Er scheiterte allerdings im Fünf-Meter-Raum an dem jungen Torhüter Wenzel, und kurz danach verstolperte er regulär an der gleichen Stelle das sichere 2:0. „Das muss ja ins Auge gehen“, orakelten da die sehr zahlreichen Hünfelder Schlachtenbummler ,denn zehn Minuten später verpaßten Nawrath und Ebert die dritte klare Chance nach einer Roland-Walter-Vorlage.
Drei Tore fielen dann für die Kasseler. Sie waren der Lohn für das glänzende Abwehrspiel und dann das drangvollere Sturmspiel, ein Tor von Fladung in der 87. Minute kam viel zu spät, nachdem Kircher wenige Minuten vorher zweimal die Latte und den Pfosten getrofen hatte.
Der Sieg des CSC 03 war deshalb verdient, weil die Gäste nach dem kuriosen Start ohne Torglück  im Endsturm wie verhext schienen .Fladung  marschierte nicht mehr wie in den Anfangsminuten. Die Abwehrkette und Stopper Fischer,
der die Bestnote verdiente, schloss sich immer mehr.  Flügelstürmer Ebert war
wie Nawrath auf dem linken Außenposten zwar überall zu finden. So blieben Roland Walter und Kircher, mit Mittelfeldaufgaben betraut, fast ohne Wirkung. Die Kasseler hatten bald das Hünfelder Rezept spitz. Sie spielten nach den verhängnisvollen, aber gut überstandenen ersten Minuten, mit verstärkter Abwehr. Andererseits verließen sie sich gar bald nur auf die Sturmspitzen – Rettberg, Jungk – die über die  Flügel heranbrausten. Sie machten Burkhardt und dem Nachwuchsspieler Flügel in den Verteldigerpositionen der Hüntelder Mannschaft „sauer“.  Das gute Stopperspiel  von Jochum gegen den langsameren Galler blendete zeitweilig groß auf, jedoch ging gerade von diesem Hünfelder das aus, was auf der Seitenlinie laufend beanstandet wurde:  Spielverzögerung.
Es schlichen sich mit zunehmenden Schwächen von Kircher, der offenbar indisponiert ins Spiel ging, Fehler in das Hünfelder Kombinationsspiel  ein. Die Kasseler Abwehr hatte bei regem Eifer und schonungslosem Einsatz dann das voraus, was dem Hünfelder Angriff fehlte: die Spritzigkeit und das unbedingte Siegenwollen. Dabei hatten es die Hünfelder, wenn sie an die zurückliegenden Spiele denken, wohl noch nie so leicht, einen Erfolg in der Hessenkampfbahn zu erzielen. Allein Torwart Siemerling mit einigen Glanzparaden, Stopper Jochum und Außenläufer Kruse und Schwalbach sowie Walter im Sturm waren eine Bestätigung dafür, daß die
Gästemannschaft bisher ohne  Punktverlust über die Meisterschaftsrunde gekommen war.
Das Tor von Rettberg in der 23. Minute bereitete Schmitt mit einem Solo auf dem rechten Flügel vor. Sein Paß kam zu dem freistehenden Torschützen, der, nicht angegriffenl, leicht einschießen konnte.
Das 2:0 für den CSC 03 resultierte aus einem Freistoß, den  Schiedsrichter Auffahr (Marburg) nach einem Fallrückzieher von Burkhardt. der dazu gar nicht gekommen war, verhängte. Schmitt lenkte über die Mauer ins lange Eck.
Ein „Sonntagsschuß“ von Jungk, der sich in hohem Bogen in die gleiche Torecke aus etwa 25  Meter Entfernung lenkte,  war in  der 65. Spielminute der endgültige K.-o.-Schlag für die Gäste. Denn trotz klarer Chancen — die Kasseler hatten davon ebenfalls eine Menge — blieb es bei der Ausbeute von zwei Hünfelder Lattenschüssen und dem Ehrentor durch Fladung.
CSC 03 Kassel: Wenzel, Welsch, Klaus, Crokoll, Fischer, Lemmer, Schmitt, Rettberg, Galler, Schön, Jungk.
SV Hünfeld: Siemerling, Burkhardt, Flügel, Kruse,  Jochum,  Schwalbach,  Bernd  Ebert, Walter, Fladung, Kircher, Nawrath.
Schiedsrichter: Auffahr (Marburg).
Zuschauer: 900  .
Torfolge: 1:0 (27.) Rettberg, 2:0 (62.) Schmitt, 3:0 (66.) Jungk, 3:1 (87.) Fladung.

13.09.1965 HSV-Eintracht Wetzlar 1:1

Nawrath erlöste den Hünfelder Anhang
1:1  im Heimspiel gegen Eintracht Wetzlar — Jochums Fauxpas beschwor Führungstor der Gäste herauf
Nach 70 Minuten konnte Eintracht Wetzlar in der Hunfelder Rhönkampfbahn aufatmen: Angriffe der Gastgeber ließen merklich nach, das ständige Anrennen gegen eine enorm aktive Deckung hatte zuviel Kraftgckostet. Wetzlar hatte seine Abwehrschlacht gewonnen.  Das Rezept der Leitz-Städter ging auf: Möglichst bald ein Tor zu schießen und dann Schatten dicht zu machen“. In der 16. Minute hatte Büchner die Hünfelder Startoffensive mit seinem Führungstreffer nach einem groben Schnitzer Jochums jäh unterbrochen. Der Ausgleich war trotz fast pausenloser Angriffe der Haunestädter erst in der 57. Minute durch Nawrath fällig. FIadung und Walter hatten mit drei Pfosten- bzw. Lattentreffern Pech, und als einmal ein Schuß eines Hünfelder Stürmers placiert genug kam, wurde er von Wetzkatzengewandtem Torwart Heller unschädlich gemacht. In den letzten Minuten, als der pedantische Schiedsrichter Reeb (Groß Karben) wegen verschiedener Verzögerungen Unterbrechungen nachspielen ließ, wurde es noch einmal turbulent. Am Ergebnis änderte sich jedoch nichts mehr.

Die erste  Auseinandersetzung   begann   mit  Hünfelder „Strohfeuer“.  Die  sehr  breit  und  zu unsichtig angelegten Angriffe wurden von der gegnerischen Deckung sicher abgefangen. In der 7. Minute hatte Wetzlar die seiner wenigen Chancen, doch Sell-Kopfball nach einer gefälligen Kombinatin  des  gesamten  Sturms  wurde  eine Beute Siemerlings. In der 13. Minute prüfte  Kircher nach  einem flotten erstmals den  gegnerischen  Schluß – Heller bekam den Schuß aus 12 Metern erst im Nachfassen unter Kontrolle. Minute später vergab Bernd Ebert
eine tolle Chance, die allerdings sehr unverhofft kam.
Jähes Entsetzen auf der Gegenseite: Jochum, allein auf weiter Flur, paßte gedankenlos zu Siemerling zurück, ohne den heranstürmenden Büchner zu beachten, der die Gunst der Stunde kaltblütig nutzte und Siemerling das Nachsehen gab. Nach diesem Konterschlag zogen die Wetzlarer Diddlapp in die Abwehr zurück, und auch Sellner sowie Büchner halfen bei Bedarf in der Deckung aus. Gegen dieses verstärkte Bollwerk hatten Stürmer der Blauhemden einen sehr Schweren Stand. Ungezählte  Angriffe  wurden  vorgetragen,  im Mittelfeld von den eifrigen Walter und Kircher inszeniert. Wertvolle Aufbauarbeit leisteten auch die beiden Außenläufer Kruse und Schwalbach, von denen diesmal jedoch
Kruse unter seiner Normalform blieb. Nach dem Wechsel — während der Pause
hatte Trainer zera offensichtlich an das Schußvermögen seiner Fünferschen appelliert — brandete Vorstoß auf Vorstoß gegen Hellers  Gehäuse. Einen Flachschuß  Walters  drehte er mit den Fingerspitzen an den Pfosten (49.), ehe Fladung im Nachschuß hoch über die Latte ballerte — ein Verteidigerbein war noch dazwischen. Dann rettete  der  Querbalken  bei  einem  Fladung-Schuß (56.), und 60 Sekunden später war durch Nawrath im Anschluß an die neun-
te Ecke der Ausgleich fällig. Dabei blieb es jedoch. Fladung visierte in der 67. Minute noch einmal den Pfosten an. Damit waren die Hünfelder Vorstöße endgültig verebbt.
SV Hünfeld, Siemerling, Burkhardt, Flügel,  Kruse.  Jochum,  Schwalbach,  Bernd Ebert, Walter, Fladung, Kircher, Nawrath.
Eintracht Wetzlar: Heller, Selfert, Schneeweiß, Pfeiffer I, Jung,  Jasper,  Sellner, Diddlapp. Büchner. Hasselbach, Pfeiffer II.
Torfolge: 0:1 (16.) Büchner, 1:1 (67.) Nawrath.

