Der bislang beste Gegner ist eine Klasse stärker

Eine von Maximilian Fröhlichs Topchancen, aber Ioannis Takidis zeigt einen klasse Reflex. Foto: Siggi Larbig

Nach zuletzt zwei Zu-Null-Siegen in Hadamar und gegen Zeilsheim hingen die Trauben gegen die individuell stark besetzten Hanauer schon vor Anpfiff für den Hünfelder SV hoch. Zu hoch, wie sich herausstellen sollte. Mit einem am Ende zu deutlichen 4:0 (1:0) siegten die 93er.

Weil das Licht in der heimischen Heinrich-Sonnrein-Sportanlage, benannt nach einem ehemaligen Nationalspieler der 93er, nicht ausreichend ist, wich der Traditionsclub auf einen relativ kleinen Kunstrasenplatz nach Maintal aus. Dort veränderte HSV-Trainer Johannes Helmke sein Team zweimal: Franz Faulstich und Christoph Sternstein kehrten in die erste Elf zurück. Und auch sie mussten sich ganz schnell an Hochgeschwindigkeitsfußball gewöhnen. Der Platz kam den durchweg technisch hochbegabten Gastgebern entgegen, mit teilweise rasend schnellem One-Touch-Fußball spielten sie die Hünfelder oft auseinander.

Doch Hünfeld hielt phasenweise auch stark dagegen, betrieb erneut einen immens hohen Laufwand und hätte Mitte der zweiten Halbzeit gar an einem Punkt schnuppern können. Dreimal hatte der diesmal glücklose Linksaußen Maximilian Fröhlich Möglichkeiten auf das mögliche 1:1. Die größte verhinderte Dominique Jourdan auf der Linie stehend (70.). Zwei Minuten später entschied auf der Gegenseite Patrick Gischewski das Spiel im Konter. Auf das 2:0 hatte Hanau lange zielstrebig gespielt, vergab nach Varol Akgöz‘ frühem Treffer, bei dem der sonst starke HSV-Keeper Fabian Brunner energischer hätte aus dem Tor kommen können, aber mindestens ein halbes Dutzend guter Gelegenheiten.

Und so fiel das Fazit der Hünfelder gemischt aus. Mit der Leistung, so sagte Fußballchef Mario Rohde, könne man zufrieden sein. Sowohl spielerisch als auch läuferisch. Aber letztlich sei der Gegner mit seiner Qualität überlegen gewesen. „Da hätte für Punkte schon alles passen müssen“, resümierten Rohde und auch Helmke schon kurz vor Abpfiff im Zwiegespräch. Dass das Spiel 103 statt 90 Minuten dauerte, lag an einer Schulterverletzung von Gianluca Alessandro und anschließendem Transport ins Krankenhaus. Alessandro und vor allem Rico Kaiser überzeugten auf der rechten Seite, vorne traf Akgöz doppelt und hinten hielt Spielertrainer Michael Fink den Laden zusammen.

Die Statistik:

Hanau 93: Takidis– Kaiser, Jourdan, Fink, Sejdovic – Ünal, Abdul – Alessandro (28. Gogol), Gischewski (74. Suljic), Bejic (81. Ries) – Akgöz.
Hünfelder SV: Brunner – Dücker, Faulstich, Witzel, Vogt – Gadermann (57. Alles), Budenz (77. Schuch) – Sternstein (66. Krieger), Rohde, Fröhlich – Reith.
Schiesrichter: Christian Ballweg (SKG Bickenbach).
Zuschauer: 150.
Tore: 1:0 Varol Akgöz (11.), 2:0 Patrick Gischewski (72.), 3:0 Varol Akgöz (80., Foulelfmeter), 4:0 Ghani Wessam Abdul (90.).

Johannes Götze