Hessenliga-Vorschau

Ganz Osthessen blickt am Samstag (15 Uhr) nach Hünfeld, wenn die Blau-Weißen Ligaprimus Barockstadt vor bis zu 750 Zuschauern zum Derby erwarten. Ein besonderes Spiel ist es zudem für Hünfelds Franz Faulstich, der eine SGB-Vergangenheit hat.
„Respekt ja, Angst nein“, lautet die Devise von Hünfelds Franz Faulstich, der sich gegen die schier übermächtige Barockstadt nicht verstecken möchte. „Wieso auch? Wir haben nichts zu verlieren und haben bisher gegen starke Mannschaften immer gut ausgesehen“, zeigt sich der 26-Jährige, der 2018 das Siegtor gegen die Barockstadt köpfte, kämpferisch. Wieso es allerdings gegen vermeintlich schwächere Gegner wie Griesheim hakt, kann sich auch Faulstich nicht erklären. „Wenn wir für dieses Problem eine Lösung hätten, wären wir 2019 nicht abgestiegen und hätten jetzt mehr Zähler auf dem Konto“, hadert der Ex-Lehnerzer. Die Spiele seien allerdings abgehakt und die Vorfreude auf das Derby überwiegt. „Gegen die Barockstadt ist man nochmal ein Stück mehr motiviert und möchte unbedingt gewinnen“, verdeutlicht der Defensivmann, dessen Mannschaft unter der Woche im Pokal Selbstvertrauen getankt hat. „Endlich ist vorne der Knoten geplatzt und wir haben fünf Tore erzielt. Zuvor waren es höchstens zwei. Das hat uns sehr gutgetan.“

Dass gerade er gegen die Rummels und Träglers der Barockstadt gefordert ist, ist dem 26-Jährigen bewusst, nimmt aber die gesamte Mannschaft in die Pflicht. „Eine stabile Defensive wird nicht ausreichen. Die Arbeit gegen den Ball muss bereits in den vorderen Mannschaftsteilen beginnen“, verdeutlicht der Hünfelder, der vor fünf Jahren in die Rhönkampfbahn gewechselt ist. Diese Entscheidung bereue er auf keinen Fall, beim HSV ist er zu einer festen Größe gereift. „Ich komme jetzt in ein Alter, in dem ich nicht mehr als Talent gelte und andere Aufgaben übernehmen kann und möchte“, so Faulstich, der bereits jetzt mehr Verantwortung auf und neben dem Platz übernimmt.

Dass Hünfeld eine unangenehme Aufgabe werden kann, ist auch SGB-Trainer Sedat Gören bewusst, der den HSV spielerisch als eine der besseren Mannschaften betitelt. Eine Option wird wieder Stürmer Dominik Rummel sein, der sich im Spiel gegen Waldgirmes (12. September) verletzte. „Dominik wird definitiv im Kader stehen. Wie weit er ist, wird sich erst im Abschlusstraining zeigen. Wir werden aber kein Risiko eingehen“, betont der 49-Jährige.

Klares Indiz für den Erfolg ist zudem die starke Defensive, die erst sechs Gegentreffer kassierte – Bestwert in der Hessenliga. „Jeder macht für den anderen die Wege und das Anlaufverhalten setzen die Jungs ideal um“, erklärt Gören. Aus diesem Grund könne die Mannschaft Ball und Gegner gut vom Tor halten.

Dies ist auch Neuhof gegen Zeilsheim (1:1) gelungen, wobei das Heimspiel gegen Griesheim (Sonntag, 15 Uhr) auf der Kippe steht. Grund: Aufgrund der Wetterverhältnisse ist der Rasenplatz noch gesperrt. Sogar ein Heimrechttausch steht im Raum.

Auf der Reise nach Hanau

Mit breiter Brust reist der SV Flieden zum Tabellennachbarn Hanauer FC, die Favoritenrolle weist Trainer Zlatko Radic allerdings von sich. „Sie haben zu Hause noch kein Spiel verloren. Dennoch sind wir nicht chancenlos.“ Generell erwartet der 50-Jährige, dass Hanau versucht, das Spiel an sich zu reißen. „Das heißt im Umkehrschluss, dass wir im Umschaltspiel unsere Räume gut nutzen und vor dem Tor sehr effektiv sein müssen.“ Für diese Effektivität könnte nach Verletzung Stürmer Fabian Schaub sorgen. „Ob er beginnt oder eingewechselt wird, zeigt sich nach dem Abschlusstraining. Fakt ist allerdings, dass es wohl nicht für 90 Minuten reicht“, verdeutlicht Radic, der schlechte Nachrichten bezüglich der Personalie Kamran Tariq hat. „Er muss nächste Woche nach seinem Außenmeniskusriss operiert werden und wird uns auf unbestimmte Zeit fehlen.“
Eine Pflichtaufgabe sollte für Steinbach Schlusslicht Erlensee (Samstag, 17 Uhr) sein. Aber Obacht: Bereits der SV Neuhof stolperte über diese Hürde und auf Kunstrasen kann die junge Truppe von Trainer Tobias Heilmann ihre technische Finesse unter Beweis stellen. Heilmann betonte bereits nach der Flieden-Niederlage, dass seine Mannschaft noch im Lernprozess sei. „Wir werden uns in den kommenden Wochen besser behaupten und uns auch dafür belohnen.“