20.09.1965 VFL Marburg-HSV 2:1

HSV-Sturm ohne Torschützen
Zeitweise in Marburg drückend überlegen – Ehrentor von Nawrath fiel erst in der Schlußminute.
Die taktische Raffinesse, das aufopferungsvolle Spiel der gesamten Hünfelder Mannschaft, trug in Marburg keine Früchte, weil die Stürmer des HSV das Schießen verlernt haben. Verbandstrainer Gellesch, der Kircher, Walter und Fladung beobachten sollte, da sie für das Hessen-Auswahlspiel gegen Rheinland am kommenden Wochenende in Koblenz eingeladen worden sind, war mit der Spielanlage der Hünfelder Mannschaft sehr zufrieden. Aber auch er bemängelte, dass Hünfelds schnelle Stürmer die in beiden Halbzeiten gegebenen „todsicheren“ Gelegenheiten nicht zu nutzen wussten. Die Marburger, weit verbesser gegenüber dem Vorjahr, hatten da etwas mehr Glück.
ich  einem  Eckball fiel der Ball  affioen von Läufer Fischer. Die ‚Kerze“ senkte hinter Siemerling in der 56. Minute zum 1:0 Netz. Dann narrte der im übrigen wenig überzeugende Torjäger Jakob in seiner  unnachahmlichen Art im Dribbling drei Hünfelder Abwehrspieler, und es stand in der 70. Minute 2:0 für die Platzherren. In den Schlußminuten entfachte der HSV noch einmal einen Wirbel.  Kurz vor dem Schlusspfiff wurden die Anstrengungen  der  Gäste durch Ehrentreffer belohnt.  Vfl Marburg spielte zweifellos stark. Die Hünfelder Truppe hielt jedoch nicht das Tempo mit, sondern konnte in der
ersten Hälfte auch das Spielgeschehen im wesentlichen bestimmen. ‚Hätten wir doch besser geschossen“,  sinnierte  nach  dem  Spiel Hünfelds bester Stürmer Kircher. ‚Schon mit einem Tor wären wir sicher nicht als Verlierer vom Platz gegangen.“
In der Tat gab der Spielverlauf dieser Meinung recht, denn zunächst waren es Jakob und Muth, die Marburgs Unglücksraben mit einem Lattenschuß und einem ‚Wischer“ an den Pfosten waren. Danach hielt Siemerling glänzend
nach einem Alleingang Jakobs dessen Schuß Roland Walter hatte wenig später Riesenpech, Fladung donnerte aus bester Position vorbei, und der immer wieder im Sturm auftauchende Burkhardt schoß genauso  überhastet. Allen im HSV-Sturm fehlte die richte Einstellung der Flügelstürmer Nawrath und Ebert.
Ebert spielte nur in der ersten Halbzeit kraftvoll. Das kam  der mit dem Ex-Alsfelder Tost als Stopper viel sicherer gewordenen Abwehr der Marburger nur entgegen. Sanetra schaffte Luft auf dem rechten Flügel, und schon hatte
man die Hünfelder Angreifer im Griff, weil mit den beiden Toren im Vorteil auch die eigene Sicherheit mehr und mehr wuchs.
Die Hünfelder Mannschaft hatte mit Kircher den Sonderbewacher für Jakob,  später aber auch noch den besten Stürmer im Angriff. Walter kam noch mit Fladung am ehesten an diese Leistung heran. In der Läuferreihe ließ Burk-
hardt seinem Gegenspieler Muth vor der Pause zuviel Spielraum, daher konnten die Gastgeber über diesen Spieler immer wieder gefährliche Attacken gegen Siemerlings Tor retten. Kruse wurde erst spät mit Eysel und dann mit Pfeil fertig, war jedoch wie Schwalbach äußerst zuverlässig. Stopper Jochum hatte einmal nicht mit dem Dribbler Jakob gerechnet, und schon fiel das zweite Tor. Später kam der Marburgar nicht einmal mehr über die Hünfelder Abwehr hinweg.
Das Gegentor fiel aus der drückenden Überlegenheit der Gästeelf In den Schlußminuten wieder einmal — nach Hünfelder Zuschauermeinung — zu spät.
VfLMarburg: Törner, Sanetra. Scherer, Richter, Tost, Fischer, Pfeil, Schranz, Jakob, Muth, Eysel.
H ü n f e l d e F  SV, Siemerling, Burkhardt, Siegert, Kruse, Jochum, Schwalbach,  Ebert, Walter, Fladung, Kircher, Nawrath.
Tore:  1:0  (56. Min.)  Fischer,  2:0 (70. Min.) Jakob, 2:1 (S8. Min.) Nawrath.
Schiedsrichter, Franka (Kassel)

25.10.1965 HSV-Bieberich 0:3

Der FV Bieberich  jubelte über ein stolzes Ergebnis beim Hünfelder SV,der sich zum wahren Angstgegner für diese Mannschaft entwickelt hat, aber noch mehr über die tolle Auswärtsbilanz von 7:3 Punkten. Dagegen steht eine negative Heimbilanz von 2:6 Punkten für die Biebricher. Auf dem Notizblock des Berichterstatters stand der Name Lallemand ein dutzendmal verzeichnet. Dieser Teufelskerl und erfahrene Torhüter war der beste Mann in einer FV-Hintermannschaft, die aus acht Spielern bestand. Ohne Scheu
spielte Biebrich eine Mauerpartie herunter, wie sie dieser Elf bisher zu dem einmaligen, Auswärtsergebnis verholfen hatte. Aber nicht die Taktik allein war für diese tüchtige Defensivelf ausschlaggebend. Neben dem Gefühl, so oft gut über die Runden gekommen zu sein, verhalf ein Tor in der 43. Minute gegen die immer nur anrennende Hünfelder Elf aur ausschlaggebenden Moral-Spritze. Ein Freistoß wurde von Siemerling gegen Schuhmann nicht abgegefangen.Der Kopfball landete im Hünfelder Netz.
Was sich vorher tat, war beängstigend für die Gäste.
Jedoch schienen diese mehr als erfahren und  abgebrüht zu sein, denn der        stärkste Durck erzeugte die härteste Gegenwehr
An dieser zerbrach die Lust am Spiel zu allererst beim  Hünfelder  Mittelstürmer  Fladung noch mehr bei Kircher und zu allem Übel am Unvermögen des nach 25 Minuten verletzt  mitspielenden Ebert. Ebert war In der 25.
Minute mit Haßler zusammengeprallt. Mit verbundenem Arm fiel der Flügelstürmer aus, Nawrath war mehr ein zaghafter Pendler als  ein Mann, den die Hünfelder auf einem Flügel  gebraucht hätten. Es blieb Roland Walter übrig, dessen Pensum herausragend war. Nur ein wenig von  diesem bedingungslosen Einsatzbei den renommierten sonstigen Hünfelder Stürmern und auch diese Biebricher Elf wäre am Ende der Verlierer gewesen. Der Vorwurf des nicht erfüllten Solls in puncto Spielfreude und Einsatz  trifft  jeden
Hünfelder Stürmer mit Ausnahme von Walter. Die Abwehr schlief ein weiteres Mal bei dem 2:0 in der 60. Minute. Nawrath hatte fünf Meter freistehend vor dem Tor die Chance zum 1:1 verpaßt, als im Gegenzug Tusl einige Hünfelder narrte und mit weitem, flachem Schuß, dieses Mal für Siemerling unhaltbar, den Sieg
sicherte. Der weitere markante Fehler der Hintermannschaft (Flügel!) führte In der 78. -Minute zum 3:0 durch Kraus. Aus Abseitsstellung allerdings konnten er und Herrmann sich überlegen, wer einschießen sollte. Kraus tat es unbehindert mit einem harten Schuß ins Dreieck. Die offensichtliche Überlegenheit der Hünfel-
der im Feld wurde durch diese Schläge, des erst nach der Pause als Sturm erkennbaren Angriffs der Gäste  zunichte  gemacht.‘.Man vergaß völlig, daß Roland Walter, mit selten guten -Torschüssen auf die Latte. und knapp
vorbei ‚allein bis dahin drei Tore verdient gehabt hätte. Man dachte nicht mehr an  das Schußpech Kirchers  und Fladungs ,ln  den ersten Minuten. Nicht erst in der 43. Minute bei der l:0-Führung hatten die Hünfelder das Spiel verloren, nein, bereits nach 25 Minuten. als sie nicht Herz genug hatten, bis dahin schien die
Biebericher eiskalt und   mit  einem  Deut mehr Pfeffer in der haushohen Überlegenheit zu schlagen.
So kam es zu einem Gewürge auf das Gehäuse von Lallemand, der aber auch alles, was torreif war, für seine Mannschaft hielt.  „.
Hünfelder SV, Siemerling, Flügel, Hohler, Kruse, Jochum, Schwalbach, Bernd Ebert, Walter, Fladung, Kircher. Nawrath.
FV Biebrich: Lallemand, Weiler, Muggli, Jochen Kühn, Werner Kühn, Haßler, Schmidt, Tusi, .Schumann, Hermann, Kraus.
Tore: 0:1 (43. Minute), .Schumann,  0:2-(61.) Tusi, 0:3 (78. Min.) Kraus. Schiedsrichter: Grobke (Kleinenalts)
Zuschauer: 900.

