Hessenliga: Nach Heimpleiten schauen HSV und Buchonia schnell nach vorne

Nach der 1:3-Pleite gegen Türk Gücü Friedberg war Hünfelds Trainer am Boden zerstört, weil sein Team deutlich mehr verdient hätte. Aber Dominik Weber verpasste es nicht, seinem Gegenüber nach seinem Debüt als alleinverantwortlichem Coach zu gratulieren. Nicht nur zum Sieg in Hünfeld, sondern auch zum Sieger des Spieltags. Denn punkteten in den vergangenen Wochen Spieltag für Spieltag eine Reihe an Kellerkindern, schauten sie am Samstag außer Türk Gücü ausschließlich in die Röhre. Weber beklagte daher, dass den Seinigen dieser moralische und tabellarische Schub verwehrt blieb, zog aber daraus direkt die positiven Aspekte und rechnete in der Pressekonferenz vor, wie nah noch immer alles beisammen sei. Da trifft es sich fast gut, dass Hünfeld zum nächsten Kellerduell reisen darf. Nach Lohfelden. Die vergangenen drei Auswärtsspiele gewann der HSV: „Und warum sollen wir auch nicht nächste Woche gewinnen“, fragte Weber daher in die Runde.

Anschließend versuchte er die Gemütslage seines Teams zu umschreiben: „Ich glaube, dass sie sich jetzt gerade ungefähr so fühlen, wie Paris St. Germain als das urplötzliche und total unverdiente Aus in der Champions League gegen Manchester United stand. Mir tuen die Jungs total leid, weil sie bis zum Sechzehner ein einwandfreies Spiel abgeliefert haben.“ Hünfelds Fußballchef Mario Rohde schlug in die selbe Kerbe, lobte die Leistung und bemühte sich in seinem Statement den passenden Schlussworten: „Kopf hoch, auch wenn der Hals dreckig ist.“

Flieden braucht offenbar den Druck

„Wir brauchen offenbar den Druck, um 100 Prozent aus uns rauszuholen“, lautete derweil die Erkenntnis von Fliedens Coach Zlatko Radic nach der unglücklichen, aber keineswegs unverdienten 2:3-Niederlage gegen den VfB Ginsheim. Anders als die Hünfelder ist die Fliedener Brust in den letzten Wochen vor allem durch die starken Ergebnisse zu Hause angeschwollen, nun ist die Siegesserie am Weiher gerissen. Vehement hatte Radic vor dem Spiel die gleiche Einstellung wie bei den jüngsten fünf Heimsiegen gefordert, eindringlich vor den schnellen Offensivleuten der Mannen vom Mainspitzdreieck gewarnt. Geholfen hat es nichts: Die Ginsheimer, die ihren ausgedünnten Kader mit einem sehr spielstarken und offensiven Stil wettmachten, waren über die komplette Distanz die bessere Mannschaft. Und sie demonstrierten, dass sie trotz oder vielleicht gerade wegen des Umbruchs nie im Leben absteigen werden. Deshalb betonte Radic auch, dass das 2:3 kein Beinbruch gewesen sei, verwies allerdings gleichermaßen auf die große Bedeutung des nächsten Abstiegsthrillers kommende Woche in Bad Vilbel. / jg, hall

HSV-Trainer Dominik Weber (rechts) tauschte diesmal Trainingsanzug gegen feinen Zwirn – Glück brachte das nicht. Foto: Siggi Larbig

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