Hünfeld (pf) – www.osthessen-zeitung.de

Über die bisherigen 19 Spiele gesehen war der Hünfelder SV das beste Team in der Fußball-Verbandsliga. Die logische Folge: Das Team von Dominik Weber überwintert auf Platz eins und will da auch bis zum Saisonende und Abgang des Trainers bleiben, der aber auch weiß, dass die Arbeit noch lange nicht getan ist.

Das letzte Spiel bei Hombressen/Udenhausen fiel zwar – wie fast zu befürchten war – aus, die Hünfelder hatten die letzte Woche vor der Winterpause aber nochmal dementsprechend gut genutzt, durchtrainiert und das Jahr dann mit einer lockeren Einheit abgeschlossen. „Wir haben alt gegen jung gespielt und nochmal zusammengesessen“, schildert Trainer Dominik Weber, für den es die letzte vorweihnachtliche Ansprache an sein Team war. Der Coach wird im Sommer seinen Posten abgeben, ein Traum wäre natürlich der Abschied mit dem Titel.

Und der HSV macht auch keinen Hehl daraus, dass Platz eins nicht nur jetzt, sondern auch nach 32 Spieltagen stehen soll: „Es wäre vermessen, wenn wir nicht sagen würden, dass wir Erster bleiben wollen“, sagt Weber – wohlwissend, dass aber vielleicht das härteste Stück des Weges noch vor seiner Mannschaft liegt: „Wir spielen noch in Willingen, in Sand, in Vellmar und in Weidenhausen, das sind noch richtige Kaliber“, wollen die Hünfelder nicht überheblich werden: „Wir gehen das demütig an, andere Mannschaften wollen auch noch ein Wörtchen mitreden“.

Was der HSV bisher aber geleistet hat, war über weite Strecken schon meisterlich: Die meisten Siege, die wenigsten Niederlagen, die meisten Tore und die wenigsten Gegentreffer stehen auf dem Statistikzettel. Das 0:3 in Johannesberg Mitte August war eines von wenigen schwachen Spielen, als „Hallowach-Erlebnis“ bezeichnet Weber aber die 1:2-Pleite beim Aufsteiger Türkgücü Kassel: „Die Jungs haben gemerkt, dass wir die Leistung immer auf den Platz bringen müssen, um Punkte zu holen“. Danach lief es dann wie geschmiert: Einen Brocken nach dem anderen räumten die Hünfelder aus dem Weg – und das trotz hintenraus gerade in der Defensive personeller Probleme: Franz Faulstich war im Sommer in die USA aufgebrochen, Niclas Rehm fehlte ohnehin langzeitverletzt, hinzu kamen viele weitere Ausfälle unter anderem von Sebastian Schuch, der als Backup-Innenverteidiger angedacht war. So füllte Andre Vogt regelmäßig und mittlerweile bärenstark mehrere Rollen aus, Christoph Neidhardt fungierte ab und an als Rechtsverteidiger. Offensiv dagegen ist der HSV wohl so gut besetzt wie kein anderes Team in der Verbandsliga: „Es gab immer viel Konkurrenzkampf, die Jungs haben im Training Gas gegeben“, freut sich Weber und hofft nicht nur als Abschied für sich, sondern vor allem für seine Spieler, dass der direkte Wiederaufstieg gelingt: „Die Jungs gehören in die Hessenliga“, unterstreicht der Coach.

Absolut verdient steht der HSV bisher also ganz oben, es sind allerdings auch nur vier Punkte auf Willingen – und so liegt noch viel Arbeit vor den Haunestädtern: „Wir wissen, dass wir noch viel dafür tun müssen“, sagt Weber: „Es gehört sicherlich auch ein bisschen Glück dazu“. Franz Faulstich wird zurückkehren, Schuch wohl auch, während nach dem Abgang von Jonas Hosenfeld nach Nüsttal noch ein Torhüter gesucht wird. Ein heißer Kandidat ist Fabian Brunner: Der Ex-Ederbergländer hat sich fristgerecht bei der SG Festspielstadt abgemeldet, eine Bestätigung seitens der Hünfelder steht aber noch aus. Kevin Krieger bekommt nach seinem Knöchelbruch die Zeit, die er benötigt, könnte aber im Saisonendspurt wieder dabei sein. Nun aber sollen alle erstmal abschalten beziehungsweise haben das schon getan.

Bis zum Trainingsauftakt am 31. Januar wird in der Halle und bei diversen Turnieren gekickt, bevor Weber dann in sein letztes halbes Jahr in der Rhönkampfbahn startet. Zweimal ist er in seiner Zeit beim HSV abgestiegen, einmal in die Hessenliga aufgestiegen. Diese Statistik würde er am liebsten in die Waage bringen.

Türgücü Kassel 09-2019-A-23