08.11.1965 HSV-Vikt. Preussen Frankfurt 3:1

Die wilde Jagd nach dem 3:1-Paussenstand auf den vierten Treffer machte die Hünfelder Angreifer blind für die besten Gelegenheit, auf die einfachste Weise die Schwarzweissen aus Frankfurt mit einem höheren Ergebnis auf die Heimreise zu schicken.
Es war purer Übereifer, der Sturmer ond Läufer beseelte. Daraus schlugen die Gäste, die keineswegs wie der Tabellenletzte aussahen, Kapital. Der markanteste Schönheitsfehler für ihr Spiel, eine Vielzahl von Gegentreffern, konnte vermieden werden. Damit ist bereits gesagt, daß die Abwehr der Frankfurter mit einem nach der Pause groß herauskommenden Stopper Rosenberg und einem Torhüter von Format, Althaus, eine gute
Partie lieferte.
Der ballgewandte Schecker als Regisseur im Mittelfeld aber schaffte nicht,  was sein Spiel verdient hätte. Nämlich, eine bessere Leistung  seiner Mittelstürmer. Das kam der Hünfelder Abwehr zugute, die  ohne  Stopper  Jochum
Knieverletzung) auskommen  mußte, in der er wieder Burkhardt erfreulich gut aufspielte.
Die Umformation der Hünfelder Elf war übrigens gravierend. Im Sturm waren erstmals alle „Neuen“ eingesetzt. Schütz als Linksaußen, Ziegler als Mittelstürmer und Kroll in der halbrechten Verbindung, da Roland Walter mit
seiner leichten Verletzung nicht sein Normalpensum in der Verbindung schaffen konnte.
Tore blieben nur Schütz und Ziegler versagt, sie hätten einige verdient,  denn ihre Leistungen waren ausgesprochen „torreif“. Kroll schoß einen Treffer. Zum 3:1 zirkelte er, nachdem die Gegner ausgestiegen waren, placiert  und
haltbar für Althaus in der 36. Spielminute das Leder ins kurze Eck. Schade, daß er schon kurz danach mit einer Wadenzerrung nur noch als Statist im Hünfelder Angriff stand.
Dieses Handikap war mit dafür entscheidend, daß bei allem Druck des Hünfelder Angriffs nicht variabler und  bissiger gespielt wurde. Karli Kircher scheint das Schußpech an den Füßen zu kleben — in der eigenen Elf. Nachdem er schon in der ersten Minute nicht die beste Chance zum 1:0 nutzen konnte, war er auch in der 80. Minute allein vor Althaus nicht ‚kalt“ genug, um den vierten Treffer zu er-
zielen.  Die  Vernachlässigung  des  spritzigen Schütz ging auch auf sein Konto.
Schwalbachs Pässe übers Feld hätte man lieber öfter an die Station Schütz adressiert gesehen.Nach anfänglichen Unsicherheiten wuchs Kruse mit seinem Gegenspieler. Burkhardt war der beste Verteidiger, denn die Pause hat
Siegert offensichtlich nicht gut getan. Vor dem sehr sicheren Siemerling operierte Fladung nur selten als einer der Männer in der hintersten Reihe, denn sein Stürmerblut ging mehr als nötig mit ihm durch. Aber sein Führungstor war das Ergebnis dieser Dauerleistung, als einer der besten Spieler.
Das Führungstor, so umjubelt es war (13.  Spielminute), hatte keine 60 Sekunden Bestand. Ein Nichtverstehen zwischen Kruse und Burkhardt nutzte der im Abseits stehende Schecker postwendend zum 1:1 aus.
In der I8. Minute schoß Ziegler machtig gegen Althaus. Von Stopper Rosenberg prallte der Ball in Richtung Kircher, der sein Zögern aus der ersten Minute nicht wiederholte und aus spitzem Winkel einschoß. In puncto Eleganz übertraf der dritte Torschuß von Kroll alles Dagewesene (35. Minute) und In puncto Wucht setzte sich Schütz danach zweimal in Szene, daß es eine wahre Freude war. Der
junge Spieler hatte nichts als Pech am Fuß.
Frankfurt blieb schon bis zum Wechsel verschont vor einer hohen Niederlage.
Torfolge: 1:0 (13. Minute) Fladung, 1:1 (15.Minute) Schecker 2:1 (19. Minute) Kircher, 3:1 (39. Min.) Kroll.
Schiedsrichter: Dettmar (Hofgeismar).
Zuschauer: 800
SV Hünfeld: Siemerling, Burkhardt, Siegert, Fladung, Kruse, Schwalbach,  Kroll, Walter, Ziegler, Kircher, Schütz.
Viktoria Preußen Frankfurt: Althaus, Bauernfeind,  Götz,  Bode,  Rosenberger,  Kraus, Zimmermann, Schecker, Csisko, Wlllhardt

14.11.1965 Borussia Fulda- HSV 3:1

3:1-Erfolg der Borussen über den HSV.
Wagner und Seban mit sehr guten Leistungen.
Am zweiten Novembersonntag glückte den Borussen auf dem mit Schnee bedeckten Rasen des Stadions nach drei erfolglosen Anläufen der erste Punktspielsieg (3:1 gegen den Hünfelder SV ) In einem zweitweise mitreißenden und — bis auf eine Ausnahme — sehr fairen Partie stellten die Fuldaer das technisch und taktisch weit bessere Team.
Der Erfolg hätte gut und gerne, wären alle Chancen konsequent ausgenutzt worden, noch um ein oder gar zwei Tore höher ausfallen können. Die Gäste aus der Nachbarstadt waren nach der frühen Führung durch Seban gezwungen, ihre leichte Defensiveinstellung aufzugeben. Von nun ab diktierte, sieht man einmal von einer Viertelstunde in der zweiten Halbzeit ab, Borussia klar das Geschehen. Von Seban klug geschickt, berannten Schemmly, John und der alle überragende Siggi Wagner das von Siemerling gut gehütete Tor der Gäste und erzielten eine klare Überlegenheit.
Die Hünfelder hatten überraschend auf den zunächst nominierten Ziegler verzichtet und Kroll in die Mannschaft genommen. Das taktische  Konzept des HSV sah so aus, daß Fladung und Kircher aus der Defensive  versuchten Ihren Drei-Mann-Sturm in Szene zu setzen.
Doch schon nach wenigen Minuten wurde deutlich, daß dieses Trio auf dem rutschigen Platz nicht in der Lage war, die gute Borussen-Abwehr in Verlegenheit zu bringen.
In den ersten zehn Minuten steht Siemerling bereits im Blickpunkt des Geschehens. Wagner versetzt Burkhardt mehr als diesem lieb ist und bringt immer wieder Schermuly in Position. Die beste Gelegenheit versiebt der  später  verletzt  ausscheidende  Fuldaer Mittelstürmer in der 17. Minute, als er nur um Zentimeter allein vor dem Hünfelder Schlussmann daneben zielt. Immer wieder müssen Siegert, Schwalbach und Jochum Schwerstarbeit leisten um Schlimmeres zu verhindern. Endlich, nach 28 Minuten, gelingt Seban der schon lange fällige Führungstreffer. Nach einem Lattenschuß von Wegehenkel setzt Fuldas rechter Läufer aus dem Hinterhalt zu einem Maßschuß an, der für Siemerling unhaltbar ist. Durch diesen Treffer gewinnt Seban erheblich an Selbstvertrauen.Er wird zu einem der besten Fuldaer. Von ihm werden die meisten Angriffe eingeleitet.
Nach  Minuten muß Siemerling erneut das Leder aus dem Netz holen. Aus unmöglichem Winkel setzt Schermuly den Ball in die äußerste linke Ecke. Das ist das 2:0. Zwei Minuten vor der Halbzeit bietet sich dem HSV die größte Chance. Kruse schießt aus etwa, 20 Metern, aber Fladung, der in die Flugbahn des Ballen gerät, verhindert wahrscheinlich einen Treffer gegen die Borussen.
Nach diesen temporeichen ersten 45 Minuten, in denen auf Hünfelder Seite Kircher neben Fladung die herausragenden Spielerpersönlichkeiten sind, wollen es die Gäste wissen. Sie greifen nunmehr offensiv an und erzielen zeitweise ein ausgeglichenes Spiel, das ihnen aber nichts einbringt, da sie einfach keinen schußstarken Stürmer zur Stelle haben.
Das ist an diesem Sonntag bei Borussia anders. Schermuly setzt in der 56. Minute nach einer leichtsinnigen Rückgabe der HSV-Abwehr den Ball an die Latte. Das hätte ein weiterer Treffer sein können, denn niemand außer Siemerling steht dem Fuldaer Mittelstürmer gegenüber— diesen hat er bereits ausgetrickst.
Die Entscheidung fällt in der 66. Minute. Ein Freistoß von Seban kommt, genau zu Wagner. Dieser erkennt blitzschnell die Situation und es heißt 3:0. Erst zehn Minuten vor Schluß gelingt  Walter  der  Anschlußtreffer, Seinen Freistoß kann Torwart Tippmann nicht sehen.
Die Borussen boten eine überaus gute Leistung. Es gab nicht einen einzigen Versager. In der Abwehr glänzte erneut Klimek durch seine stoische Ruhe. Während sich Seban unermüdlich um den Aufbau verdient machte, gefiel bei Simoni seine gute Zerstörerarbeit aber auch seine genauen Pässe. Im Angriff übertraf sich Wagner an diesem Sonntag selbst. Obwohl messerscharf  bewacht, spielte der Fuldaer Linksaußen seine ganze Schnelligkeit aus und gehörte zu den Glanzpunkten der Borussen-IS in der weiterhin John, Wegehenkel und Schermuly sowie Peter Odenwald zu gefallen wussten. Die Hünfelder fanden sich offensichtlich auf dem Schneeboden nicht zurecht, der wiederholt dem Zufall Tür und Tor öffnete. Nur Jochum. Kircher und Fladung boten gute Leistungen während alle anderen Spieler nicht über das Mittelmaß hinauskamen.
Ein Kompliment verdienten sich beide Mannschaften gleichermaßen: Trotz der Härte und des Tempos befleißigten sie sich einer sehr fairen Spielweise. Nur Siemerling verließ einmal die Grenzen des Erlaubten, als er Schermuly, der 13 Minuten vor Schluß ohne Dazutun eines Gegenspielers verletzt ausscheiden
mußte, in den Anfangsminuten über Gebühr hart attackierte.
Schermuly erlitt eine Bänderzerrung und wird möglicherweise einige Zelt nicht für Borussia stürmen können. Er nahm jedoch gestern abend an dem Kameradschaftstreffen  der Mannschaft teil.
Borussia Fulda: Tippmann, Berges, Deckert, Seban, Klimek, Simoni,  Wegehenkel, John, Schermuly, P. Odenwald, Wagner.
SV Hünfeld: Siemerling, Burkhardt, Siegert, Kruse, Jochum, Schwalbach, Walter, Fladung, Kroil, Kircher, Nawrath.
Schiedsrichter: Herbort (Hass.-Llchtenau).
Zuschauer: 2000.
Tore: 23. Minute 1:0 Seban, 35. Minute 2:0 Scitiermuly, 68. Minute 3:0 Wagner, 80. Minute 3:1 Walter.
Karl Heinz Helle

