Dritter Innenverteidiger verabschiedet sich

Rolf Canisius sorgte am Sonntag für mächtig Verwirrung, denn der Stadionsprecher auf der Hünfelder Rhönkampfbahn verabschiedete nach Abpfiff Innenverteidiger Franz Faulstich. Für immer, so hörte sich es für den unwissenden Zuschauer an. Die fragenden Blicke auf der Tribüne waren gewiss, Faulstich selbst genoss zumindest den Beifall.
Und so sah sich HSV-Coach Dominik Weber auf der Pressekonferenz genötigt, ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen. „Drei Monate ist er weg, im Dezember ja schon wieder da.“ In der Zwischenzeit bestreitet der gebürtige Hilderser ein Auslandssemester in den USA. Und obwohl Faulstich dann wieder zur Verfügung stehen wird, wird er dennoch schmerzlich vermisst, schließlich fallen Weber mit Niclas Rehm (Kreuzbandriss) und Sebastian Schuch (Kahnbein- und Knöchelbruch) bereits zwei Innenverteidiger aus. Weber hatte Mittelstürmer Schuch mit Beginn der Vorbereitung umfunktionieren wollen, weil auch da schon Faulstichs vorübergehendes Fehlen festgestanden hatte. Rehms zweiter Kreuzbandriss kam gegen Ende der Vorbereitung noch hinzu. 
„Fakt ist, dass jetzt auf dieser Position gar nichts mehr passieren darf“, sagt Weber, der zumindest auf eine Konstante bauen kann. Doch wer neben Vize-Kapitän Steffen Witzel im nächsten Spiel verteidigen wird, ist offen: Beide derzeit gesetzten Außenverteidiger, Marcel Dücker und Nicolas Häuser, sind genauso denkbar wie Jonas Budenz, der in der zweiten Mannschaft in den ersten Spielen einen guten Job verrichtete. 

Jonas Budenz drängt genauso wie sein Bruder Lukas, Aaron Gadermann oder Andé Vogt vehement Richtung Startelf. Beste Chancen dafür kann sich wohl Vogt ausrechnen, der seine halbstündige Chance am Sonntag nutzte. Zwei Tore plus Vorlage standen auf seinem Arbeitsnachweis. „Er hat das gut gemacht“, sagt Weber, der gleichzeitig darauf verweist, „dass wir jetzt zehn Tage bis zum nächsten Spiel haben und sich bis dahin alle Spieler beweisen dürfen“. 

Hünfeld ist am kommenden Wochenende spielfrei, will sich aber nicht auf dem nicht zu bewertenden 8:1-Sieg gegen Hombressen/Udenhausen ausruhen. Der Vergleich am Sonntag förderte erneut den eklatanten Leistungsunterschied in der Verbandsliga zu Tage. „Wobei ich das ein wenig differenzieren möchte, weil Körle nach dem 0:7 bei uns nachher 0:0 in Sand gespielt und nur knapp in Flieden verloren hat. Aber ich glaube schon, dass gerade zu Hause eine solide Leistung ausreicht, um gegen einige Mannschaften zu gewinnen“, so der Coach. Warum das so ist, liegt für Weber in den Ligastrukturen begründet. „Durch die Konstellation, dass vier Teams aus den zwei Kassler Gruppenligen aufgestiegen sind, dort aber durch eben die zwei Ligen die Qualität nicht so hoch wie in unserer Gruppenliga ist, ist es fast normal, dass die Unterschiede groß sind.“ Weber erörtere jenes Thema nach Abpfiff mit FT-Trainer Romeo Andrijasevic. Und beide stellten dabei ebenfalls fest, dass eben schon ein Hünfelder in herausragender Form reicht, um einen Gegner zu sezieren. In diesem Falle hieß er Maximilian Fröhlich.

Autor: Johannes Götze

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