HSV spielt in Kassel remis

Die Luft war diesmal ein bisschen raus. Und so musste sich der Vizemeister beim KSV Hessen Kassel II mit einem 2:2 (1:1) begnügen. Mit Blick auf die Aufstiegsrunde wird der Hünfelder SV aber wieder ein paar Prozente draufpacken müssen.
„Ich sag mal so: Die Anspannung hat gefehlt. Der letzte Wille, die letzte Bereitschaft den Schritt zu gehen, der einfach nötig ist“, versuchte Coach Dominik Weber die ersten 50 Minuten zu erklären, als sein HSV eigentlich hätte zurückliegen müssen. Das 1:2 war dann jedoch der Wachmacher, Hünfeld dominierte plötzlich und hätte nach Steffen Königs Ausgleich, er traf am langen Pfosten nach klasse Flanke von Niklas Wahl, sogar noch gewinnen können. Beispielsweise hatte Joker König, der erst eine Minute vor seinem Tor kam, nach Ecke Alles und Kopfballvorlage Gensler das 3:2 machen können (87.). „Verdient wäre es aber nicht gewesen“, sagt Weber ehrlich.

Der Gast war nach einer knappen halben Stunde vollkommen überraschend in Führung gegangen: Kapitän Niclas Rehm zog einfach mal aus 40 Metern ab und der Ball lag unter gütiger Mithilfe des Keepers Christoph Winterhagen im Netz. Für Rehm war es der erste Treffer nach 540 Tagen Flaute. Im November 2013, traf er beim SV Wiesbaden doppelt, danach verletzte er sich schwer am Arm und kämpft immer noch mit den Nachwirkungen. „Für Nici hat es mich riesig gefreut, das ist auf jeden Fall super, dass er getroffen hat“, meint Weber.

Ob er Rehm jetzt deswegen öfters als Innenverteidiger aufbieten wird, wurde nicht übermittelt. Der gelernte Stürmer sprang hinten ein, da Steffen Witzel (Cut), Oliver Krenzer (privat verhindert) und Johannes Helmke (Knieprobleme) allesamt passen mussten. „Ich wollte nicht zu viel durcheinander werfen, deswegen habe ich einfach Nici neben Basti Gensler gestellt“, erklärt Weber seine unkonventionelle Maßnahme.

Fest steht mittlerweile auch der erste Gegner der Aufstiegsrunde: An Frohnleichnam geht es zu Viktoria Kelsterbach. Der Mitte-Verbandsligist kann nach der 0:1-Niederlage gegen Germania Schwanheim Spitzenreiter Teutonia Watzenborn-Steinberg nicht mehr abfangen. Drittes Team im Bunde ist Rot-Weiß Frankfurt.

Kassel: Winterhagen; Scherer, Mobarak, Schüler (27. Lee), Ochs, Gülsen, Haidari, Heussner (76. Ndreu), Bredow, Cheberenchuk, Wörner (64. Ecevit).
Hünfeld: Gutberlet – Faust (52. Yildiz), Gensler, Rehm, Link – Trabert (52. Wahl), Budenz – Klüber (82. König), Krieger, Alles – Simon.
Schiedsrichter: Nico Pohl (SG Eder Frankenberg).

Zuschauer: 40.

Tore: 0:1 Niclas Rehm (29.), 1:1 Jens Wörner (36.), 2:1 Tobias Bredow (50.), 2:2 Steffen König (83.).

Kassel-H-15-4