Nach dem Schlußpfiff
DR. FRANZ JOHN: ‚Meine Voraussage hat sich bestätigt. Ich glaube sagen zu können. daß es ein rassiges Derby war, bei dem ein schneller, guter und kraftvoller Fußball demonstriert wurde. Im ganzen gesehen, ein verdienter Sieg für unsere Mannschaft.“
BÜRGERMEISTER GELLINGS: ‚Ich war angenehm überrascht  vom Ergebnis, vom
Spiel und von den Borussen. Äußerdem war es erfreulich, daß es ein so faires Treffen für ein Lokalspiel war.“
FRANZ SCHNEIDER: ‚Meine Voraussage ist  genau gekommen.  Kein anderer hatte gewagt, diesmal einen Tip öffentlich zu nennen.“
„MOCKI“ WEGEHENKEL: ‚Ich nehme an, daß man diesmal sehen konnte, daß wir
doch besser sind als die Hünfelder. Nach den herausgespielten Chancen  hätte es ebensogut 5:1 ausgehen können.“
TRAINER GEORG KUCZERA, HÜNFELD: ‚Der Sieg der Fuldaer Borussen geht auch in dieser Höhe in Ordnung. Der Schneeboden hatte Borussia einen gewissen.
Vorteil gebracht. Sie haben sich mit den gegebenen Verhältnissen schneller und besser abgefunden.“
SPIELAUSSCHUSS – VORSITZENDER HELMER, HÜNFELD: ‚Ich war vom Spiel nicht enttäuscht. Meine Mannschaft hat spielerisch jederzeit mitgehalten, ja,wir waren
in  der zweiten Spielhälfte  streckenweise überlegen. Uns  fehlte lediglich  der  Anschlußtreffer, der schon vor der Pause hätte fallen können, als  Fladung  fast auf der Torlinie von Kruse angeschossen wurde.“
HÜNFELDS SPIELFÜHRER KARLI KIRCHER- ‚Das Erfreulichste war für mich die
Fairneß dieser Begegnung. Auf den Rängen war man diesmal  einigermaßen  objektiv. Das Ergebnis geht auch in dieser Höhe in Ordnung.“
TORWART SIEMERLING, HÜNFELD:
»Auf Grund der Torchancen in der ersten Spielhälfte hat Borussia verdient gewon-
nen. Unsere zwei halben Eigentore durch Burkhardt brachten uns schließlich auf die Verliererstraße.“

6.12.1965 SG Westend-HSV 1:0 (0:0)


Die Hünfelder Elf mußmann mit einem Boxer vergleichen,der auf lange Distanz mit einem Lokalmatador im Ring des Gegners glänzend in Form war, nach Punkten gleichauf lag und in der vorletzten Sekunde des Kampfes von dem angeschlagenen Gegner noch zu Boden geschlagen wird. In der Tat brachte die 88. Spielminute das „Aus“ für die gut eingestellte Hünfelder Elf gegen eine Westend-Mannschaft, die nicht über ihren Schatten springen konnte, weil die Gäste äußert spiel- und kampfstark in eine offene Feldschlacht zogen. Trainer Udo Klug hämmerte nach einer für die Hünfelder leicht überlegenen ersten Hälfte seiner Mannschaft ein: „Nun habt ihr mal einen Gegner der nicht mauert, offen spielt, nun tut mal etwas mehr im Sturm.“ Aber dieser gute Ratschlag für den Westend-Sturm scheiterte schon an der guten Einstellung der Außenläufer Schwalbach und Kruse und dem ausgezeichneten Stopper Jochum, der den Mittelstürmer Schmidt ebensowenig laufen ließ, wie es Adolf Zimmermann in diesem Spiel gelang, freizubekommen.
Zimmermann wurde nicht nur von Kircher, sondern auch von Fladung und sonst freien Hünfelder Spielern arg in seinem Aktionsradius beschränkt, so daß dem Westend-Angriff einfach die nötige Unterstützung fehlte. Nachdem auch die beiden Hünfelder Verteidiger Hohler und Siegert verbessert spielten und die Außenstürmer Hohbein und Blum abriegelten, legte man Westend an die Kette.
Der von den Hünfelder verwünschte Flankenball des Halbrechten Beck, vom linken Strafraumeck aus 35 Meter in Richtung Tor geschlagen, war der ungefährlichste Torschuß, der im ganzen Spiel auf Siemerlings Gehäuse kam. Aber er muß tückisch gewesen sein, denn der Ball setzte sich urplötzlich, in der Flugbahn wie vom Wind gebremst, hinter Schlußmann Siemerling, der zwei Meter vor der torlinie stand, und fiel ins Netz. Der Traum vom Sieg für die Hünfelder war bereits vorher nach den guten Chancen verpfuscht, die sichere Hoffnung auf einen Punkt beim Tabellenzweiten war nach dieser 88. Minute dahin.
Es blieb bei einer einzigen Chance für Westend vor der Pause. Die Hünfelder hatten dagegen einen 6:1-Eckenvorsprung. Das allein beweist ein Uebergewicht im Sturm, in dem Fladung, Walter und Schütz zu überzeugen wußten. Sie waren immer echte Sturmspitzen.
Kircher bewegte sich als ‚Schaltstation“ im Mittelfeld, nur Ebert fiel auf den rechten Flügel gegenüber seinen Kameraden nach dem Wechsel etwas ab.
Die größte Torchance hatte Walter bei einen Freistoß In der 29. Spielminute. Vorher waren Schütz und Kircher nicht entschlossen genug, den Westend-Torwart Peper härter zu prüfen. Ueberhaupt,  die einzige todsichere Chance nach dem Wechsel hatte wiederum Kircher in der 48. Minute herausgeschossen. Wieder war
es Torhüter Peper, der großartig den Ball aus dem untersten Winkel seines Tores heraus holte. Zwar mußte Siemerling zwei abgefälschte Bälle nachher ebenso reaktionsschnell töten, aber am allerwenigsten schien die Gelegenheit
Kummer zu machen, die dann zu dem alles entscheidenden Tor führte.
Zu der Beurteilung kam die HUnfelder Hintermannschaft  besser  als  der  Sturm.  Der Sturm hatte es jedoch mit einen äußerst gescheit spielenden Mittelläufer Nusser und zwei hervorragenden Außenläufern  der  Westend
Münch und Zimmermann zu tun. Nachdem auch Piroth den Hünfelder Rechtsaußen Ebert nur unter Kontrolle brachte und Klümpfel gegen Schütz wiederum zu bestehen wußte, war es sehr schwer für Hünfelds Angriffsreihe, mehr
Kapital aus dem Spiel zu schlagen.
SG Westend: Peper, Knickel, Piroth, Münch, Nusser, Zimmermann, Blum, Beck, Schmidt, Klüpfel, Hohbein.                     .
HünfelderSV:  Siemerling,  Siebert, Hohler, Kruse, Jochum, Schwalbach,  Ebert, Fladung, Kircher, Walter, Schütz.
Tor: 1:0, 88, Minute, Beck
Schiedsrichter: Engelmann (Wiesbaden).
Zuschauer: 350.


