Hessenliga: Nächstes wegweisendes Spiel

 

Hünfelds Maximilian Fröhlich (links, im Hinspiel gegen Lohfeldens Janik Szczygiel) kann derzeit nur eingeschränkt oder gar nicht trainieren und musste daher zuletzt mit der Rolle auf der Bank vorlieb nehmen. Foto: Siggi Larbig

Auswärts eilt der Hünfelder SV von Sieg zu Sieg, zuhause der FSC Lohfelden. Beide Teams holten im neuen Jahr zehn Punkte, liegen in der Tabelle vier auseinander. Während der FSC gewillt sein wird, dem HSV am Samstag (15 Uhr) vor heimischem Publikum endgültig zu enteilen, wollen die Zuse-Städter dem FSC unbedingt auf die Pelle rücken.

Ausgangslage

Der Abstiegskampf geht für beide Teams in die x-te Runde. War dies beim Hünfelder SV vorauszusehen, gilt LohfeldenJahr für Jahr als Wundertüte: Wird mal Sechster (2013) oder Vierter (2016), um sich im Jahr darauf direkt wieder mit der Verbandsliga beschäftigen zu müssen. Die besseren Voraussetzungen auf den Klassenerhalt stehen aktuell eindeutig dem FSC zu Gesicht, der jüngst einen Achtungserfolg beim FC Eddersheim (0:0) erzielen konnte. Bei Hünfeld war in diesen Tagen hingegen Wunden lecken angesagt, schließlich musste die höchst unnötige 1:3-Pleite gegen Türk Gücü Friedberg aus den Köpfen. Nun soll die Auswärtsstärke dafür sorgen, dass am Samstag nicht der erste Sargnagel eingehämmert werden muss.

Wissenswertes zum Spiel

Hünfelds Fußballchef Mario Rohde ist sich der Bedeutung der Partie bewusst. Als „Endspiel“ tituliert er das Gastspiel und stellt sogleich fest, „dass wir geradliniger, effizienter und zielstrebiger als zuletzt agieren müssen“. Für ihn steht außer Frage, dass seine Mannen die anderen im Abstiegskampf geforderten Tugenden wie Leidenschaft, Herz und Kampfgeist aktuell stimmen und die jüngste Niederlage gegen Türk Gücü Friedberg keine bleibenden Spuren im Kopf hinterlassen hätte. Mittelstürmer Florian Münkel und Keeper Sebastian Ernst sind wieder an Bord, dafür muss Abwehrchef Niclas Rehm wohl passen, nachdem er gegen Türk Gücü kurz vor Schluss einen heftigen Schlag auf den Fuß abbekam.

Der Gegner

Trainer Alfons Noja ist mit 30 Jahren der jüngste Coach der Hessenliga – und gleich in seinem ersten Jahr muss er beweisen, dass er Abstiegskampf kann. Das liegt allerdings nicht an fehlender Heimstärke: Während der FSC im neuen Jahr noch nicht ein Tor auf fremdem Platz zustandebringen konnte, stehen neun Punkte aus drei Heimspielen gegenüber. Diese wurden gegen Neu-Isenburg, Ederbergland und Griesheim eingefahren – gegen jene drei Gegner gewann der HSV ebenfalls in 2019. Jedoch stets auf fremdem Geläuf. Besonderes Augenmerk müssen die Hünfelder auf die beiden Ex-Vellmarer Nasuf Zukorlic (8 Tore) und Enis Salkovic (6 Tore) legen, die mit Spielwitz bestechen und als gelernte Mittelfeldspieler für 14 der 37 Lohfeldener Treffer Sorge tragen.

Statistiken

Das letzte Gastspiel im Kassler Süden liegt bereits fünfeinhalb Jahre zurück: Seinerzeit siegte der HSV mit 4:1 und noch heute sind mit Sebastian Alles sowie Christoph Neidhardt zwei Torschützen von einst für die Haunestädter aktiv. Im Hinspiel verpasste der HSV aufgrund einer Nullnummer den historischen vierten Hessenliga-Sieg in Serie. Nun winkt ebenfalls Historisches: Viermal auswärts gewann der HSV noch in Serie in Hessens höchster Liga.

Autor: Johannes Götze