Neidhardt heiratet / Schaub droht auszufallen

Längst zum guten Ton des Hessenliga-Spielplans gehören die Derbys zum Saisonstart – und gen Osthessen schielen die Konkurrenten aus Nord, Süd und West nicht selten mit großen Augen, schließlich sind die Zuschauerzahlen oft einzigartig. Diesmal gastiert zum Start Buchonia Flieden bei Aufsteiger Hünfeld. Am Samstag um 17 Uhr fällt die Klappe auf der Rhönkampfbahn.

„Wir sind euphorisch“, sagt HSV-Trainer Dominik Weber, der sich trotz eines knackigen Auftaktprogramms den Schwung des Meistertitels bewahren will. Dementsprechend wichtig ist der Start – und da gilt es an ein paar Stellschrauben zu drehen, die in den Vorbereitungsspielen teilweise noch nicht gepasst hatten, beispielsweise die Organisation auf dem Feld. „Manchmal weil wir müde waren, manchmal wegen der vielen Wechsel. Klar ist, dass wir das in der Hessenliga von Anfang an hinbekommen müssen“, verdeutlicht Weber, der allein von den Spielertypen auf Kombinationsfußball setzen muss, weil dem Team teilweise die Körperlichkeit abgeht.

Flieden ist dahingehend gleich eine Hausnummer. In Sachen Physis müssen wir einen Schritt nach vorne machen“, sagt Weber im Bewusstsein, dass seine Spieler dafür auf anderen Ebenen punkten können, insbesondere wenn der Ball flach durch die eigenen Reihen läuft. Ob Weber dafür auf eine Dreier- oder Viererkette setzt? Noch nicht entschieden. „Ich bin froh, dass wir nach der Vorbereitung beide Systeme können. Es war wichtig, mehr Variabilität ins Spiel zu bringen, weil wir uns im Gegensatz zur Verbandsliga auch mehr nach dem Gegner richten und dementsprechend aufstellen.“

„Wir werden bei Fabian kein Risiko eingehen“

Webers Gegenüber Meik Voll sagt, „dass ich nach Leistung, Bauchgefühl und Gegner aufstellen werde“. Dementsprechend seien personelle Überraschungen zu erwarten. Und auch taktische? Viel deutet auf ein 4-2-3-1 bei Ballbesitz hin, das in ein 4-4-2 in der Defensivarbeit umgestellt wird. Doch auch am frisch einstudierten 4-1-3-2 findet Voll Gefallen. „Entscheidend wird aber ohnehin sein, dass die Spieler bei den Temperaturen über 90 Minuten gehen können, und die möglichen Einwechselspieler heiß sind.“ Körperlich befände sich sein Team in einer top Verfassung, nur spielerisch wisse Voll nicht genau, wie weit es bereits ist.

Beim HSV sind alle Spieler fit, allerdings fehlt Christoph Neidhardt, der am Samstag vor den Traualtar tritt. Die Fliedener müssen wohl die komplette Saison auf Jonas Lembach (Kreuzband­riss) verzichten, für Kemal Sarvan und Mike Weismantel kommen Einsätze zu früh. Fraglich ist zudem Torjäger Fabian Schaub, der an einer Einblutung in der Wade leidet. „Wir werden bei Fabian kein Risiko eingehen“, betont Voll, warnt allerdings schon mal den Gegner, „dass es fatal wäre, uns an ihm festzumachen, weil wir in der Breite an Qualität gewonnen haben“. Doch egal wie die Aufstellung lautet, beide Trainer sind heiß und fiebern einem Fußballfest entgegen. HSV-Abteilungsleiter Mario Rohde vermeldet dahingehend: „Alles gerichtet. Wir hoffen auf 1500 Zuschauer.“

Autor: Johannes Götze

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