Flieden (pf) – www.osthessen-zeitung.de

Spitzenreiter Buchonia Flieden ist nach 13 Spielen in der Fußball-Verbandsliga erstmals geschlagen: Im mit Spannung erwarteten und prächtig besuchten Derby-Topspiel gegen den Hünfelder SV am Weiher gab es eine verdiente 1:4 (1:0)-Niederlage für das Team von Zlatko Radic. Der HSV ist damit nun endgültig wieder dick im Geschäft um den Titel und nur noch einen Punkt hinter den Buchonen.

 „Die erste Halbzeit war schon gut, aber da haben wir das Tor nicht getroffen. Aber wir wollten genauso weiterspielen und haben gesagt, dass irgendwann der erste Ball reingeht“, sagte HSV-Coach Dominik Weber nach Abpfiff und stellte schon zuvor fest: „Heute ist es möglich, dass wir denen vier Dinger einschenken. Es war wichtig, dass wir nicht verzweifelt sind“.

Was Weber meinte: Die glänzenden Paraden von Fliedens Keeper Lukas Hohmann (Weber: Das war Wahnsinn“), der die Partie alleine spannend hielt. Schon zum Start in die Partie hatte Hünfeld die etwas besseren Chancen, das erste Tor gelang aber etwas überraschend Flieden: Noah Odenwald war nach einer halben Stunde der Schütze zum 1:0, die Entstehung des Treffers war bemerkenswert. Niko Zellers Freistoß nahm Marc Röhrig mit der Hacke mit und brachte den Ball in die Mitte, wo Götze erst den Pfosten traf, Odenwald aber richtig stand (30.).

Anschließend musste sich Lukas Hohmann zum ersten Mal auszeichnen, der Kevin Kriegers Schlenzer noch aus dem Eck fischte. Mit 1:0 aus Fliedener Sicht ging es in die Pause, danach war Hohmann noch im kurzen Eck bei der Direktabnahme von Julian Rohde (46.) und beim artistischen Abschluss von Florian Münkel (49.) klasse zur Stelle. Doch es dauerte dann nicht mehr lange, bis der Bann gebrochen war: Nach einem langen Ball von Steffen Witzel war es Alex Reith, der Rohde in der Mitte bediente (52.) – und mit dem Ausgleich lief es dann „wie im Fluss“, meinte Dominik Weber.

Per Doppelschlag drehte HSV-Kapitän Julian Rohde dann die Partie, vorausgegangen war eine starke Kombination und ein Doppelpass mit Kevin Krieger. Joker Daniel Kornagel sorgte mit einer starken Einzelaktion für die Vorentscheidung und traf aus 18 Metern eine Viertelstunde vor Schluss in den Knick (75.), bei Münkels 1:4 hatten die Fliedener dann schon nur noch wenig Gegenwehr zu bieten.

„Die erste Halbzeit war in Ordnung, aber in der zweiten standen wir in den entscheidenden vier Minuten zu weit weg von den Gegnern und haben nicht gut gegen den Ball gearbeitet. Dann kamen wir nicht mehr ins Spiel zurück“, analysierte Fliedens Trainer Zlatko Radic geknickt das Spiel und biss sich auf die Zunge, die Leistung von Schiedsrichter Marius Ulbrich (Büdingen) nicht zu kommentieren. Der Unparteiische hatte der Buchonia nach Nicolas Häusers Foul an Andreas Drews nach gut einer Stunde unter anderem einen Elfmeter verwehrt, auch mit weiteren Szenen ärgerten sich die Hausherren herum. „Aber wir haben verdient verloren“, fügte Radic fairerweise an, schob nach der ersten Pleite aber hinterher, „dass wir uns jetzt nicht aus der Ruhe bringen lassen“. Für den Hünfelder SV war es übrigens nach über zehn Jahren der erste Sieg gegen eine Fliedener Mannschaft.

Buch. Flieden: L. Hohmann – Hack, Leibold, Zeller, N. Hohmann – Rehm (75. Grosch), Drews, Gaul (44. Kreß) – Odenwald, Götze (78. Neu), Röhrig

Hünfelder SV: Ernst – Dücker (63. Neidhardt), Witzel, Häuser, Vogt – Alles, Gadermann – Krieger (83. L. Budenz), Rohde (71. Kornagel), Reith – Münkel.

Schiedsrichter: Marius Ulbrich (Büdingen)

Tore: 1:0 Noah Odenwald (30.), 1:1 Julian Rohde (52.), 1: 2 Julian Rohde (55.), 1.3 Daniel Kornagel (75.), 1:4 Florian Münkel (78.)

Zuschauer: 1000.

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