Fulda (fs) – Verkehrte Welt: Der Hünfelder SV hat in der Fußball-Verbandsliga beim Aufsteiger Johannesberg eine 0:4 (0:0)-Auswärtspleite hinnehmen müssen und im vierten Spiel bereits die zweite Niederlage kassiert. Die Johannesberger wiederum sind nach dem vierten Saisonsieg jetzt Tabellenzweiter.

 „Das haben wir uns ganz anders vorgestellt. Es war erschreckend, wie wir innerhalb von zehn bis 15 Minuten auseinandergebrochen sind. In Dörnberg habe ich es noch auf das Defensivverhalten geschoben, aber man muss vielleicht auch deutlich sagen, dass wir in der Abwehr einfach zu schlecht sind, so ehrlich muss man sein“, spricht HSV-Coach Dominik Weber Klartext. Gerade mal acht Minuten brauchte Johannesberg, um den Hünfeldern den Zahn zu ziehen: Erst köpfte Alexej Reksius eine Flanke von Hamid Noori zum 1:0 ein (56.), dann besorgte erst Sorin Leucuta das 2:0 (62.) und legte dann das 3:0 von Hamid Noori nach (64.). Besonders bitter für den HSV war die Entstehung des zweiten Gegentreffers: Nach einem Pass von Anton Balz in die Spitze auf Leucuta hatten Nicolas Häuser und Toto Trabert den Ball eigentlich schon gewonnen, kamen sich beim Klärungsversuch aber in die Quere, Leucuta sagte artig Danke und musste nur noch einschieben. „Das war Slapstick, wir schießen uns gegenseitig an. So funktioniert das einfach nicht“, moniert Weber sichtlich bedient.

Endgültig bedient waren die Hünfelder Anhänger, als Yannick Kretsch eine Flanke von Radomir Vlk überlegt ins lange Eck einköpfte (74.). „Man darf ja mal ein Gegentor kriegen, aber dass man dann gleich so auseinanderbricht und in der Defensive gar keine Zweikämpfe mehr gewinnt, ist ernüchternd“, hadert Weber, der mit einer Dreierkette anfing und nach der Einwechslung von Nils Wenzel mit einer Viererkette agierte, was aber auch nicht die gewünschte Wirkung hatte. „Grundsätzlich haben wir genug Erfahrung, aber man merkt einfach, dass Tarek Belaarbi und Niklas Wahl fehlen“, sagt Weber, dessen Team eigentlich gut ins Spiel gefunden hatte: Die Hünfelder agierten variabel, wurden aber nur durch einen Freistoß von Julian Rohde und durch Kevin Krieger, der Mitja Hofacker anschoss, gefährlich. „Ich habe in der ersten Halbzeit ein sehr spannendes, intensives, temporeiches Verbandsligaspiel gegen ein starkes Hünfeld gesehen. Wir haben fast eine halbe Stunde gebraucht, um uns auf sie einzustellen“, analysiert Johannesbergs Trainer Jochen Maikranz.

Mit zunehmender Spielzeit kamen die Gastgeber nun immer wieder gefährlich vor den Kasten und kam durch Leucuta (24., 34., 44.) zu ersten guten Möglichkeiten. Im zweiten Durchgang dann spielte sich Johannesberg gute Chancen heraus, profitierte dabei aber auch immer wieder von Unzulänglichkeiten in der HSV-Defensive. „Wir haben unsere Chancen auch konsequent genutzt, dann steht so ein Ergebnis. Aber gerade in der ersten halben Stunde hatten wir Schwerstarbeit zu verrichten“, betont Maikranz, der mit dem Start natürlich „hochzufrieden“ ist, aber den Blick schon wieder auf das Spiel am Mittwoch gegen den RSV Petersberg richtet. Auch HSV-Coach Weber schaut bereits auf das Auswärtsspiel bei Hessen Kassel II am Mittwoch: „Das einzig Gute ist, dass wir das Ding relativ schnell aus dem Kopf kriegen. Für mich ist natürlich gut, dass sich am Mittwoch keiner beschweren kann, wenn er draußen sitzt.“

Johannesberg: Hofacker; Vlk, Kaizar, Moise (78. Wiesner), Wiesner – Reksius, Kengni Fotsing – Balz, Cotan (75. Özger), Noori (70. Kretsch) – Leucuta.

Hünfeld: Hosenfeld; Häuser (67. Kröning), Trabert, Witzel – Budenz (67. Bublitz), Bambey – Neidhardt, Rohde, Fröhlich (60. Wenzel) – Schuch, Krieger.

Schiedsrichter: Marcus Rolbetzki (Marburg)

Tore: 1:0 Alexej Reksius (56.), 2:0 Sorin Leucuta (62.), 3:0 Hamid Noori (64.), 4:0 Yannick Kretsch (74.)

Zuschauer: 500.

CSC Kassel (19)