10.1.1966
Eintracht Frankfurt Ama.-HSV 3:0 (3:0)


Das Ergebnis war das wichtigste in diesem Spiel, da es nicht um Punkte ging. Die
Reservisten der Eintracht mit den Männern, die um einen Stammplatz  in der
Bundesliga-Elf kämpfen, trachteten danach, einen Kantersieg zu feiern. Die Pro-
minenz stand neben wenigen Zuschauern in der kalten Winterluft am Riederwald:
Elek Schwartz mit Rudi Grämlich, die vor allem ein scharfes Auge auf Lechner war-
fen, wie dies aus dem Gespräch deutlich zu entnehmen war, und Horvarth, der
nach einer guten Halbzeit seiner Truppe dann doch mehr enttäuscht als zufrieden
war. Aber die kleine Hünfelder Kolonie konnte schwärmen, denn es stand eine Mannschaft auf dem Feld, die den bezahlen Spielern in vielen Fußballdingen auf
dem hartgefrorenen Platz das Wasser reichte.
Die drei Tore zum Endstand fielen vor der Pause, etwas unglücklich aus Hünfelder Sicht, weil einmal Torwart Kaffka, nach langer Pause gleich vor einer schweren Probe, falsch  reagierte und herauslief, und zum anderen, weil der ‚Riegel“ gegen öle Windhunde Im Eintrachtsturm einmal nicht schloß. Dann jedoch war es für die Hünfelder Stürmer hohe Zeit! Zwei Pfostenschüsse setzten Walter und Burkhardt auf Loys Tor. Schütz, Burkhardt und Walter sowie Fladung zielten mehrfach knapp daneben. Sie verfehlten somit das achtbarste
Resultat, das sogar gerecht  gewesen  wäre, nämlich ein Unentschieden.
Die Hünfelder schössen das erste Tor, das wegen Abseits nicht gegeben wurde. Das war in der a. Minute. Davor (4. Minute) war Loy schon von Fladung geschlagen, aber. Schämer köpfte seinen Schuß von der Torlinie. Dann
hielt Kaffka großartig gegen Lechner. Höhepunkte gab es in beiden Strafräumen, im Mittelfeld trabten die Eintracht-Reservisten schon wie Könige, aber nicht, schnell genug. Sie wurden bestraft für ihre Überheblichkeit.  Opfer
war dabei Lechner, denn er wurde nach Auffassung der Eintrachtleute am wenigsten seiner Rolle gerecht, die er in der Bundesliga spielen soll.
Dafür gab es tolle Spieler In dem alle überragenden Mathes, obschon er der Kleinste der Eintracht Elf war,  und Häuft bediente seine Nebenleute so gut. daß er zweitbester Stürmer zu nennen ist.            .
Das Eintracht-Spiel aus der Tiefe war von den Hünfeldern — trotz der Hammerschlage in Form der drei deprimierenden Tore — bald durchschaut. Daran änderte auch nichts, daß neue Leute nach der Pause in der Gästeelf
standen.  Ziegler,  erstmals  Läufer  spielend, wurde mit Lechner oder Hauff konfrontiert, Kroll war in der halbrechten Verbindung zu finden. Dafür machte Burkhardt jetzt im Sturm als Rechtsaußen besser Wind als vorher in der
Verbindung im Mittelfeld. Fladung, die einzige echte Sturmspitze, wurde aber zu gut von Landerer,  Friedrich  und Kesper  beschattet, als daß er mehrere Male — wie in der 4. Minute —frei zum Einschuß hätte kommen können.
Das Hünfelder Spiel wurde im übrigen im Sturm von Roland Walter getragen, der mit Schütz auch vor dem Wechsel hinten zu finden war. Spielfreude hatten die ganz in Blau spielenden Gäste. Als sie nach der Pause genauso hart am Mann wurden, wie die Eintrachtler es vorexerziert hatten, lief das Spiel weit besser.
Aus war es mit den klaren Vorteilen der Gastgeber. Vielmehr und gefährlicher stürmten nun die Amateure. Dabei kamen aber nur die schon erwähnten zwei Pfostenschüsse von Walter und Burkhardt heraus, alles andere landete  über  und  neben dem Gehäuse von Loy .Die guten Noten müssen vor allem in der
Abwehr der Hünfelder verteilt werden. Von Beginn an hatte Jochum die größte Übersicht. Siegert und Hohler liefen zur Bestform auf.
Das überdeckte Schwächen, die  Schwalbach und Kruse zeitweilig hatten.Kruse stand nach der Pause im Tor ,um auch ihn einmal zu teten, wie die Hünfelder
sagten.er hatte weit weniger als Kaffka zu halten.

Eintracht: Loy, Kesper, Friedrich, Landerer, Schämer, Lechner, Mathes, Kraus, Hauff, Stein, Racky.
Hünfelder SV: Kaffka (Kruse), Siegert, Hohler, Kruse (Ziegler), Jochum, Schwalbach, Schütz (Burkhardt), Burkhardt (Kroll), Fladung, Walter, Nawrath.
Tore: 16. Min. 1:0 Mathes, 2:0 (26. Min.) Stein, 3:0 (36. Min) Stein.


24.1.1966
HSV-CSC 03 Kassel 4:1 (2:0)


Es blieb dabei: Die Kasseler Rothosen können in Hünfeld nicht gewinnen. Bei miserablen Bodenverhältnissen verhalf auh der Zufall den Gästen nicht zu Chancen, die eine Überraschung hätten bringen können.Bis auf gute zwanzig Minuten in der zweiten Hälfte hatten die wiedererstarkten Hünfelder ihren Gegner fest im Griff. Die 2:0-Führung mußte bis dahin allerdings bereits auf den Endstand aufgebaut sein, aber Unglücksschütze Fladung wurde vor allem in den ersten Minuten nach der Pause um den Erfolg von zwei Treffern gebracht. Er  kam auch noch um das regulär erzielte Tor in der 86. Minute, weil Schiedsrichter Gathof (FRANKFURT) diesen Treffer wegen Abseits annullierte. Es war aber selbst nach Auffassung des Linienrichters nicht aus dieser Stellung erzielt.
Zunächst aber gaben die ausgelassenen  Chancen bei einem Lattentreffer den 03ern  nach der Pause Auftrieb, und sie wurden verdientermaßen mit dem Gegentreffer in der 71. Minute belohnt. Aber dann war wieder das
schnörkellose Hünfelder Sturmspiel Trumpf.  Walter Sieberts Volleyschuß und Burkhardts Schlenzer führten noch zu dem Ergebnis, das genau dem Chancenverhältnis beider Mannschaften gerecht wurde.
Die Order des Kasseler Trainers wurde vom Gegenkonzept durchkreuzt. Man
hatte für Fladung und Kircher Sonderbewachung eingeteilt. Kircher aber war nicht zu fassen, weil er sich betont im Mittelfeld, wie selten nützlich, hervortat. Norbert Fladung scheute gegen keinen Abwehrspieler den Kampf und wurde zum drangvollsten Angreifer. Klug, wie sich aus der Tiefe Roland Walter immer wieder als starker Stürmer nach vorn kämpfte.
Das Hünfelder Innentrio spielte, wie man es sehen wollte. Walter Siebert vertrat Willi Schütz, dem Samstag der Nagel seiner großen Zehe ‚amputiert“ worden war. Burkhardt ergänzte auf dem rechten Flügel das zügige Angriffsspiel. Was dabei herauskam, wurde durch die Aktion, die zum letzten Tor führte, recht deutlich: Aus der Lauerstellung brauste er im Eiltempo in die Gasse – die 03-Abseitsfalle
konnte nicht mehr zuschnappen. Aufopferungsvoll und geschickt stellte sich auch die Abwehr auf das flüssige Kombinationsspiel der Gäste ein.
Zum ruhenden Pol wurde der gerade wieder genesene Jochum. Glänzend sein Stellungsspiel vor Torhüter Fred Kafka, der in den ersten Minuten die einzigen Kasseler Schüsse und damit reellen Chancen im Spiel unschädlich machte. Reaktionsschnell lenkte er Gallers und Jungks Schüsse über die Latte. Das gab
dem ‚Ersatzmann“ für die weiteren, weniger gefährlichen Aktionen die richtige Einstellung. Ein gutes Verteidigerpaar, Kruse und Siegert, stand hinter zwei Außenläufern, -wie sie seit Wochen Im HSV-Team fehlten. Ziegler bewies als rechter Läufer mehr Deckungs- als Stürmerqualitäten. Schwalbach tat sich als Zerstörer und Aufbauspieler in gleichem Maße hervor. Gegen die clevere Kasseler Mannschaft verdiente sich die Hünfelder Elf so ein Gesamtlob.
Tore gegen den ausgezeichneten Wenzel zu  erzielen, war schwer. Aber sie fielen, weil Kircher nicht fackelte, als nach einem Eckball eine Vorlage von Schwalbach auf sein Schußbein kam. Es dauerte 24 Minuten, bis Fladung einen
Ziegler-Freistoß mit dem Kopf in das lange Eck beförderte. Fladungs Kopfbälle nach der Pause waren zweifellos Tore wert. Aber es kam anders. Becks Alleingang, vorbei an sechs HSV-Abwehrspielern, ergab in der 71. Minute
das 2:1.
Das schönste anerkannte Tor bombte in der 75. Minute Walter Siebert zum 3:1 ein. Elegant schlenzte dann Burkhardt in der vorletzten Spielminute eine Steilvorlage Walters über Wenzel ins lange Eck.
Hünfelder SV: Kafka, Kruse, Siegert, Jochum, Schwalbach, Ziegler, Kircher, Fladung, Walter, Burkhardt, Siebert.
CSC 03 Kassel: Wenzel, Beck, Fischer, Crocel, Theis, Lämmer, Jungk, Schön, Galler, Rettberg, Schmitz.
Schiedsrichter: Gathof (Frankfurt).
Zuschauer: 1000.
Tore: 1:0 (16. Min.) Kircher, 2:0 (41.) Fladung,  2:1 (71.) Beck, 3:1 (75.) Siebert, 4:1 (88.) Burkhardt.


