Kassel (fs) – ww.osthessen-zeitung.de

Der Traum vom Aufstieg in die Fußball-Hessenliga ist für den Hünfelder SV seit Mittwochabend wohl ausgeträumt: Der HSV verlor am Mittwochabend beim CSC Kassel mit 1:3 (0:2) und hat damit bei gleicher Anzahl an Spielen fünf Begegnungen vor Saisonende sechs Punkte Rückstand auf Verbandsliga-Spitzenreiter Sand sowie fünf Zähler auf Buchonia Flieden.

 

„Das ist absolut scheiße und ärgerlich. Man betreibt unter der Woche so einen Aufwand und dann verliert man so unglücklich, aber wir haben die erste Viertelstunde verpennt“, hadert Hünfelds Trainer Dominik Weber, der sich sicher ist, dass sich der HSV damit endgültig aus dem Aufstiegsrennen verabschiedet hat: „Das ist rum, der Zug ist abgefahren. Das gibt einen Zweikampf zwischen Sand und Flieden.“ Weber vertraute auf die gleiche Anfangself, die Rothwesten mit 1:0 geschlagen hatte, stellte aber diesmal auf ein 4-4-2-System um und beorderte Kevin Krieger in den Sturm neben Sebastian Schuch. Der Start ins Spiel entwickelte sich allerdings zu einem Albtraum: Schon nach fünf Minuten brachte Lars Frerking die Gastgeber nach einer Flanke von Israel Suero Fernandez nach abgewehrter Ecke per Kopf mit 1:0 in Führung, nach einer guten Viertelstunde ging CSC-Sturmkante Igor Radisavljevic im Strafraum gegen Johnny Helmke wohl etwas zu leicht zu Boden, Suero Fernandez war das aber egal: Der 22-Jährige, der in der Jugend unter anderem bei Real Madrid gespielt hatte, verwandelte den folgenden Strafstoß souverän (16.).

Überhaupt fanden die Hünfelder anfangs so gar nicht ins Spiel, kamen kurz vor der Pause durch Steffen Witzels Schuss aus fünf Metern und Schuchs Kopfball, der noch von der Linie gekratzt wurde sowie ein Beinahe-Eigentor von Radisavljevic aber noch zu richtig guten Chancen, noch vor der Pause den Anschluss zu schaffen.

Im zweiten Durchgang war der HSV nun endlich besser im Spiel und drängte auf den Anschlusstreffer, der wollte jedoch lange nicht fallen: Die beste Chance ließ Krieger liegen, der den Ball rund 20 Minuten vor dem Ende nicht richtig traf, dazu lief Schuch allein aufs Tor zu. Für Spannung sorgte er dann kurz darauf: Nach einem Zuspiel von Oliver Krenzer ließ Maximilian Fröhlich drei Gegenspieler stehen und bediente Schuch, der das Leder in die Maschen zimmerte (75.). Mit der Überzahl – Kassels Florian Steinhauer hatte Gelb-Rot gesehen – wussten die Hünfelder jedoch wenig anzufangen und konnten sich bei Keeper Sebastian Ernst bedanken, der gegen Suero Fernandez gleich zweimal die Entscheidung verhinderte. Brenzlig wurde es nur nochmal, als CSC-Keeper Alexander Bartuli einen Krenzer-Freistoß nicht richtig festhielt und Schuch beinahe noch den Ball gekommen wäre (89.). Mit dem dritten Konter sorgte Suero Fernandez dann für die Entscheidung und dafür, dass sich der HSV wohl aus dem Aufstiegsrennen verabschiedet hat. „Hinten raus standen wir zwar unter Druck, wir haben aber zahlreiche Konter gefahren, von daher war es auf jeden Fall verdient“, befindet CSC-Abteilungsleiter Gerhard Horchelhahn rundum zufrieden. „Wir hätten den Anschlusstreffer schon in der ersten Halbzeit machen müssen. In Überzahl haben wir es erst nicht gut ausgespielt und das dann auch mit langen Bällen nicht gut gemacht. Trotzdem kein Vorwurf an die Jungs, sie haben alles gegeben, aber irgendwo hat es nicht gereicht“, erklärt Weber.

Kassel: Bartuli; Steinhauer, Frerking, Radisavljevic (66. Kouay), Suero Fernandez, Kwiedor, Simoneit (90. Metzner), Pape (78. Maresca), Murawski, Dawid, Iksal.

Hünfeld: Ernst; Wahl, Krenzer, Helmke, Witzel (79. Falkenhahn) – Neidhardt, Budenz, Trabert (40. Kröning), Fröhlich – Krieger, Schuch.

Schiedsrichter: Daniel Losinski (Immenhausen)

Tore: 1:0 Lars Frerking (5.), 2:0 Israel Suero Fernandez (16., Foulelfmeter), 2:1 Sebastian Schuch (75.), 3:1 Israel Suero Fernandez (90.+1)

Zuschauer: 120.

Gelb-Rote Karte: Florian Steinhauer (CSC, 70.)

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