Hünfeld (pf) – www.osthessen-sport.de

Wer den Dauerbrenner in den Reihen des Hünfelder SV sucht, denkt als erstes wohl an die Routiniers Julian Rohde, Steffen Witzel oder Sebastian Alles. Doch einer toppt die Einsatzzeiten in dieser Saison von allen: Nicolas Häuser hat sich nach einer unglücklichen Hessenliga-Saison in der Defensive des Tabellenführers der Fußball-Verbandsliga festgespielt und fühlt sich in Hünfeld pudelwohl.

1675 Minuten – so viel hat in der laufenden Saison beim HSV keiner gesammelt. Und Nicolas Häuser stand in allen 19 Spielen in der Anfangsformation. „Das hängt wahrscheinlich auch damit zusammen, dass Franz Faulstich in der Hinrunde nicht dabei war. Das ist genau meine Position“, lacht der 21-Jährige direkt, der aber wahrlich nicht umsonst zu den Säulen in der Defensive des Verbandsliga-Spitzenreiters gehört. Konstant gute Leistungen bescherten ihm bis zuletzt einen Startelfeinsatz nach dem anderen, bis die Corona-Pandemie den Fußball lahmlegte. „Der Trainer hat uns nahegelegt, etwas zu machen. Das geht als Sportler auch nicht anders, man muss raus an die Luft“, sagt Häuser.

Der Abwehrspieler war viele Jahre beim JFV Viktoria Fulda unterwegs und spielte höherklassig, der Schritt in den Seniorenbereich sollte dann beim Hünfelder SV gelingen – zwangsläufig: „Ich hatte damals noch Gespräche mit ein, zwei anderen Vereinen. Aber da ich ja aus Hünfeld komme und hier das Fußballspielen gelernt habe, war das schnell klar. Außerdem kannte ich hier schon viele und wurde auch sehr gut aufgenommen“, sagt Häuser, der in seiner ersten Saison direkt Meister wurde und sich erinnert: „In der ersten Vorbereitung hat man schon gemerkt, dass es enorme Unterschiede zum Juniorenfußball gibt. Spielerisch und von der Schnelligkeit her war es okay, aber die Härte kam natürlich dazu“.

In der Hessenliga konnte dann weder er noch seine Teamkollegen den direkten Wiederabstieg verhindern, während der Saison 2018/19 wurde Häuser von Verletzungen zurückgeworfen und muss im Nachhinein feststellen, „dass die Qualität wahrscheinlich auch gefehlt hat“. Durch die aktuelle Saison aber hat er einen Schritt nach vorne gemacht. Einen großen – „auch persönlich“. Und das erste Tor folgte Anfang November, als er beim 1:1 gegen Vellmar einen Punkt sicherte.

Einen Anteil an der Weiterentwicklung des Defensivmanns hat sicherlich auch Trainer Dominik Weber, der schon in der Rhönkampfbahn – übrigens auch als Innenverteidiger – kickte, als Häuser als kleiner Fan die Spiele des HSV schaute. Im Sommer übernimmt nun Johannes Helmke die erste Mannschaft – und Häuser, der unter Helmke auch schon oft bei der Reserve gespielt hat, weiß: „Beide sind fachlich und fußballerisch Top-Trainer, wir werden unter Johnny genauso erfolgreich sein“. Sein Team warnt er aber schon mal mit einem Augenzwinkern vor: „Bei ihm wird das Training auf jeden Fall noch länger gehen als jetzt schon“.