27.02.1966
HSV-Germania Wiesbaden


Der Spitzenreiter Germania Wiesbaden war bereits am Samstagnachmittag In Hünfeld und bezog Quartier. Am Sonntagnachmittag schien sich diese Vorsorgebis zur 80. Minute nicht gelohnt zu haben. Denn bis dahin sah diese Germanen-Elf nicht wie ein Spitzenreiter auf dem Spielfeld aus. Der vielgelobte Sturm verfing sich in den Hünfelder Maschen. Ein Glück für die Gäste, das es die HSV-Fünferreihe gegen die ebenfalls gute Germanen-Abwehr nicht verstand, zu Erfolgen zu kommen. Aber alle Anstrengungen lohnten sich dann doch nur für eine Mannschaft: Germania. Nach einem Abpraller zischte das Leder Mittelstürmer Jung auf den Fuß. Unhaltbar für Siemerling führte dieser Schuß
zum 1.,0 in der 79. Minute. Die spielentscheidenden Chancen hatten davor eher die Hünfelder als die Wiesbadener. Daß noch ein zweites Tor fiel – in der letzten Spielminute war nur die Bestätigung für eine bessere letzte Viertelstunde. Die Hünfelder hatten aufgegeben, so daß Janitz leicht einschieben konnte.
Der Hünfelder Sturm hat dieses Spiel verloren, Die Zurücknahme von Fladung, der Kautzmann zur Untätigkeit verdammte, war das richtige Rezept, um die am Ball brillanten
Gäßtestürrner nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Ziegler blieb nach seiner Umstellung als Läufer jedoch nicht die Freiheit gegen Hammelbacher, um als echte Sturmspitze Gefahr zu bringen. Da auch Burkhardt wenig Übersicht auf dem rechten Flügel hatte, blieben nur Kircher und Schütz als Angreifer
über.
Allein aber Schütz wurde diesem Prädikat gerecht. Kircher war überall, jedoch nie im Kampfgetümmel im Strafraum, wenn es galt, zuzuschlagen. Daran krankte in der Hauptsache das Hünfelder Angriffsspiel, Gut, die besten Chancen lagen dennoch auf Hünfelder Seite.
Kruse nutzte in der ersten Minute /am rechten Eck des Fünfmeterraumes die beste Möglichkeit nicht, Burkhardt und Schütz kanonierten erfrischend in der 31., 50. und 52. Minute, aber immer knapp daneben. Und als Jeder schon Tor schreien wollte, war in der 88. Minute Torwart Böhnel mit Schnädter gerade noch rechtzeitig parterre gegangen.
Nichts lag dazwischen, was Siemerling aus der Fassung hätte bringen können. Und deshalb gerade wirkte das ‚goldene“ Tor für die Gäste in den letzten zehn Minuten wie ein Hammerschlag auf die HSVer.Die Hünfelder Abwehr war im Zerstören so clever, wie die Wlesbadener aufspielten. Das Abspiel jedoch konnte sich nicht sehen lassen. Allein in dieser Hinsicht war das Gästespiel vollkommener, und nur deshalb konnte es auch noch zu der letzten überlegenen Viertelstunde für die Spieler um Hammelbacher kommen. Wie oft mussten nach glänzenden Abwehrreaktionen die auf der Lauer liegenden Schütz,

Burkhardt und Ziegler in der dezimierten Germanenabwehr resigniert wieder abdrehen, weil der PaB vom eigenen Mann beim Gegner landete.‘

Der ‚Spielfilm“ ist mit cliesen knappen Feststellungen bereits abgedreht In der Kritik steht bei den Hülnfeldern Torwart Siemerling hoch oben an. Mit Torwart Böhnel bewegte er sich -auf einer Stufe. Jochums Spielübersicht , war wieder glänzend. Die Unterstützung von Fladurtg war spürbar. Irn übrigen fielen Stange
und Siegert als Verteidiger keineswegs ab, zumal ständige Aushilfe auch von Kruse In den hinteren Reihen geleistet wurde. Es kann, weiterhin nicht übersehen werden, daß Zeitler sich mehr als liebevoll um Kircher bemühte, und Stopper Hammelblclter im Abwehrzentrum mit schnellem Antritt und überlegenem Kopfballspiel gegen die Hünfelder , Stürmer zu einem herausragenden Spiel fand.

Der ständige Positionswechsel in den Sturmreihen zeigte deutlich an, wie gut, die Abwehrleute sich auf ihren jeweiligen Gegenüber einstellten.

Hünfelder SV: Siemerling, Stange, Siegert, Fladung, Jochum, Schwalbach: Burkhardt, Kruse, Ziegler, Kircher, Schültz.

Germania Wiesbaden:Böhnel, ,Juny, Schnädter-
ter, Zeitler, Hammelbacher, Dankelmann,Meier, Janitz, Jung, Kautzmann. Steinbrenner.
Schiedsrichter: Opperrnann (Kassel).

Zuschauer:1200

Tore: 0:1 (79, Minute) Jung, 0:2 (90. Minute) Janitz.


HSV-VFL Marburg 1.1 (1:1)


Verkrampfter Kampf von der ersten bis zur letzten Minute. Das war das hervor-
stechende Merkmal des Spieles in Hünfeld. Die Gäste aus Marburg zwangen dem  HSV ein Spiel auf, an dem eine in der Abwehr weniger gute Mannschaft gescheitert wäre. Kompromißloses Zerstören in den hinteren Reihen, gutes Ballhalten im Sturm waren die Marburger Trümpfe, die beinahe gestochen hätten. Obwohl die Gäste nach ihrem Tor in der 17. Minute effektiv keine echte Chance mehr hatten, mußte der Hünfelder SV um das Unentschieden bangen. So sehr kamen immer wieder die in einem originellen Trikot spielenden ‚Schimme“ ständig in Tornähe.
Aber Stopper Jochum, der beste Spieler auf dem Feld, wurde mit Jakob, dem trickreichen Angriffsführer der Marburger, fertig. Diese Tatsache war entscheidend, denn nach den anfänglichen Sturmläufen waren Scherer und die
Außenstürmer Pfeil sowie Schneider doch nicht mehr so gefährlich, wie ihr Mittelstürmerkollege. Beide Tore fielen vor der Pause innerhalb von fünf Minuten.
Die Marburger kamen nach einem Abwehrfehler Burkhardts, der für Kruse Verteidiger spielte, zu ihrem Treffer. Eine Regelwidrigkeit Scherers (Burkharcit wurde weggestoßen) ging dem Einschuß voraus.
Schiedsrichter Herbort (Hess.-Lichtenau) wurde mehrfach die Zielscheibe für giftige Zuschauerrufe, denn man sah es draußen gar nicht gern, daß die kampf- und spielfreudigere Elf nun einmal die Marburger stellten.
Durchaus wäre ein glatter Sieg möglich gewesen. Die Chancen standen eindeutig auf Hünfelder Seite, jedoch sollte man krasse Fehler der eigenen Sturmreihe nicht damit übertünchen wollen. In der Tat spielte der Hünfelder Sturm eine Klasse schlechter als beispielsweise gegen Kassel 03 im letzten Heimspiel. Selbst in Wetzlar sah man ihn besser. Ausgangspunkt der mageren Torausbeute
war Mittelstürmer Fladung. An ihm steckten sich förmlich Walter, Kircher, Schütz und auch Siebert an. Es blieben bei dem oft planlosen, aber kräftigen Anrennen auch noch die sogenannten ‚todsicheren“ Chancen ungenutzt. In der 35. Minute versagte Kircher. Freistehend hatte er gutes Schußfeld, aber der Ball landete
nur am Außennetz. In der 52. Minute ging ein Walter-Schuß über den Kasten. Fladung traf nur den Pfosten. Und auch Sieberts Bombe brachte nichts ein. Torwart Törner vollbrachte in diesem Moment die größte Leistung, als er
großartig reagierte.
Marburgs Abwehrleistung war dennoch so gut, daß Hünfelds Angriff insgesamt gesehen blaß blieb. Das einzige Tor von Kircher nach einem Törner-Fehler durch falsches Herauslaufen in der 21. Minute war wie der Marburger Treffer in der Entwicklung nicht ‚hasenein“.
Ein Spiel guter Abwehrreihen gegen Stürmer, die sich auf beiden Seiten nicht vom Ball trennen konnten, wenn es galt, den freistehenden Nebenmann einzusetzen, fand ein für Marburg schmeichelhaftes, aber keineswegs
unverdientes Ergebnis.
Hünfelder SV: Kafka, Burkhardt, Siegert, Ziegler, Jochum, Schwalbach, Siebert, Walter, Fladung, Kircher, Schütz.
VfL Marburg: Törner, Sanetra, Tost, Bauer, Klein, Richter, Schneider, Handke. Jakob, Scherer, Pfeil.
Schiedsrichter: Herbort (Hess.-Lichtenau).
Zuschauer: 800.
Tore: 0:1. (17. Min.) Scherer, 1:1 (21.) Kircher.


