Flieden (fs) – www.osthessen-zeitung.de

Mittlerweile ist mehr als ein Drittel der Saison in der Fußball-Verbandsliga rum und Hessenliga-Absteiger Buchonia Flieden führt als einzige noch ungeschlagene Mannschaft die Liga mit drei Punkten Vorsprung an. Das ist umso bemerkenswerter, fallen bei den Buchonen doch Woche um Woche wichtige Leistungsträger aus. Dementsprechend zufrieden ist Kapitän Andreas Drews mit dem ersten Saisondrittel – und verspricht, dass Mannschaft und Vorstand auch bei einem Reißen der Serie ruhig bleiben.

Die Ausfallliste beim hart umkämpften 2:1-Auswärtssieg am Sonntag beim CSC Kassel war fast länger als die Liste derer, die noch spielen konnten: Neben den langzeitverletzten Mike Weismantel, Fabian Schaub, Jacob Müller, David Peli und Aaron Neu fehlte Christian Kreß weiterhin mit einem Muskelfaserriss, Marc Götze weilte im Urlaub, Christian Bohl – der berufsbedingt zuletzt zweimal ohne Training immerhin auf der Bank saß – war ebenfalls nicht da, dazu konnte Kapitän Andreas Drews mit starken Rückenproblemen nicht spielen. „Es ging einfach nicht. Mit Blick auf das Spiel gegen Hünfeld wollten wir kein Risiko eingehen“, erklärt Drews. So saß mit Leon Busch nur noch ein Spieler aus dem erweiterten Verbandsligakader auf der Bank – und die Ausfallliste dürfte vor dem Kracher am Samstag (16 Uhr) zuhause gegen den Tabellenvierten aus Hünfeld nicht unbedingt kleiner werden: Sascha Rumpeltes sah glatt Rot und fehlt sicher, Luca Gaul und Marc Röhrig gingen angeschlagen aus dem Spiel. Umso bemerkenswerter ist da, dass die Fliedener beim selbsternannten Titelaspiranten einen 2:1-Auswärtssieg einfahren konnten und bereits den zehnten Sieg in zwölf Spielen holten.

„Wenn man sich die Verletztenliste anschaut, glaubt einem das einfach keiner. Uns hat das vor der Saison ja schon keiner zugetraut, weil wir den Kader sehr verjüngt haben“, sagt Drews, der umso stolzer auf das bisher Erreichte ist: „Wenn man jetzt sieht, dass mit Fabi oder Marc Stammkräfte fehlen und die jungen Spieler wie Noah Odenwald in die Bresche springen und ihre Sache richtig gut machen, dann ist das, was wir bisher herausgeholt haben, schon echt klasse.“ Dementsprechend herrscht trotz der langen Ausfallliste eitel Sonnenschein im Königreich: „Es wäre ja auch schlimm, wenn man da jetzt meckern würde. Wir sind Erster und immer noch ungeschlagen“, schmunzelt der Kapitän, der für das Derby gegen Hünfeld noch auf einen Einsatz von sich selbst, Schwager Christian Kreß sowie Gaul und Röhrig hofft, dazu ist Marc Götze aus dem Urlaub zurück. „Aber trotzdem: Für mich ist Hünfeld der Favorit“, meint der 33-Jährige. Dass die Serie nun ewig so weitergehe, glaube im Königreich aber ohnehin niemand – schließlich hat es der Herbst mit Spielen gegen Hünfeld, Weidenhausen, Bad Soden und Sand noch in sich. „Natürlich wäre es super, wenn das so weitergeht, aber man muss realistisch sein: Irgendwann wird der Einbruch kommen, wenn du Woche für Woche mit einer Rumpfelf spielst. Bisher kriegen wir das Woche für Woche hin und wollen die erste Niederlage so lange wie möglich hinauszögern, aber selbst wenn wir mal verlieren sollten, geht es ganz ruhig weiter. Wir können das sehr gut einschätzen und sind alle sehr geerdet“, betont Drews.

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