Quelle Text: Fuldaer Zeitung

Hünfeld/Minden
Uli Bönsch ist Deutscher Vizemeister. Nach den Titelgewinnen der Hessen- und Südwestdeutschen Meisterschaften krönte der Hünfelder Volleyballer seinen Saisonabschluss im Team der SG Rodheim mit Platz zwei bei den nationalen Titelkämpfen der Senioren in Minden. Es ist einer der herausragenden Erfolge der langen Sportlerkarriere des 53-jährigen.
VB-TS-Uli BönschDie Ü47-Formation aus der Wetterau, bei der Bönsch seit drei Jahren sein Senioren-Mehrfachspielrecht ausübt, war mit hohen Erwartungen in die nordrhein-westfälische Stadt gereist. Nach dem vierten Rang des Vorjahres sollte es beim neuerlichen Anlauf nun ein Platz auf dem „Treppchen“ werden. Dass dazu einige hohe Hürden bewältigt werden mussten, war den Akteuren bewusst. Bereits in der schweren Vorrundengruppe mit namhafter Konkurrenz wurde die SGR-Formation gefordert, meisterte ihre Aufgaben jedoch bravourös: Im hochspannenden und kampfbetonten Auftaktspiel gegen den letztjährigen Deutschen Meister SV Schwaig setzten Bönsch & Co. mit einem knappen 2:1-Sieg das erste Achtungszeichen – wohlmöglich der Knackpunkt für den erfolgreichen Wettkampf. Und auch im zweiten Match gegen das Spitzenteam vom TSV Rohrbach bestätigten die Rodheimer beim starken 2:0-Sieg ihr Leistungsvermögen. Damit war das Schiff auf Kurs gebracht. Ein weiterer deutlicher und überaus souveräner 2:0-Sieg gegen den SC Strande führte die Hessen-Vertreter ins Halbfinale gegen den ASV Dachau. Waren die Rodheimer beim letzten Aufeinandertreffen mit der bayerischen Mannschaft – ebenfalls im Halbfinale der Deutschen Meisterschaften 2016 – noch knapp unterlegen, so konnten sie dieses Mal mit 2:0-Sätzen als Sieger vom Feld gehen.

VB-TS-Uli Bönsch Aufschlag

Uli Bönsch beim Aufschlag (hier allerdings im Trikot des Hünfelder SVs)

Vorausgegangen war eine erneut bärenstarke und beeindruckende Darbietung der SGR-Formation – mit dem besten Spiel des Tages. Großen Anteil hatte dabei Uli Bönsch mit einer genialen Aufschlagsserie, mit der er für eine komfortable 9:0-Führung im ersten Satz sorgte. Bereits in den anderen Begegnungen verzweifelten die gegnerischen Annahme-Liberos am gefürchteten Service des Hünfelder Zuspielers.
Im Finale jedoch konnte die Wetterau-Formation nicht mehr gänzlich ihre starke Leistung abrufen. „Es hat nicht mehr alles so geklappt wie im Halbfinale. Die Mannschaft konnte wohl nicht immer dem Druck standhalten“, kommentierte Uli Bönsch die 0:2-Niederlage. Es war jedoch eine sehr knappe Entscheidung. Nach dem 21:25 im Auftaktsatz hatte Rodheim im zweiten Durchgang bereits mit 18:14 geführt, musste sich jedoch letztendlich mit 23:25 erneut geschlagen geben. Nach kurzer Enttäuschung über die verpasste Chance überwog jedoch die Freude, mit auf dem Siegerpodest stehen zu können.
Gänsehaut pur erlebten die fast 2.000 Aktiven der 120 Seniorinnen- und Seniorenteams in den Klassements Ü31 bis Ü64 bei den Siegerehrungen: Die deutsche Nationalhymne und vollbesetzte Ränge in der Mindener Kampahalle sorgten für eine unvergleichliche Kulisse. „Es war wieder eine super Erlebnis und ein großartiges Turnier“ freute sich Bönsch. bb