Thema zweite Mannschaften: HSV war der Gelackmeierte

Der TSV Lehnerz II hat sie in den vergangenen drei Wochen alle gehabt. Sand, Flieden und Hünfeld. Die Top drei der Verbandsliga. Während das Team von Sedat Gören in Sand (0:2) und gegen Flieden (0:3) chancenlos war, wurde der HSV deutlich mit 5:1 in die Schranken verwiesen. Ein, wenn nicht der augenscheinliche Grund: Die Aufstellungen.
Als Hünfeld baden ging, griff sich nachher Kapitän Niclas Rehm das Mikrofon und stellte fest: „Wenn man gesehen hat, wer bei Lehnerz alles gespielt hat, dann war es schon vorher klar, dass es schwer wird.“ Aus dem ursprünglich für die Hessenliga geplanten Kader spielte am Samstag in Sand einzig Luca Gaul, gegen Flieden am Montag nur Lukas Marvin Friedrich. Vor gut zwei Wochen in Hünfeld las sich die Aufstellung da etwas anders: Renato Tusha, Luca Gaul, Christoph Sternstein, David Wollny und André Herr spielten von Beginn an, Lukas Marvin Friedrich sowie Benjamin Mwanza kamen gar noch von der Bank.

„Natürlich ist es absolut ärgerlich, Lehnerz mit so einer Mannschaft zu erwischen. Hätten Sternstein, Wollny und Tusha nicht gespielt, hätten wir sicherlich auch nicht 1:5 verloren“, sagt HSV-Trainer Dominik Weber, der allerdings ganz klar zu verstehen gibt: „Lehnerz kann auch nichts dafür. Bei unserer zweiten Mannschaft verhält es sich ja ähnlich: Gegen Gersfeld vor zwei Wochen haben wir eine ganz starke Mannschaft und gewinnen 5:0, am Samstag musste ich selbst im Sturm spielen und wir verlieren 2:4 gegen den Letzten.“

Randnotiz: Weber machte als „Neuner“ eine Halbzeit lang ein ganz starkes Spiel, bereitete gegen Wartenberg/Bad Salzschlirf auch das Tor von Florian Völker vor, vergab allerdings auch zwei Hochkaräter. Die Personalnot war so groß, dass sich auch Mario Rohde, Trainer der zweiten Mannschaft, als zweiter verbliebender Ersatzspieler schon aufwärmte, sich dann allerdings nicht mehr brachte. Ähnliches machte nun eben auch Lehnerz II durch, wo Spieler wie Thomas Kreutzer aus der dritten Mannschaft aushelfen mussten.

Insgesamt sei es laut Weber schwierig einen vernünftigen Weg zu finden, er könne allerdings mit dem Vorschlag der Abschaffung von Reserven in Konkurrenz mehr als nur leben: „Generell ist es ja so, dass es attraktiver ist, gegen erste Mannschaften zu spielen. Auch zuschauertechnisch kommt da mehr bei herum. So muss man aktuell Glück haben, wer von einer ersten Mannschaften durchgereicht wird oder auch nicht. Eine Rückkehr zur Reserverunde wäre zweckmäßig.“ Weber blickt dabei auch auf die kleineren Vereine, die ohnehin Mühe haben, Mannschaften zu stellen, zählt Faktoren wie „Heimspieltage“ auf und denkt in allererster Linie an deinen eigenen Heimatverein, auch Germania Kirchhasel musste diese Saison schon einmal absagen.
Autor: Johannes Götze

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