Fulda (fs) – Gewann der TSV Lehnerz II das Hinspiel beim Hünfelder SV noch deutlich mit 5:1, drehte der HSV im Derby diesmal den Strick um: Das Team von Dominik Weber feierte in Lehnerz einen souveränen und verdienten 4:0 (2:0)-Auswärtssieg und zog damit am SSV Sand vorbei auf Platz zwei der Fußball-Verbandsliga. Die Lehnerzer fallen auf Rang neun zurück.

 „Unterm Strich ist der Sieg für Hünfeld vielleicht ein, zwei Tore zu hoch ausgefallen, aber wir hatten heute einfach zu viele Ausfälle. Da ist es schwer, gegen so einen Gegner zu bestehen. Wir hatten da heute zu wenig entgegenzusetzen“, bemängelt TSV-Trainer Sedat Gören, der im Vergleich mit dem Gastspiel in Neuhof vor Wochenfrist die Mannschaft auf sechs Positionen verändern musste. Gerade offensiv fiel den Gastgebern wenig ein, den einzigen ernstzunehmenden Torschuss gab der Ex-Hünfelder Paul Hohmann fünf Minuten nach der Pause ab, HSV-Keeper Sebastian Ernst war aber zur Stelle.

Ansonsten stand die Hünfelder Defensive enorm sicher und ließ keine weiteren Torchancen zu. „Wir haben in der Defensive ein überragendes Spiel gemacht, Tarek Belaarbi hatte in der zweiten Halbzeit 100 Prozent Zweikampfquote, aber auch die anderen Jungs in der Kette haben das in Verbindung mit Basti Ernst klasse gemacht“, lobt HSV-Coach Dominik Jäger. Vorne wiederum waren die Gäste gnadenlos effektiv – profitierten beim Führungstreffer nach 18 Minuten aber auch von einem Stellungsfehler von Natnael Weldetnsae, der in der Lehnerzer Dreierkette die linke Position bekleidete. Christoph Neidhardt ging bis zur Grundlinie durch und brachte den Ball in die Mitte, Sebastian Schuch nahm den Ball sehenswert in der Luft direkt und traf per Seitfallzieher ins linke Eck (19.). Eine Viertelstunde später erhöhte Neidhardt dann selbst auf 2:0 für den HSV: Nach einer Ecke probierte es erst Steffen Witzel zweimal per Kopf, dann versenkte Neidhardt das Leder aus fünf Metern volley im Eck (34.). Direkt nach der ersten Lehnerzer Chance durch Hohmann war es dann Oliver Krenzer, der im direkten Gegenzug mit einem abgefälschten Schuss für die Vorentscheidung sorgte (51.). Ohne Probleme verwaltete der HSV die Führung und spielte kontrolliert seinen Stiefel herunter. Für den Schlusspunkt sorgte dann Steffen Witzel, der nach einer Kopfballverlängerung aus zwölf Metern zum 4:0 für den HSV traf (80.).

„Die Jungs haben heute gezeigt, dass Derbyzeit ist und das um Welten besser gemacht als im Hinspiel. Kompliment auch an die Spieler, die reingekommen sind, sie haben sich nahtlos eingefügt. Das war wirklich eine sehr, sehr gute Mannschaftsleistung“, freut sich Weber über den starken Auftritt seines Teams. Während die Hünfelder auf Platz zwei vorgerückt sind und Spitzenreiter Flieden auf den Fersen bleiben, ist die Lehnerzer Hessenliga-Reserve auf Platz neun zurückgefallen. Einziger Lichtblick war das Comeback von Sommer-Neuzugang Robin Sorg, der nach seinem Kreuzbandriss seine ersten Verbandsligaminuten in dieser Saison sah. Trainer Sedat Gören will die Niederlage schnellstmöglich abhaken: „Klar ist das ärgerlich, aber wir müssen nach vorne schauen und uns wiederaufrichten. Unsere Gegner sind andere.“

Lehnerz II: Grösch; Vilmar, Gaul, Weldetnsae – Say, Balzer (46. Ristevski) – Lesser, Hohmann, Wittke (73. Nuspahic) – Wolf, Özlük (81. R. Sorg).

Hünfeld: Ernst; Wahl, Helmke, Belaarbi, Witzel – Krieger, Krenzer (77. Trabert) – Neidhardt (65. Faulstich), Schuch, Fröhlich (21. Budenz) – Simon.

Schiedsrichter: Jörn Becker (Grünberg)

Tore: 0:1 Sebastian Schuch (19.), 0:2 Christoph Neidhardt (34.), 0:3 Oliver Krenzer (51.), 0:4 Steffen Witzel (80.)

Zuschauer: 120.

Schuch