Sand hat längst mit dem Fundament verlängert

Tobias Oliev bleibt auf der Sander Höhe. Foto: Siggi Larbig

Auch Jörn Bochmann sind die Spekulationen, die seit Wochen durch den ost- und nordhessischen Fußball geistern, nicht entgangen. Der SSV Sand, dessen Pressesprecher Bochmann ist, drohe auseinanderzufallen, die „Stars“ der Mannschaft gingen alle weg, Geld sei auch keines mehr da. „Nicht zutreffend“, verdeutlicht Bochmann und kann vielmehr erklären, dass das Gros des Verbandsligisten längst für die kommende Runde im Wort steht.

„Klar ist, dass Marcel Wippel kürzertreten möchte und hinter dem Verbleib von Manuel Schmidt und Christian Guthof stehen genauso noch Fragezeichen, wie hinter zwei Spielern aus der zweiten Reihe, dazu tendiert ein Innenverteidiger zum Karriereende, was aber noch nicht spruchreif ist. Der Rest des Teams bleibt aber“, macht Bochmann kein Geheimnis aus den Planungen und darf gleichermaßen verkünden, „dass schon zwei Neuzugänge feststehen, die abgebenden Vereine dies aber erst verkünden sollen, dazu befinden wir uns in Gesprächen mit weiteren hochkarätigen Spielern“.
Ergo: Das so gefürchtete Fundament des Teams um Tobias Oliev, Steffen Klitsch, Daniel Wagner, Johannes Schmeer, Jan-Philip Schmidt und den Bernhardts bleibt zusammen. Und im Zuge dessen stellt Bochmann ebenfalls klar, „dass bei uns nicht das große Geld zu verdienen ist, wir arbeiten in gewachsenen Strukturen, deswegen sind solche Gerüchte wie ein fehlender Etat hanebüchen“.

Bochmann beklagt Leistungsabfall

Vor dem Topspiel am Samstag gegen den Hünfelder SV ist somit schon mal klar, dass der SSV Sand dieses auch unbedingt gewinnen möchte, gerne den Sprung in die Hessenliga schaffen würde. „Deswegen ärgert es mich ganz einfach, dass wir immer wieder die Chance verspielen, es selbst in die Hand zu nehmen, aber auch bei der 2:3-Pleite gegen Kaufungen am vergangenen Sonntag war die Chancenverwertung wieder ungenügend und so sind wir wieder Dritter und müssen schauen, was die anderen machen“, klagt Bochmann, der weiß, „dass es mit Gewalt nicht gehen wird, auch am Samstag nicht“. Mit genügend Lockerheit würde der SSV, der in der kommenden Saison von Bad Wildungens Ex-Coach Jörg Schäfer betreut werden wird, also gerne die Hinspielscharte auswetzen. Hünfeld siegte nach 1:3-Rückstand noch mit 6:3.

Insgesamt hat Bochmann einen Leistungsabfall in der Verbandsliga ausgemacht, vor allem an der Tabellenspitze sei nicht das konstante Niveau der Vorsaison erreicht. „Ich glaube, dass Steffen Klitsch kürzlich die richtige Formulierung gefunden hat, nämlich, dass es ein Schneckenrennen um Platz zwei gibt und nun sogar Hünfeld meint, sich da wieder einschalten zu müssen.“ Nach der bitteren Erfahrung in der vergangenen Saison, als Sand nur Zweiter hinter Flieden wurde und die Aufstiegsspiele deutlich herschenken musste, ist der Verein gewillt, diese Saison ein besseres Ende herbeizuführen. Ganz ohne wilde Spekulationen.

Autor: Johannes Götze