Schlitz – Von Florian Seelig – www.osthessen-zeitung.de

Erstmals seit fünf Jahren heißt der Kreispokalsieger im Fußballkreis Lauterbach-Hünfeld wieder Hünfelder SV: In Schlitz machte der Hessenligist mit dem Mitte-Kreisoberligisten SG Schlitzerland kurzen Prozess, machte es beim 10:0 (4:0)-Erfolg gar zweistellig und holte sich den letzten Pokal der Lauterbacher Burgbrauerei. Künftig wird auch in Lauterbach-Hünfeld wie überall in Hessen um den Bitburger-Kreispokal gespielt.

Foto: Tamara Görlich

„Dass wir hier zehn Stück bekommen, war natürlich nicht geplant, so hoch wollten wir es nicht machen. Mit dem 4:0 zur Pause war ich eigentlich noch zufrieden. Hinten raus wurde es dann natürlich bitter“, bedauerte Schlitzerlands Spielertrainer Marius Ebert. Gefühlt fast ohne Gegenwehr konnten die Hünfelder sich im zweiten Durchgang immer wieder vors Tor kombinieren und hätten mit etwas mehr Konsequenz das Ergebnis auch noch höher schrauben können als auf 10:0 – so blieb es letztlich bei den Treffern von Max Vogler (57., 59.), Joker Aaron Gadermann (69., 80.), Julian Rohde (72.) und Lukas Budenz (83.). Richtig schön anzusehen war vor allem das 9:0, als Alex Reith den Ball auf Marcel Dücker durchsteckte und Gadermann dessen Flanke humorlos unter die Latte knallte (80.). Nach vorne brachte der Kreisoberligist im zweiten Durchgang allerdings kaum noch etwas zustande, auch der Ex-Hünfelder Marius Hampl agierte wirkungslos. Gefährlich wurde es nur einmal, Florian Rippl hätte fast auf 1:8 verkürzt (72.).

Kein Wunder also, dass HSV-Coach Johannes „Johnny“ Helmke hochzufrieden war – auch wenn, wie bei der SGS, der Fokus auf dem Ligaauftakt am Wochenende liegt: „Natürlich bin ich froh, dass wir die guten Eindrücke und positiven Ergebnisse aus der Vorbereitung nicht kaputt gemacht haben, das wäre ärgerlich gewesen. Man muss aber auch sagen, es in der zweiten Hälfte kaum noch Gegenwehr gab.“

Anders als im ersten Durchgang, als die SGS sich gerade in den ersten 20 Minuten durchaus nach Kräften wehrte, ordentlich verschob und durch Tobias Wahl (8.) und Florian Rippl (38.) immerhin zwei durchaus ordentliche Möglichkeiten hatte. Der Unterschied zwischen Hessenliga und Kreisoberliga wurde aber von Anfang an deutlich, auch wenn dem HSV in der Anfangsphase die allerletzte Konsequenz im Abschluss und die zündende Idee fehlte.

Mit dem ersten schönen Spielzug ging der Favorit dann aber auch hochverdient in Führung: Andre Vogt war auf die Grundlinie durchmarschiert, seine Hereingabe verwertete der eingelaufene Julian Rohde überlegt (23.). Nach starker Seitenverlagerung von Vogt auf Marcel Dücker köpfte der engagierte Max Vogler dann Dückers Flanke sehenswert zum 0:2 ein (28.), nur kurz darauf zimmerte mit Christoph Sternstein ein weiterer Neuzugang den Ball aus 20 Metern aus der Drehung rechts in den Winkel (35.). Quasi mit dem Pausenpfiff gelang Vogt überlegt sogar noch das 0:4 (45.) – damit war die Messe schon zur Pause gelesen, nach dem Seitenwechsel konnte einem die SGS fast schon leidtun.

Am Ende durfte sich der HSV über den letzten Pokal der Lauterbacher Burgbrauerei freuen, künftig wird auch im Kreis Lauterbach-Hünfeld um den Bitburger-Kreispokal gespielt. Das schmeckt dem Kreisfußballausschuss nicht wirklich, wie an den Worten von Ernst Böhle vor Spielbeginn zu spüren war – immerhin bleibe die Burgbrauerei dem Kreisfußballausschuss aber als Sponsor erhalten.

Schlitzerland: Treder – Lohse (46. Post), Trabes, Ebert, Kurz – Hahn, Schmier – Hampl, Wahl (85. Tommaso, Rippl – Kahraman (67. Schäfer).

Hünfelder SV. Brunner – Dücker, Faulstich, Häuserr, Vogt (46. J. Budenz) – Alles, L. Budenz – Sternstein (62. Reith), Rohde, Kreiger – Vogler (62. Gadermann).  

Schiedsrichter: Jan-Philipp Finkler (Wölfershausen)

Tore: 0:1 Julian Rohde (23.), 0:2 Max Vogler (28.), 0:3 Christoph Sternstein (35.), 0.4 Andre Vogt (45.), 0:5 Max Vogler (57.), 0:6 Max Vogler (59.), 0:7 Aaron Gadermann (68.), 0:8 Julian Rohde (72.), 0:9 Aaron Gadermann (80.), 0:10 Lukas Budenz (83.)

Zuschauer: 220.