Noch sind es nur Lukas Budenz (von links) und Max Vogler, die Torschütze André Vogt feiern. Sekunden später lag die ganze Mannschaft auf Vogt. Fotos: Siggi Larbig

Sinnbildlich für das, was Hünfeld bis dato in dieser Saison gefehlt hatte, diente André Vogts 2:0, die Entstehung zuvor und der kollektive Jubel danach. Die HSVler begruben Vogt unter sich und kehrten den Frust der Vorwochen um.

Vogt traf per direktem Freistoß aus 18 Metern: er hatte einfach draufgehalten, der Ball wurde abgefälscht und fand irgendwie den Weg ins Tor. Der HSV hatte Glück, wie auch schon bei der Entstehung des Freistoßes, den Christoph Sternstein – positiv formuliert – geschickt herausgeholt hatte. In den Wochen zuvor noch musste Hünfeld oft Genickschläge einstecken, verspielte zweimal eine Führung in den Schlussminuten, verpasste einmal den Siegtreffer und einmal den Ausgleich in der Nachspielzeit und musste gegen das Neuhof das 0:1 kurz vor Schluss hinnehmen.

Doch diesmal erarbeitete sich Hünfeld das Glück, gestaltete schon Halbzeit eins bei Spitzenteam Hadamar ausgeglichen und entnervte den Gastgeber in der zweiten Halbzeit völlig. Mit hoher Aggressivität und noch höherer Laufbereitschaft bestimmte Hünfeld die Partie und setzte auch spielerisch die Akzente – so wie beim in der Luft liegenden 1:0. Kilometerfresser Alexander Reith eroberte den Ball, Lukas Budenz schaltete schnell und Kevin Krieger legte für Julian Rohde auf. Für Krieger wirkte die Vorlage nach langer Verletzungspause befreiend.

Faulstich muss zuschauen

Kapitän Julian Rohde (Zweiter von Rechts) feiert seinen Treffer mit Alexander Reith (von links), Kevin Krieger und Maximilian Fröhlich.

Für Budenz war der tödliche Pass hingegen Genugtuung. Lange stand er auf dem Abstellgleis, scheint sich nun auf der Sechs festgespielt zu haben. „Keine Ausreden mehr“, sagte er und meinte damit auch und vor allem sich selbst, schließlich hatte er in den Vorjahren oft das Training aufgrund eines betrieblichen Studiums absagen müssen, zog diesmal aber die Vorbereitung durch und stellte in Hadamar unter Beweis, warum er noch immer ein wichtiger Baustein des Kaders ist.

Doch vielmehr, so wie es sich für einen Spieler gehört, der seit Jugendjahren in Hünfeld spielt, stellte Budenz den Mannschaftserfolg an erste Stelle. Der Sieg sei natürlich wichtig für die Mannschaft, aber auch aufgrund des Spiels, der Leidenschaft und des Verlaufs hochverdient.

Wermutstropfen, keine Frage, war die überzogene Gelb-Rote Karte gegen Innenverteidiger Franz Faulstich, der somit am Samstag gegen Zeilsheim fehlt. Im Hessenpokal am Mittwoch in Bebra kann er die Sperre nicht absitzen.