Hünfeld (fs) –www.osthessen-sport.de

Zehn Tore, zehn Vorlagen – das ist bisher die Bilanz von Kevin Krieger, der damit aktuell fast an der Hälfte aller Tore des Hünfelder SV direkt beteiligt ist und damit großen Anteil an acht Siegen in Folge in der Fußball-Verbandsliga hat. Der 24-Jährige ist aktuell wohl in der Form seines Lebens, hegt aber dennoch keine Abwanderungsgedanken – zu verbunden ist er seinem Heimatverein.

 „Das große Ganze läuft. Wir sind Zweiter und wären gerne auf Platz eins gesprungen, leider fällt das Spiel in Weidenhausen aus. Aber Hauptsache, wir sind oben dran. Das war wichtig, jetzt sind wir in der Verlosung dabei“, erklärt Krieger zufrieden, der weiß, woran es lag, dass der HSV zu Saisonbeginn gerade auswärts nicht richtig in Tritt kam und in der Fremde drei Niederlagen kassierte. Nach dem 0:1 in Neuhof und dem folgenden 0:0 gegen Schwalmstadt gab es jedoch acht Siege in Folge, mit aktuell 37 Punkten aus 16 Spielen sind die Hünfelder Zweiter und haben noch ein Spiel weniger auf dem Konto als Spitzenreiter Johannesberg. „Anfangs mussten wir uns noch etwas einspielen, wir haben ja doch einige Neue dazubekommen. Außerdem war nach den verlorenen Spielen jedem klar, dass er nochmal zehn Prozent drauflegen muss“, erklärt der Sachbearbeiter beim Bauhof Fulda.

Vor allem Krieger selbst ist in Topform, das will er gar nicht verhehlen: „Ich bin richtig gut drauf, das merke ich schon selbst“, schmunzelt der 24-Jährige, der in dieser Saison vor allem auf der „Zehn“ oder im Sturmzentrum zum Einsatz kommt, wo dem Eigengewächs seine feine Technik und seine Übersicht zugutekommen. Zehn Tore und zehn Vorlagen stehen nach 16 Spielen auf Kriegers Konto, womit er fast an der Hälfte aller Hünfelder Tore direkt beteiligt ist. „Aber ich profitiere von der ganzen Mannschaft“, betont Krieger, der seine Torgefährlichkeit auch mit der offensiveren Rolle begründet: „Ich hatte vor zwei Jahren schon mal eine gute Saison, in der ich zehn Tore gemacht habe, aber habe zuletzt immer wieder in defensiveren Rollen ausgeholfen. Jetzt habe ich vorne festgespielt und auch mehr Freiheiten nach vorne.“ Zudem helfe die Erfahrung, die er in mittlerweile über fünf Jahren Seniorenfußball beim HSV gemacht habe, schließlich war er schon als 19-Jähriger Stammspieler in der Hessenliga. „Das macht sich schon bemerkbar, dass du einiges gesehen und mitgemacht hast. Ich bin jetzt in einem top Alter“, findet Krieger, der spürbar lockerer wirkt, wie er selbst findet: „Ich mache mir nicht mehr so einen Druck, früher habe ich alles manchmal zu verbissen gesehen. Ich mache mir keinen großen Kopf, da kommt eins zum anderen. Ich habe momentan einfach großen Spaß.“

Sprachrohr der Mannschaft auf dem Platz sind zwar Kapitän Julian Rohde und Steffen Witzel, der 24-Jährige versuche jedoch vor allem, mit Leistung vornewegzugehen. „Ich war eben noch nie der große Lautsprecher, bei uns verteilt sich das auch auf viele Schultern“, meint Krieger, der sich keine große Marke gesetzt hat, wie viele Tore noch hinzukommen sollen: „Hauptsache, ich kann der Mannschaft helfen“, unterstreicht der Ur-Hünfelder, der gar keinen großen Gedanken an einen Abgang verschwendet: „Konkrete Angebote von oben gab es nicht, natürlich muss immer alles passen, aber ich bin eben Ur-Hünfelder und wohne 200 Meter vom Sportplatz weg, ich laufe zu jedem Training. Ich will Hünfeld treu bleiben und mit dem HSV in der Hessenliga spielen. Ich bin schon immer da, das hat schon immer gepasst, also warum sollte ich gehen? Hünfelder Jung‘ halt.“

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