Fulda (le) – www.osthessen-zeitung.de

Fußball-Hessenligist Hünfelder SV hat sich im Testspiel gegen die eine Spielklasse niedriger beheimatete SG Johannesberg mit 6:3 (2:3) durchgesetzt. Während die Zuschauer in der ersten Halbzeit ein Spiel auf Augenhöhe sahen, zeigte der Hessenligist im zweiten Durchgang seine ganze Klasse und siegte schließlich vor allem aufgrund einer bärenstarken Schlussphase verdient.

„Wir mussten heute insgesamt neun Mann ersetzen, aber haben das trotzdem sehr gut gemacht und alles gegeben. Dafür verdient die Mannschaft meinen größten Respekt“, zeigt sich Johannesbergs Trainer Zeljko Karamatic hochzufrieden mit der Leistung seiner Notelf, die dem HSV insbesondere in der ersten Hälfte ordentlich Paroli bot. Mit einem wunderschönen Volleyschuss aus 25 Metern brachte Niklas Odenwald den Gastgeber früh in Führung, nur zehn Minuten später legte Cosmin Calin den zweiten Treffer nach. Bei den Gästen hingegen lief im ersten Durchgang nicht viel zusammen, wie auch Hünfelds Coach Johannes Helmke feststellen muss: „Wir haben am Anfang eine neue taktische Grundordnung ausprobiert, da haben die Mechanismen noch nicht gegriffen.“

Dass die Gäste trotz großer Schwierigkeiten aber bereits nach 38 Minuten zum 2:2 ausgleichen durften, hatten sie vor allem dem Gegner zu verdanken, der sich durch zwei individuelle Fehler im Aufbauspiel selbst um die hart erarbeitete Führung brachte. „Daran müssen wir in den letzten zwei Wochen der Vorbereitung auf jeden Fall noch arbeiten. Diese Fehler dürfen uns nicht passieren“, erklärt Karamatic, dessen Team aber ebenfalls von einem groben Schnitzer des Gegners profitieren konnte, als Steffen Witzel den Ball kurz vor dem Pausenpfiff zur 3:2-Führung für Johannesberg ins eigene Tor köpfte.

Im zweiten Durchgang sahen die Zuschauer dann einen deutlich präsenteren Hünfelder SV, der nach der missglückten ersten Halbzeit wieder zum gewohnten 4-2-3-1-System zurückkehrte. Der Verbandsligist versuchte zwar mit allen Mitteln dagegen zu halten, hatte aber mit zunehmend schwindenden Kräften zu kämpfen. Hinzu kam beim Gastgeber auch noch eine ordentliche Portion Pech: Nach einer wunderschönen Kombination über die linke Seite scheiterte Tomas Di Risio zunächst völlig freistehend an Keeper Fabian Brunner. Im direkten Gegenzug wurde die mangelnde Chancenverwertung dann durch den Treffer von Max Vogler eiskalt bestraft. Vom Ausgleichstreffer beflügelt hatte Hünfeld in der Folge die deutlich größeren Spielanteile, während Johannesberg versuchte, über lange Bälle und Konter für Entlastung zu sorgen. „Wir sind dann deutlich besser in die Zweikämpfe gekommen und die Abstimmung hat viel besser funktioniert“, zeigt sich Helmke mit dem Auftritt seiner Mannschaft nach dem Seitenwechsel zufrieden, sieht aber an einigen Stellen noch Verbesserungsbedarf: „Wir müssen in den letzen Wochen der Vorbereitung auf jeden Fall noch an der Absicherung in der Defensive arbeiten und die unnötigen Ballverluste abstellen.“ Das gelang insbesondere in der Schlussphase schon richtig gut, als der HSV auch im Offensivspiel die nötige Durchschlagskraft an den Tag legte und das Ergebnis gegen platte Johannesberger noch ordentlich in die Höhe schrauben konnte. „Am Ende hat man dann ganz deutlich gesehen, dass bei uns die Kräfte einfach weg waren, aber von dieser Phase mal abgesehen haben wir insgesamt sehr wenig zugelassen und uns auch einige gute Chancen herausgespielt“, blickt Karamatic auf starke 80 Minuten seiner Mannschaft zurück.                   

Johannesberg: Hofacker; Weldnetnsae, Milankovic, Calin, Odenwald (46. Brylski), Leucuta, di Risio (61. Schneider), Zelenika (86. Abdi Shakur), Hartung, L. Schwarz, R. Schwarz.

Hünfeld: Brunner; Vogler, Dücker (46. J. Budenz), Vogt, Rohde (46. Faulstich), Fröhlich (46. Sternstein), Krieger, Witzel, Gadermann (46. Reith), Alles, Wenzel.

Schiedsrichter: Daniel Bittner (Fränkisch-Crumbach)

Tore: 1:0 Niklas Odenwald (6.), 2:0 Cosmin Calin (16.), 2:1 Maximilian Fröhlich (33.), 2:2 Max Vogler (38.), 3:2 Steffen Witzel (45., Eigentor), 3:3 Max Vogler (54.), 3:4 Andre Vogt (83.), 3:5 Christoph Sternstein (88.), 3:6 Kevin Krieger (90.)

Zuschauer: 150.