FV Bieberich-HSV 0:0


Bei idealem Wetter und Platzverhältnissen hatte der Hünfelder SV die Elf des FV Biebrich fest im Griff. Er war nahe am Sieg. Hochverdient fiel ihm allerdings nur
ein Punkt zu. Zwei Pfostenschüsse in der 86. und 89. Minute und ein weiterer PfostenschuB in der ersten Halbzeit blieben jedoch die einzige Ausbeute des streckenweise überlegenen Spieles der Gäste. Auf Biebricher Seite registrierte man zwei ebenso gute Torchancen, die der Hünfelder Torwart vereitelte.
In diesem für beide Mannschaften wichtigen Treffen war Härte keineswegs Trumpf. Die Abwehrreihen überragten.
Hünfelds Stürmer war ohne dem erkrankten Kircher und Urlauber Roland Walter nicht durchschlagskräftig genug. Die Biebricher Abwehr wäre selbst in ihrer guten Form mit den beiden Hünfelder Repräsentativspielern nicht so gut weggekommen. Herausragend Stopper Schäfer, der gegen den stärksten Hünfelder Stürmer, Fladung, sich zu einer Glanzleistung steigerte.
Auch die beiden Verteidiger Peschko und Weller setzten sich gegen Ebert und Schütz glatt durch, so daß nur noch Burkhardt und ‚Oldtimer“ Berni Jansen übrigblieben, und das Angriffsspiel einigermaßen auf der Höhe zu halten.
Ein Sonderlob muß man Jansen spenden, der nach langer Pause wieder einmal in der Hünfelder ersten Garnitur mitwirkte. Dank seiner Technik hielt er als zurückhängender Mittelstürmer die Verbindug zu der ausgezeichneten Hünfelder Abwehr immer aufrecht.
Torhüter Lallemand war ein hervorragender Fangkünstler im Biebricher Tor. Ohne diesen Spieler wäre nicht einmal der eine Punkt in der Landeshauptstadt geblieben. Er holte Fladung und Burkhardt schon vor der Pause mehrere Male gute Flankenbälle in aussichtsreicher Position vor der Nase weg.
Hünfelds Ersatztorwart Kruse vertrat Siemerling ausgezeichnet. In der 7. Minute wehrte er einen placierten Schuß des Biebrichers Schußmann aus zehn Meter Entfernung mit Bravour ab, und in der 62. Minute krinnte er das zweitemal mit einer Glanzleistung seine Elf vor dem Rückstand bewahren.
Diese Gelegenheiten kamen für Biebrich nun nicht wieder, denn im übrigen leistete Stapper. Jochum mit seinen Abwehrspielern ganze Arbeit, Er wurde neben dem Biebricher Stopper zum, überragenden Abwehrspieler auf dem Felde, wobei allerdings die Verteidiger und Läufer glänzend assistierten. Schwalbach
hatte mit Ziegler einen enormen Aktionsradius. Diese beiden beherrschten streckenweise eindeutig das Mittelfeld. Wieder ohne Tadel Verteidiger Siegert, der in der Leistung Stange übertraf.
Nachdem Kruse In der 7. Minute das erste Mal ernsthaft geprüft war, konnten nur noch torreife Aktionen Im Biebricher Strafraum registriert werden. Die sieben Abwehrspieler schalteten sich in das Aufbauspiel gut ein, letztlich aber waren Stopper Schäfer und der Biebricher Schlußmarm nicht zu überlisten. Wie in
der 20. Minute stand Lallemand zweimal Fortuna zur Seite, als er schon klar geschlagen war.‘ Vier Minuten vor Schluß visierte Burkhardt nach guter Kombination aus nächster Nähe den rechten Pfosten an, und zwei Minuten später, also in der vorletzten Spielminute, landete ein Freistoß vor Fladung an dem linken Pfosten.
FV Biebrich: Lallemand, Peschko, Weller, Kahn, Schäfer, Ullrich, Schumann, Hermann, Bartei, Tusl, Kraus.
SV Hünfeld: Kruse, Stange, Siegert, Ziegler, Jochum, Schwalbach, Ebert, Burkhardt. Jasen, Fladung, Schütz.


HSV- Neu-Isenburg


Starke Neu-Isenburger.
Die Spvgg. Neu-Isenburg bewies beim 2:3 auf der Hünfelder Rhönkampfbahn, daß die Elf in den letzten Wochen sehr stark geworden ist. Aus einem 0:2-Rückstand machte sich die Truppe um Stopper Stein und Mittelstürmer Gärtner gar nichts. So mußten sich die Hünfelder trotz der schon vor der Pause feststehenden 3:1-Führung mächtig anstrengen, um nach dem 3:2-Anschlußtreffer nicht den zweiten Punkt zu gefährden, Mit allen Tricks
operierte der Gästesturm, dessen gefährlichster Stürmer Gärtner mit Jochum einige Fehden austrug, die das an sich faire Spiel fast aus dem Rahmen sprengten. Weil die Hünfelder Stürmer (Schütz und Fladung) kurz nach dem Wechsel nicht das vierte, ja sogar fünfte Tor schossen, wurde die zweite Hälfte noch einmal hektisch.
Das Nachlassen der Kräfte von der 68. Minute ab hatte allerdings auch einen anderen Grund.
Kircher, von einer Grippe gerade genesen, konnte einfach nicht der ,.HartsDampf“ sonstiger Spiele sein. Umso erstaunlicher sein enormes Pensum.
In der ersten Halbzeit gehört er neben Schütz und Fladung zu den besten HSV-Stürmern. Kircher vermochte aber wie Berni Jansen, der ebenfalls eine Halbzeit auftrumpfte, nicht die gesamte Distanz auf Tempo zu spielen.
Den schwächsten Eindruck im Hünfelder Angriffs-Qirintett hinterließ Burkhardt, dem gestern überhaupt nichts gelang.Um so höher ist die Leistung von Fladung zu bewerten, der sich erneut auch als Torschütze auszeichnete.
Von Fladung und Schidtz wurden die ersten gefährlichen Schüsse losgelassen. In der 4. und 9.. Minute stand Simon im Gästetor mit Fortuna im Bunde. Die 2:0-Führung aber kam postwendend. Schütz zog spritzig auf dem linken Flügel durch. Seine Vorlage erreichte Fladung. Fast wäre der Torschrei wieder auf den.
Lippen erstorben, aber das Leder nahm im letzten Moment noch den Weg über die Linie.
Vier Minuten später war es wieder Schütz, der das zweite Tor einleitete. Burkhardt hatte nur noch wenig zu tun, um zu vollenden.
Die kalte Dusche aber folgte. Heidenreich und Gärtner spielten sich gekonnt im Strafraum den Ball zu. Gegen Gärtners Flachschuß war Krause machtlos, aber schon zwei Minuten später wurde Berni Jansen umjubelt. Elegant ließ  der Hünfelder 11 Isenburger Abwehrspieler aussteigen. Seine Maßflanke von der
Außenlinie her drückte Flndung mit dem Körper über die Torlinie.
Diese hatten danach Pech mit einem Freistoß, der in der 44. Minute nur am Pfosten landete.
die immer wieder durch Schneeschauer gestörte Partie brachte zu Beginn der zweiten Hälfte Vorteile für den HSV. Schütz konnte aber zweimal in der 30. und 52. Minute freistehend vor dem Torwart nicht einschießen. Die Hünfelder Abwehr bestimmten dann das Treffen. Stopper Jochum blieb der herausragende Mann gegen Gärtner. Siegert und Stange hatten Mühe, Feyl und Schmidt zu bremsen. Neu-Isenburg spielte besser.
Es verdiente sich das zweite Anschlusstor redlich.Es resultierte aus einem Freistoss von Heidenreich .Später hatte Fladung grosses Pech mit einem Schuss
der knapp am Pfosten des von Simon verlassenen Tores  vorbeizischte.
Hünfelder SV: Kruse, Stange, Siegert, Ziegler, Jochum, Schwalbach, Burkhardt, Jansen, Fladung, Kircher, Schütz.
Spvgg. Neu-Isenburg: Simon, Feyl, Wildner, Klenota, Stein, Rohrse, Schmidt, Simon, Gärtner, Heidenreich,
Schiedsrichter: Klier (Marburg)
Zuschauer: 800
Tore: 1:0 (10. Min.) Fladung, 2:0 (14. Min.) Burkhardt, 2:1 (35. Min.) Gärtner, 3:1 (37. Min.) Fladung, 3:2 (67. Min.) Heidenreich.


27.03.1966
HSV -Borussia Fulda


In der 7. Minute wurde das Spiel entschieden. .Tochum hob einen Freistoß in den Strafraum, der Ball rutschte wie abgezirkelt über die Köpfe der Borussen-Deckung und fiel zentimetergenau vor die Füße des lauernden Fladung. Dieser lief drei Schritte und ließ einen Bombenschuss los, gegen den Melzig im Tor der Borussen nur Schattenboxen machen konnte. Freistoßausführung und Torschuß waren Maßarbeit. Man hätte sich von beiden Mannschaften Im Verlauf des Spieles noch mehr solcher ‚Kunststückchen“ gewünscht. Leider wurden die 1200 Zuschauer hier recht schlecht bedient. Die Begegnung wurde zu einem reinen Kampfspiel und über weite Spielstrecken sogar zu einem Krampfspiel, vor allem in den Minuten, als sich die Borussen in der zweiten Halbzeit anschickten, wenigstens einen Punkt mit in die Domstadt zu nehmen. Der Gästesturm allerdings war bei der Hünfelder Deckung in guten Händen.
Bald war aller Schneid weg, und die Stürmer überboten sich an Harmlosigkeiten. Ganz an-ders die Hünfelder an diesem Tag. Sie operierten weitaus geschickter aus der Tiefe des Feldes und spielten so mindestens vier bis fünf
klare Chancen heraus, denen zwei von Borussia gegenüberstanden. Der Hünfelder Sieg geht so also auch durchaus in Ordnung.

