Bad Soden (pf) – www.ostjessen-zeitung.de

Hochklassiger Fußball, sechs Tore, aber kein Sieger: Im osthessischen Duell der Fußball-Verbandsliga haben sich die SG Bad Soden und Spitzenreiter Hünfelder SV am Samstag 3:3 (2:2)-Unentschieden getrennt.

„Es war für die Zuschauer ein super Spiel. Beide Mannschaften haben temporeichen und intensiven Fußball gespielt und ich denke, in der Verbandsliga kriegt man kein besseres Spiel zu sehen“, war Sodens Trainer Anton Römmich nach dem Spektakel an der Bornwiese hellauf begeistert, trauerte allerdings den vielen vergebenen Möglichkeiten seiner Mannschaft hinterher, die dem Sieg letztendlich sogar näher war als der Tabellenführer aus Hünfeld: „Ich bin voll zufrieden mit der Leistung und muss der Mannschaft ein Riesen-Lob aussprechen. Wir waren gut vorbereitet und hatten genau diesen Gegner erwartet. Aber wenn man die vielen Chancen sieht, hätte ich doch gerne gewonnen.“ Vor allem Daniele Fiorentino hatte den Siegtreffer in der Schlussphase mehrfach auf dem Fuß, scheiterte aber meist am überragenden HSV-Keeper Jonas Hosenfeld.

Doch schon zu Beginn der Partie deutete sich an, dass die rund 150 Zuschauer ein wildes Spiel zu sehen bekommen würden: Nach einem satten Schuss von Lars Jordan parierte Hosenfeld zunächst stark, fast im Gegenzug hatte dann Sebastian Schuch das 1:0 für den Tabellenführer auf dem Fuß. Der Hünfelder Stürmer legte sich den Ball allerdings etwas zu weit vor, sodass Jannik Burgstaller gerade so noch zur Ecke klären konnte. Nach einer Flanke von Jordan klingelte es dann zum ersten Mal im HSV-Kasten und Daniele Fiorentino köpfte zur Sodener Führung ein (14.). Lange schienen die Hünfelder überrascht vom frühen Attackieren der Gastgeber, bis Lukas Budenz per abgefälschtem Flachschuss zum Ausgleich traf und damit eine wilde Schlussphase des ersten Durchgangs eröffnete: Zunächst hielt Hosenfeld gegen Marco Di Maria erneut bärenstark, nach einem Hünfelder Konter war es dann Schuch, der die Kugel zur HSV-Führung akrobatisch über die Linie drückte. Quasi mit dem Pausenpfiff kamen die Sprudelkicker dann aber erneut zurück: Diesmal war es Leon Bräuer, der einen Eckball von Teamkollege Lukas Ehlert per Kopf verwertete.

Mit Beginn des zweiten Durchgangs vergab Di Maria nach einer Flanke von Jordan knapp, die Riesenchance zum 3:2 hatte der 29-Jährige dann aber nach etwas mehr als einer Stunde: Freistehend vor Hosenfeld wartete der Sodener viel zu lange, im Gegenzug blieb Maximilian Fröhlich dann eiskalt und köpfte zur erneuten Hünfelder Führung ein. Zwar gelang Di Maria anschließend nach einer Ecke von Ehlert noch der 3:3-Ausgleich, trotz bester Chancen in der Schlussphase mussten sich die Hausherren am Ende aber mit einem Punkt begnügen.

Hochzufrieden mit dem Punktgewinn war auf der anderen Seite Hünfelds Trainer Dominik Weber, der mit seiner Mannschaft weiterhin von der Tabellenspitze grüßt: „Wir haben gegen eine gute Mannschaft auswärts einen Punkt geholt. Am Ende geht das auch in Ordnung, aber es war ärgerlich, dass wir immer wieder zeitnah nach den Führungstreffern den Ausgleich hinnehmen mussten.“ Vor allem mit der Anfälligkeit bei Standards haderte der HSV-Coach, der aber wie sein Gegenüber Anton Römmich ein mitreißendes Spiel sah: „Es war richtig viel Tempo und Feuer drin. Das hat Spaß gemacht – so soll Fußball sein.“ Ein Lob an den HSV musste aber auch Römmich nach der Partie noch loswerden: „Diese Mannschaft wird Meister – und das völlig zurecht. Ihr wird keiner das Wasser reichen können.“

Bad Soden: Soldevilla – Demuth, Bräuer, T. Paulowitsch, Burgstaller – Di Maria, Neiter – Jordan, Ehlert, Krapf (60. K. Paulowitsch) – Fiorentino.

Hünfeld: Hosenfeld – Wenzel, Trabert (70. Faulstich), Häuser, Witzel – Rohde (75. Bambey), Budenz – Neidhardt, Krieger (80. Bublitz), Fröhlihch – Schuch.

Schiedsrichter: Andre Klein (Obertshausen)

Tore: 1:0 Daniele Fiorentino (14.), 1:1 Lukas Budenz (37.), 1:2 Sebastian Schuch (43.), 2:2 Leon Bräuer (45.+2), 2:3 Maximilian Fröhlich (63.), 3:3 Marco Di Maria (66.)

Zuschauer: 150.

Fröhlich 03-2018-1