Hünfeld (fs) –www.osthessen-zeitung.de

Kevin Krieger ist zurück auf dem Platz: Fünf Monate nach seinem Knöchelbruch kommt der 26-jährige Offensivallrounder des Hünfelder SV immer besser in Form und wäre wohl schon bald wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen, wenn die Corona-Krise nicht auch den Trainingsbetrieb des Spitzenreiters der Fußball-Verbandsliga gestoppt hätte. Kurios: Trotz der langen Zwangspause hat Krieger bisher gerade mal ein einziges Spiel verpasst.

„Ich bin mittlerweile schon wieder ganz gut im Training“, freut sich Krieger, der nach seiner Knöchel-OP Mitte November eine Platte mit sechs Schrauben in den gebrochenen Knöchel eingesetzt bekam und anschließend zehn Wochen lang einen Spezialschuh tragen musste. „Das war schon eine sehr lange Zeit. Ich hatte bisher noch nie eine so lange Zwangspause, aber da muss man durch“, bedauert der 26-Jährige, der anschließend noch zwei Wochen auf Krücken gehen musste. Mitte Februar bekam Krieger dann endlich die Freigabe und darf seitdem auch den rechten Fuß so langsam wieder belasten. „Das war wirklich eine Scheißzeit. Ich konnte mit dem Schuh einigermaßen Fahrrad fahren und leichte Beinhebe-Übungen machen, mehr war nicht drin. Ansonsten konnte ich nur Muskulatur im Rücken, den Schultern und den Armen aufbauen. Am rechten Bein war an Muskulatur nicht mehr viel dran“, blickt das HSV-Urgestein auf den Winter zurück.

Der war für den ansonsten stets gut gelaunten Krieger durch die Verletzung mit vielen Negativmomenten behaftet: Nachdem ihm beim Spiel in Sandershausen TSG-Innenverteidiger Justin Schumann ohne Chance, den Ball zu spielen, unsanft auf den Knöchel gestiegen war, war schnell klar, dass der Knöchel gebrochen war. Die bittere Konsequenz: Der lange geplante USA-Urlaub fiel ins Wasser. Schumann entschuldigte sich kurz in der Halbzeit und dann nochmal per WhatsApp – Krieger hätte sich aber schon etwas mehr Einsatz gewünscht: „Aber ich habe versucht, das abzuhaken. Auch wenn es enorm ärgerlich ist, weil die Aktion absolut unnötig war, der Ball war ja meilenweit weg.“

Das Spitzenspiel gegen Johannesberg (4:0) wenige Tage nach der OP Ende November war dann auch das erste Spiel, das der 26-Jährige in dieser Saison verpasste – und bisher das einzige überhaupt: Im neuen Jahr war der HSV nach einem Spielausfall und der anschließenden Zwangspause durch die Corona-Krise nämlich noch überhaupt nicht im Einsatz. „Es ist eigentlich Wahnsinn: Das Ganze ist schon fünf Monate her, aber ich habe gerade mal ein Spiel verpasst. Ich wollte eigentlich so schnell wie möglich zurückkehren, aber jetzt kann ich mir scheinbar Zeit lassen“, staunt auch Krieger, der allerdings lieber mehr Spiele verpasst hätte, wenn dafür der HSV weiter Richtung Meisterschaft hätte eilen können: „Ohne Fußball fehlt einfach was. Ich hätte die Jungs auch von draußen gerne unterstützt.“

Sollte die Saison jetzt abgebrochen werden, könnte sich Krieger sogar früher als geplant wieder unters Messer legen, um die Platte sowie die sechs Schrauben entfernen zu lassen – ansonsten hätte die OP wohl erst im Winter angestanden. Doch auch mit Platte und Schrauben im Knöchel ist der Offensivallrounder voll im Zeitplan und seit gut vier Wochen gemeinsam mit Physiotherapeut Siggi Larbig wieder auf dem Platz: „Siggi opfert auch das Wochenende für mich und betreut mich super, genauso wie die Praxis Larbig. Ich bin froh, dass ich mich nicht alleine quälen muss“, betont der achtmalige Torschütze, der zweimal die Woche im Kraftraum und zweimal die Woche auf dem Platz arbeitet – dort stehen neben Stabilitäts- und Athletikübungen auch vermehrt Sprünge und Passübungen auf dem Programm.

„Nach und nach steigert sich alles, mittlerweile ist die Muskulatur schon wieder recht ordentlich und joggen kann ich auch mittlerweile auch. Konditionell ist noch Luft nach oben und Zweikämpfe gehen noch nicht, aber ich könnte mit Einschränkungen ins Mannschaftstraining einsteigen, wenn es losgehen würde“, meint Krieger, der ein eventuelles Comeback für Mitte Mai anvisiert hatte. „Der Zeitplan passt auch noch, denke ich. Man merkt zwar, dass der Knöchel beweglicher sein könnte und bei langen Pässen und Schüssen noch reagiert, weil man einfach immer die Schrauben trifft, da ist noch ein Kontaktschmerz da. Aber kurze Pässe, Ballführung durch Hütchen, Sprünge und Laufen gehen mittlerweile supergut“, freut sich Krieger, der betont: „Ich bin auf einem echt guten Weg. Damit bin ich sehr zufrieden.“