Hünfeld – Von Jonathan Löbl – www.osthessen-zeitung.de

Der Hünfelder SV ist das Nonplusultra in der Fußball-Verbandsliga: Das Topspiel gegen die SG Johannesberg entschied der HSV nämlich mit 4:0 (2:0) für sich und baute damit seinen Vorsprung an der Tabellenspitze aus. Furios ging es mit der Hünfelder Führung los, in der Anfangsphase vergab Niklas Zeller vom Elfmeterpunkt aber auch die größte Chance der Gäste, die mit zwei Eigentoren und einem Platzverweis ordentlich Pech am Schuh kleben hatten.

 „Wir haben das Spiel komplett dominiert und außer dem Elfmeter nichts zugelassen. Das war eine Topleistung von jedem heute“, war HSV-Coach Dominik Weber voll des Lobes für sein Team, das die Verbandsliga nun mit fünf Punkten Vorsprung auf die SGJ anführt – nach einer Machtdemonstration, wie sie vor dreieinhalb Monaten noch Johannesberg gelungen war.

Der HSV erwischte einen Traumstart und ging bereits nach vier Minuten in Führung: Maximilian Fröhlich eroberte den Ball am Johannesberger Strafraum, setzte sich körperlich robust durch und versuchte mit seinem Zuspiel Daniel Kornagel zu erreichen. Johannesbergs Jonas Lembach war zwar einen Schritt schneller am Ball, traf aber aus kurzer Distanz unglücklich ins eigene Tor (4.). Nur drei Minuten später ergab sich für die SGJ durch einen von Aushilfs-Rechtsverteidiger Christoph Neidhardt verursachten Foulelfmeter die Riesenchance zum Ausgleich, doch Niklas Zeller setzte den berechtigten Elfmeter knapp rechts neben das Tor (7.). Neidhardt, der Leucuta abgeräumt hatte, kam wiederum mit einem blauen Auge davon und sah – wohl auch des frühen Zeitpunkts geschuldet – nur Gelb.

In der Folgezeit war Hünfeld klar überlegen und ließ Johannesberg durch frühes Anlaufen spielerisch nicht zur Entfaltung kommen. Die Hünfelder, die einen hohen Aufwand betrieben und sichtbar heiß auf die Revanche nach dem 0:3 im Hinspiel waren, belohnten sich in Person von Alexander Reith kurz vor der Halbzeit dann, als der quirlige Offensivspieler nach einem Zuspiel vom allgegenwärtigen und an diesem Tag starken Marcel Dücker aus gut 18 Metern flach in die untere Ecke traf (40.). Denn Dücker, der als Abräumer vor der Abwehr agierte, zeigte bis zu seiner Auswechslung Mitte der zweiten Hälfte ein starkes Spiel und war in „Kimmich-Manier“ überall auf dem Platz zu finden. „Marcel hat das heute sehr gut gemacht, seine Zweikampfstärke im Mittelfeld war wichtig“, war Dominik Weber zufrieden.

Nach der Halbzeit blieb das Bild dasselbe, auch wenn Johannesberg etwas offensiver wurde. Spätestens nach der Gelb-Roten Karte gegen Pechvogel Jonas Lembach und dem direkt folgenden 3:0 war das Spiel entschieden: Reith eroberte den Ball ähnlich wie Fröhlich beim ersten Tor in der gegnerischen Hälfte, setzte sich stark durch und fand wieder einen Johannesberger in der Mitte, der ins eigene Tor traf – diesmal war es Slavcho Velkovski, es passte ins unglückliche Bild, das der Verfolger in der Rhönkampfbahn abgab (66.)

„Wir haben dem Gegner heute drei Tore geschenkt, am Ende haben wir vollkommen verdient verloren. Geht der Elfmeter rein, läuft das Spiel vielleicht anders“, haderte Johannesbergs Trainer Zeljko Karamatic nach der Partie. Den Schlusspunkt setzte dann Maximilian Fröhlich, der einen individuellen Fehler in der Johannesberger Abwehr ausnutzte, aus kurzer Distanz zum 4:0- Endstand einschieben durfte (90.) und damit auch den direkten Vergleich zugunsten des HSV entschied.

Hünfeld: Ernst – Neidhardt (63. Gadermann), Häuser, Witzel, Vogt – Dücker (67. L. Budenz), Alles – Kornagel, Rohde, Fröhlich – Reith.

Johannesberg: Hofacker – Vranjes, Velkovski, Rexius, Lembach – Gjocaj, Mosch, Zeller (46. Jordan), Löbig – Calin, Leucuta (83. Sorg).

Schiedsrichter: Felix Berger (Herleshausen)

Tore: 1:0 Jonas Lembach (4., Eigentor), 2:0 Alexander Reith (40.), 3:0 Slavcho Velkovski (66., Eigentor), 4:0 Maximilian Fröhlich (90.)

Zuschauer: 700.

Verschossener Foulelfmeter: Niklas Zeller (Johannesberg, 7.) – am Tor vorbei.

Gelb-Rote Karte: Jonas Lembach (Johannesberg, 63.)

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