Verbandsliga: Hünfelder Wiederaufstieg scheint wahrscheinlich

 

Der Abstieg aus der Hessenliga nach nur einer Saison war im vergangenen Sommer besonders deshalb so bitter für den Hünfelder SV, weil er absolut vermeidbar war. Dementsprechend überrascht es nicht, dass die Truppe von Dominik Weber als Verbandsliga-Wintermeister auf bestem Wege zurück ins hessische Oberhaus ist.

So lief die bisherige Runde:

Bei im Schnitt fast 2,5 Punkten, mehr als drei geschossenen Treffern und weniger als einem kassierten Tor ist der HSV in allen Belangen spitze, auch hat niemand so selten verloren wie die Haunestädter (zwei Pleiten). Dennoch stand Hünfeld zwischen dem 4. und 15. Spieltag nicht ganz oben, weil die Konkurrenz – insbesondere aus Flieden und Johannesberg – auf enorm hohem Niveau agierte. Der HSV verlor dagegen deutlich in Johannesberg (0:3) und völlig überraschend bei Neuling Türkgücü Kassel (1:2). Im Herbst zeigte die Weber-Elf dann aber ihre wahre Stärke und war insbesondere in den Topspielen voll da. Siege gegen Flieden (4:1), Sand (3:2) und Johannesberg (4:0) machten den Weg frei zur Wintermeisterschaft und einem Vier-Punkte-Polster auf Rang zwei.

 

So haben die Neuzugänge eingeschlagen:

Königstransfer war zweifelsohne Alexander Reith, der von der SG Barockstadt den Weg zurück an die Rhönkampfbahn fand. Und der 29-Jährige erfüllte die großen Erwartungen mit zunehmender Dauer immer mehr, sechs Tore und neun Assists ist eine starke Bilanz für den offensiven Mittelfeldspieler, der oft als „falsche Neun“ zum Einsatz kam. Die weiteren externen Neuzugänge Jonas Budenz (A-Junioren JSG Nüsttal/Hofbieber/Dammersbach) und Levin Baumgart (Dittlofrod/Körnbach) brauchen noch Zeit, sich an das Verbandsliga-Spitzenniveau zu gewöhnen, was angesichts ihres jungen Alters aber auch nicht überraschend kommt. Ein Vorbild der beiden könnte Aaron Gadermann sein. Der 21-Jährige schaffte über die zweite Mannschaft den Sprung zum Stammspieler und ist aus dem zentralen Mittelfeld kaum noch wegzudenken.

In Erinnerung bleibt:

Insbesondere die fulminanten Leistungen in den jüngsten Topspielen gegen Johannesberg und Flieden, als sich der HSV besser präsentierte war als noch zur letztjährigen Hessenliga-Zeit. Allerdings wurde jüngst der Sieg auf Kunstrasen bei der TSG Sandershausen teuer bezahlt, als sich Kevin Krieger den Knöchel brach. Da mit dem zuletzt starken Daniel Kornagel (wird Profi in Australien) ein weiterer Offensivmann weg fällt, stehen vorne nicht mehr allzu viele Optionen parat. Das war in der Hinrunde in der Defensive so, weshalb Coach Weber die Rückkehr von Innenverteidiger Franz Faulstich nach Auslandssemester begrüßen dürfte.

Ausblick:

Stand jetzt ist der Hünfelder SV der absolute Top-Favorit auf die Verbandsliga-Meisterschaft. Die direkte Rückkehr in die Hessenliga würde auch den perfekten Abschied für Trainer Dominik Weber bedeuten, der im Sommer nach sieben Jahren sein Amt niederlegen wird. Ein Selbstläufer wird der Titelkampf aber keineswegs, zu stark ist in diesem Jahr die Konkurrenz, schließlich haben gleich fünf Teams einen Punkteschnitt von über 2 – den der HSV in der letzten Meistersaison 2017/18 als einzige Mannschaft hatte. Ein Schlüsselspiel wird bereits die zweite Restrundenbegegnung beim Zweiten Willingen, auch die letzten Auswährtspartien in Weidenhausen, Sand und Vellmar stellen hohe Hürden dar. Spielt Hünfeld im Frühjahr aber wie im Herbst, ist der Titelgewinn wahrscheinlich.