Zeitweise wurde die Begegnung recht hart geführt. Die Spieler schenkten sich nichts, und vor allem Fiadung und Vogl mußten mit dem Boden der Rhönkampfbahn des öfteren Bekanntschaft machen. Der Borussenverteidiger
Maaß, Stürmer John und der Hünfelder Stopper Jochum leisteten sich einige unnötige Fouls. Vor allem Maaß hatte nach einem groben Foul an Fladung das Publikum gegen sich. Daei hatte es MaaB an diesem Tage gar nicht nötig, die Beine des Gegners mit dem Ball zu ‚verwechseln“. Er war einwandfrei bester Mann in der Borussenelf. Der Hünfelder Linksaußen Nawrath, der in letzter Minute für den verletzten Walter nominiert worden war, hatte kaum eine Chance gegen das Energiebündel Maaß, der sich auch immer wieder geschickt in das
Sturmspiel einschaltete und in die Gasse lief.
Was allerdings ausblieb, waren dann die Pässe seiner Nebenleute. Bester Mann auf dem Platz war der Hünfelder Halbrechte Fladung, den wir in dieser Saison noch nie so stark spielen sahen. Er gewann fast jeden Zweikampf und lief seinen Gegenspielern weg. So wollen ihn die Hünfelder Anhänger gewiss immer sehen. Nur mit unfairen Mitteln konnte Fladung zweimal, als er zu Alleingängen ge-
startet war, gebremst werden.
Die Borussen spielten im Mittelfeld einen ganz passablen Fußball. Zeitlupenhaft zwar,aber immerhin für das Auge recht schön.
Einem Querpaß folgte noch ein Querpaß, und dann wurde hin und wieder sogar nach mehreren Querpässen zum Tormann zurückgespielt.
Der Mannschaft fehlten im Mittelfeld zwei Spielerpersönlichkeiten, die in der Lage wären, ihre Mitspieler in , gute Schußpositionen zu bringen. Die Pässe in den freien Raum fehlten vollkommen oder kamen ungenau.
In der Hintermannschaft war neben Licht (Maaß und Deckert) auch einige Schatten. Die beiden Außenläufer Seban und Bleuel fanden an diesem Sonntag nie so ganz richtig zu ihrem Spiel, und Mittelläufer Manfred Klimek hat auch schon bessere Tage gesehen, obgleich Ihm keine entscheidenden Fehler unterliefen.
Dem Barussenspiel fehlt der zündende Funke. Ihm fehlen Ideen. Die Mannschaft ist derzeit mittelnäßige Amateurklasse, nicht mehr und nicht weniger.
Bei den Hünfeldern überwog selbstverständlich der Kampfgeist. Die Mannschaft wußte‘ daß sie bei einer Niederlage möglicherweise in eine sehr prekäre Situation kommen konnte. Jeder Spieler setzte sich ein, um jeden Zentimeter Boden, um jeden Ball wurde gekämpft.
Herausragende Spieler In der Mannschaft, die keinen Ausfall hatte, waren Fladung, Jorhum, die beiden Verteidiger Kruse und Siegert, gegen den der frühere Hünfelder Linksaußen Wagner nur recht wenig zu bestellen hatte,
Karli Kircher und Torhüter Hoth, der erstmals spielte, und dem keine Fehler unterliefen sowie Berni Jansen, der recht geschickt Sturmspitze spielte, sich immer freilief und gescheite Pässe gab.
DaB er keine Bäume ausreißen konnte, wußte man von vornherein. Der schwere Boden verlangte vor allem vom ihm, dem ältesten Spieler auf dem Felde, größte Kraftanstrengung.
Während in der ersten Halbzeit lediglich ein scharfer Wind über die Rhönkampfbahn wehte, setzte später peitschender Regen ein, der den
Spielern arge Schwierigkeiten bereitete. Das Wetter mag mit schuld daran gewesen sein, daß außer Kampf recht wenig geboten wurde.
Die Borussen allerdings konnten unbeschwert in das Spiel gehen. Vor allem von ihnen hätte man ein gutes Spiel erwarten können, doch gegen einen kampfkräftigen Gegner fehlen der Elf zur Zeit ganz einfach die spielerischen Mit-
tel.

Zuschauer- 1200.

Schiedsrichter, Karsch (Weilburg).
Hünfelder SV: Hath, Siegert. Kruse, Ziegler, Jochum, Schwalbach, Jansen, Fladung, Kircher,Schütz, Nawrath.

Borussia Fulda: Melzig, Maaß, Deckert,Bleuel, Klimek, Seban, Odenwald, Vogl, Schermuly, John, Wagner.

Tor: 1:0, 7. Minute Fladung.

Alfred L ü hn
Stimmen zum Spiel

DR. JOHN (Spielausschußvorsitzender von Borussia Fulda): ‚Unsere Elf ist zur Zeit in keiner guten Form. Sowohl der Sturm, als auch die Hintermannschaft boten wenig befriedigende Leistungen.“

OTTO HELMER (Hünfeld): ‚Unser Sieg geht in Ordnung. Jeder setzte sich ein. Es wurde endlich einmal gekämpft. So wünsche ich mir die Mannschaft in den kommenden schweren Spielen.“ ,

 

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Hessenliga – Sternstein: „Sind nicht schlechter als die anderen Teams“

Hünfeld (pf) –www.osthessen-zeitung.de

Eine der ungefährlichsten Offensiven der bisherigen Saison kommt aus Hünfeld: Der HSV traf in der Hessenliga vor der Winterpause nicht besonders oft, was natürlich auch Christoph Sternstein wurmt. Der Außenstürmer hat sein Team aber noch längst nicht abgeschrieben – falls es mit dem Rest der Hinrunde irgendwann weitergehen sollte, doch auch ohne Fußball hat der 24-Jährige derzeit genug zu tun.

Langeweile kommt bei Sternstein ohne den Fußball nicht auf: „Zuhause ist es schon ein bisschen eintönig, aber es ist einiges los. Ich arbeite im Homeoffice und ziehe gerade um. Da ist einiges zu tun mit Wohnung inserieren oder nach neuen Möbeln schauen, aber das ist schwierig, weil die Geschäfte entweder zu haben oder man Termine braucht“, erzählt der Rechtsaußen, der sportlich gut unterwegs ist: Das wöchentliche Cybertraining des HSV werde gut angenommen, nach Trainer Johannes Helmke sind nun auch die Spieler mal dran, die Einheiten zu leiten, dazu trainiert Sternstein viel für sich persönlich – obwohl er zugibt, bis dato eigentlich nicht der Typ zu sein, der über eine App trainiert: „Aber es macht richtig Bock. Man hat einen Gaming-Faktor, bleibt dran und sieht seine Verbesserungen“.

Der Fußball steht für ihn aktuell eher hinten an: „Die Gesundheit und das Wohl der Allgemeinheit geht vor. Es ist ein sehr sensibles Thema“. Wie es weitergehen könnte, will Sternstein nicht spekulieren, doch die Hinrunde – so viel ist jedem in Hünfeld klar – verlief alles andere als erfolgreich: Als am schlechtesten platziertes Team aus Osthessen überwintert der HSV im Keller, die Offensive produzierte erst acht Treffer in zwölf Partien. „Es haben sich alle ganz anders vorgestellt. Wir haben die Qualität und eine gute Truppe, aber haben es zu selten auf den Punkt gebracht. Ich sehe uns auf keinen Fall schlechter als andere Mannschaften, die über uns stehen“, betont der 24-Jährige.

Einiges wurde erwartet, nachdem die zurückliegende Verbandsliga-Saison prächtig war und die Mannschaft nominell gut besetzt ist, aber Sternstein merkt auch an: „Wir spielen in der Hinrunde noch gegen Steinbach, Erlensee, Eddersheim und Ginsheim, gegen fast alle Mannschaften, die in unserer Region stehen. Da muss das Ziel sein, dass wir ordentlich Punkte holen“. Denn der Fall, dass es nur eine Hinrunde gibt, könnte eintreten. Und mit Blick auf erfolgreichen Fußball müsse es nicht immer schön sein: „Andere Mannschaften holen auch manchmal dreckig ihre Punkte“. Nach seinem Wechsel in die Haunestadt fühlt sich Sternstein persönlich aber wohl beim HSV und betont: „Ich wurde sehr gut aufgenommen und komme super mit den Jungs zurecht“. Aktuell besteht die Ablenkung vom Alltag aber auch durch einen Ball, der nicht ganz rund ist: Die NFL-Playoffs laufen, Sternstein verfolgt die natürlich weiterhin, obwohl den Seahawks-Fan die jüngste Niederlage gegen den Erzrivalen aus Los Angeles sicherlich schmerzte.

 

 

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