Hessenliga: HSV reicht starke Leistung nicht

Ein einziges Mal war der Hünfelder SV aus dem Spiel heraus unaufmerksam – und dies kostete den Aufsteiger beim Vorjahresfünften SC Waldgrimes mindestens einen Zähler. Letztlich schlug in der Lahnaue eine 1:3 (1:1)-Niederlage zu Buche.

Entscheidend war das 1:2 eine Viertelstunde vor Schluss. Aus dem Positionsspiel heraus ließ der sonst starke Debütant Nicolas Häuser den Waldgirmeser Rechtsverteidiger Marcel Siegel im Rücken entwischen, der Lucas Hartmann in der Zentrale mustergültig bedienen sollte. Mit Schlusspfiff traf Tolga Duran noch per Konter – nur noch für den statistischen Wert. Wie bitter das Gegentor für Hünfeld war, wurde beim Blick in die Gesichter nach Abpfiff deutlich. Die Gäste bissen sich sprichwörtlich in den Hintern, weil sie sich für eine glänzende Leistung nicht belohnen konnten.
Zwar ging das Spiel äußerst ungünstig los, weil Sebastian Ernst einen Distanzschuss Tolga Durans klatschen ließ, Jafar Azizi nachsetzte und Hünfelds Abwehrchef Niclas Rehm Azizi einen kleinen Schubser mitgab, den Schiedsrichter Volker Höpp als elfmeterwürdig wertete. Volkan Öztürk sorgte vom Punkt nach 100 Sekunden für das 1:0 für Waldgirmes.

Fröhlich verschießt vom Punkt

15 Minuten benötigte der HSV, um sich vom Schock zu erholen, und selbst das Heft des Handelns in die Hand zu nehmen. Maximilian Fröhlich (24.), Andre Vogt (25.) und Julian Rohde (26.) vergaben Chancen im Minutentakt zum Ausgleich, den letztlich Rehm per direktem Freistoß aus 23 Metern genau unter die Latte besorgte (29.). Hünfeld besaß spielerisch weiterhin Oberwasser – und hätte zur Pause gar führen müssen. Die größte Chance ließ Maximilian Fröhlich vom Elfmeterpunkt liegen, als Keeper Fabian Grutza Christoph Neidhardt von den Beinen geholt hatte, Grutza den Strafstoß im Anschluss aber festhalten konnte (42.).
Nach der Pause verlor das Spiel an Intensität, Hünfeld stand im 4-2-3-1 sicher, ließ lange Zeit nur einen gefährlichen Kopfball von Öztürk nach einer Ecke zu, und nahm Duran gänzlich aus dem Spiel. Allerdings waren in der Offensive Kevin Krieger (48.) und Vogt (69.) im Abschluss zu zaghaft, vergaben dabei die besten Gelegenheiten zur Führung. Und so zahlte der HSV wie bereits zum Saisonauftakt gegen Flieden Lehrgeld.
Bitter für Waldgirmes: Kouami Dalmeida verletzte sich bei einem Foul an Rehm selbst schwer, der erste Verdacht beim Mittelstürmer lautet Kreuzbandriss. Just in diesem stellte HSV-Coach Dominik Weber sein System um, vertraute dem gewohnten 4-2-3-1, was der Mannschaft sichtlich Auftrieb gab. „In der Halbzeit war das Knie schon stabiler, wir hoffen, dass es nicht so schlimm ist“, bewertete Waldgirmes-Trainer Daniyel Bulut die Situation seines Mittelstürmers.

Die Statistik:

SC Waldgirmes: Grutza – Siegel, Strack, Lang, Schmidt, Öztürk (69. Ciraci) – Golafra, Azizi – Hartmann, Dalmeida (17. Schneider, 80. Schmitt), Duran.
Hünfelder SV: Ernst – Dücker, Faulstich, Rehm, Häuser (83. Wenzel) – Alles, Rohde, Vogt, Fröhlich (55. Kornagel) – Neidhardt (64. Schuch), Krieger.
Schiedsrichter: Volker Höpp (FSV Dauernheim).
Zuschauer: 300.
Tore: 1:0 Volkan Öztürk (2., Foulelfmeter), 1:1 Niclas Rehm (29.), 2:1 Lucas Hartmann (76.), 1:3 Tolga Duran (90.+2).
Verschossener Foulelfmeter: Maximilian Fröhlich (Hünfeld) scheitert an Fabian Grutza (42.).

Autor: Johannes Götze

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