Neuhof/Hünfeld (fs) – www.osthessen-zeitung.de

Die Rollen sind klar verteilt, wenn der SV Neuhof in der Fußball-Verbandsliga am Samstagabend (18.30 Uhr) den Hünfelder SV zum Derby empfängt: Auf der einen Seite der Tabellenletzte, der nach sechs Niederlagen in den ersten sieben Spielen gehörig unter Druck steht – auf der anderen Seite der HSV, der nach zwei ganz starken Auftritten den dritten Sieg in Serie einfahren will, um oben dranzubleiben.

„Fakt ist: Wir stehen mit dem Rücken zur Wand“, weiß Neuhofs Sportlicher Leiter Alexander Bär genau um die weiterhin angespannte Lage in der Kali-Gemeinde. Drei Punkte, 9:28 Tore in sieben Spielen – das sind Werte eines Absteigers. Dass es besser geht, hat die zweifelsohne fußballerisch sehr talentierte Truppe beim 3:2 gegen Schwalmstadt ebenso bewiesen wie beim 2:1-Testspielsieg in Flieden am Mittwoch. Auch wenn die Neuhofer für Bärs Geschmack noch zu viele Torchancen zuließen: „Dass die Mannschaft es kann, wissen alle, aber wir haben ein riesiges Kopfproblem, das müssen wir schnellstens abstellen. Wir verteilen einfach zu viele Geschenke und es ist noch nicht Weihnachten. Wir müssen das schnellstmöglich abstellen, das dürfen wir uns nicht mehr erlauben“, fordert Bär, der betont: „Ich hoffe, dass die Mannschaft das Positive mitnimmt. Wir müssen als Mannschaft über 90 Minuten diszipliniert verteidigen und als Mannschaft funktionieren.“ Dabei könnte gerade die Rückkehr des zuletzt rotgesperrten Nikolcho Gorgiev Gold wert sein: „Er ist ein erfahrener Spieler und hat auch im Testspiel in Flieden ein gutes Spiel gemacht“, erklärt Bär, der allerdings noch um Innenverteidiger Tomislav Labudovic (Zahn-OP) bangt.

Bei HSV-Trainer Dominik Weber wiederum könnte die Stimmung aktuell gar nicht besser sein: Zwei deutliche Siege zuletzt, dazu wurde Weber am Dienstag Vater einer kleinen Tochter – der 36-Jährige schwebt aktuell auf Wolke sieben. Das Training am Mittwoch leitete Co-Trainer Niclas Rehm alleine, schließlich liegt der Fokus bereits auf der Auswärtsaufgabe in Neuhof. „Da ist definitiv Qualität da, Neuhof ist klar besser als der aktuelle Tabellenstand“, warnt Mittelfeldmann Kevin Krieger davor, die Aufgabe auf die leichte Schulter zu nehmen. 10:2 Tore und sechs Punkte stehen aus den vergangenen zwei Spielen zu Buche, dennoch soll jetzt keinesfalls der Schlendrian Einzug halten, mahnt Krieger: „Wir dürfen nicht meinen, dass es von alleine geht. Wir müssen ans Limit gehen und voll fokussiert sein, die Grundtugenden an den Tag legen.“ Dabei überzeugten die Hünfelder vor allem in der Offensive, in der Weber aktuell die Qual der Wahl hat: Spielten in den ersten Spielen noch Maximilian Fröhlich und Sebastian Schuch, bekamen zuletzt Marius Bublitz und Sebastian Körner den Vorzug, in vorderster Front sorgte Christoph Neidhardt für Gefahr. „Neidi macht das vorne überragend mit seiner Schnelligkeit, das kann man gerne so weiterprobieren. Aber wir haben eh einige Optionen, die Auswahl ist riesig. Der Konkurrenzkampf ist aberg ewollt, das kitzelt die letzten Prozente heraus. Wir brauchen eh alle Mann“, weiß Krieger. Zudem sieht es personell richtig rosig aus: Einzig Niklas Wahl fehlt noch verletzt, Tarek Belaarbi absolvierte am Wochenende bereits einen 90-Minuten-Einsatz in der Reserve und hat unter der Woche wie Schuch gut trainiert.

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