Rohde als Stimme der Amateure

HSV-Abteilungsleiter heute im hr-Heimspiel

Wie geht es weiter mit dem hessischen Amateurfußball? Dieser Frage will das hr-fernsehen heute in der Sendung „Heimspiel“ um 23.10 Uhr auf den Grund gehen und holt sich hierfür geballte Fußballkompetenz in die Sendung: So werden DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius, HFV-Präsident Stefan Reuß und Hünfelds Abteilungsleiter Mario Rohde über Nöte, Probleme, Wünsche und Ängste im Fußball reden. Oben an der Spitze, aber eben auch an der Basis.

Dass ausgerechnet Rohde in die Sendung geholt wurde, hat Gründe: Im Rahmen des Verbandsliga-Spiels gegen den OSC Vellmar vor einigen Monaten interviewte der hr für sein neues Format „Samstagskonferenz“ Rohde und nun erinnerten sich die Macher der Sendung wohl an die unkonventionelle, lockere, aber bestimmte Art des Hünfelder Fußballchefs.
Rohde nimmt die Gelegenheit als „Chance und Verpflichtung“ wahr, ist sich allerdings auch bewusst, dass er nicht auf alle Fragen Antworten erhalten wird: „Es ist ganz einfach so, dass ich mit Fußballfunktionären und nicht mit Virologen sprechen werde. Den Blick in die Glaskugel werden sicherlich auch sie nicht wagen und somit beispielsweise über ein fixes Datum für die Fortsetzung des Spielbetriebs sprechen.“ Gleichwohl erhofft sich Rohde auf seine dringlichste Frage zumindest Ansätze: „Ich persönlich glaube nicht, dass in nächster Zeit der Ball rollen wird. Dementsprechend erhoffe ich mir, dass zumindest schon Pläne in der Schublade liegen, wie die aktuelle Saison gewertet wird.“ Dass sie ein reguläres Ende findet, glaube Rohde indes nicht.

„Chance und Verpflichtung“

Dass genau diese Frage insbesondere auch seinen Verein beschäftigt, weil der HSV derzeit die Verbandsliga Nord anführt, ist offensichtlich. Doch Rohde will gleichwohl für andere Vereine das Wort ergreifen, „weil sich so eine Gelegenheit in der Öffentlichkeit nicht oft ergibt und in der derzeitigen Situation alle Amateurvereine im gleichen Boot sitzen, sich mit den gleichen Fragestellungen beschäftigen“.

So sei beispielsweise das zuletzt vermehrt bemühte Wort „Rettungsschirm“ zwar in allererster Linie auf die Wirtschaftsfähigkeit der Bundesrepublik anzuwenden, andererseits müsse DFB und HFV in der aktuellen Situation allerdings auch daran denken, was sie oft predigen würden. „Es heißt sehr oft, dass die Amateure und Ehrenamtler so wichtig sind, dass sie die Basis für alles darstellen. Jetzt erhoffen sich Vereine natürlich, dass von dem offensichtlich vorhanden Geld auch etwas ankommt. Ich bin gespannt.“

Für die Aufzeichnung der Sendung muss das hr-fernsehen einige Anstrengungen in Kauf nehmen: Rohde wird von der Rhönkampfbahn zugeschaltet, wohin ein kleines Kamerateam reisen wird. Curtius ist hingegen im Studio in Frankfurt vor Ort, während der HFV-Präsident per Skype in die rund halbstündigen Gesprächsrunde zugeschaltet wird. Die voraufgezeichnete Sendung wird um 23.10 Uhr ausgestrahlt, in der Mediathek soll sie gar etwas früher verfügbar sein.