Kreisoberliga Süd: Mehr als 85 Prozent der Tore sind bald weg

Im Jahr 2019 schwebte die SG Hattenhof auf Wolke sieben. Pünktlich zum 100-Jährigen glückte die A-Liga-Meisterschaft, in der Kreisoberliga Süd steht der Club auf einem hervorragenden fünften Platz. Doch nun zahlt die SGH den Preis des Erfolgs.

Schon jetzt steht fest, dass mit dem Toptorjäger der Liga, Georghe-Daniel Azamfirei (zu Verbandsliga-Primus Hünfelder SV), dem zweitbesten Schützen Pascal Preis (TSV Künzell) und Regisseur Daniel Nüchter (RSV Petersberg) drei Eckpfeiler zur neuen Saison wegbrechen werden. „Erfolg weckt eben Begehrlichkeiten“, weiß auch Hattenhofs Vorsitzender Torsten Malkmus, der insbesondere den Abgang Azamfireis nach zwei Jahren versteht. „Mit seinen Toren steht er ja überall in der Zeitung, deshalb wurde er öfters angesprochen. Uns war klar, dass wir ihn nicht ewig halten können, zumal jetzt sein Umzug nach Hünfeld ansteht. Teilweise stehen da aber auch Summen im Raum, die einen Verein mit den Ohren schlackern lassen.“
Weniger Verständnis hat Malkmus für die Abgänge von Preis und Nüchter: „Rein sportlich sind ihre Wechsel ein herber Verlust. Aus meiner Sicht verbessern sie sich sportlich aber nicht viel.“ Da sich mit Lucas Herzog auch der drittbeste Torjäger vor kurzem abgemeldet hat und wohl nicht mal mehr die Rückrunde in Hattenhof spielen wird, fehlen dem Verein mit den feststehenden Abgängen 47 der in dieser Saison 55 erzielten Treffer – was eine Quote von mehr als 85 Prozent macht.

Neuzugänge lassen auf der anderen Seite dagegen auf sich warten. „Unser Sportlicher Leiter Tyrone Suggs ist sehr fleißig und führt viele Gespräche, eine sichere Zusage gibt es aber noch nicht“, berichtet Malkmus, der dafür verkünden kann, dass Trainer Robert Lazarevski genauso wie der Rest der Mannschaft für die kommende Spielzeit zugesagt hat. „Deshalb sind wir zuversichtlich, wieder eine Truppe ins Rennen schicken zu können, die die Klasse halten kann – schließlich haben wir nicht den Plan, nach eins, zwei Jahren die Kreisoberliga schon wieder zu verlassen. Wir haben trotz der Abgänge einen guten Stamm, wenngleich die Fallhöhe nach dem bombastischen vergangenen Jahr natürlich sehr hoch ist.“
Erste Auswirkungen könnte die personelle Lage auf die zweite Mannschaft haben, die in der C-Liga beheimatet ist. Laut Malkmus sei die Wahrscheinlichkeit sehr gering, erneut eigenständig an den Start gehen zu können. Entsprechend werden die Optionen überprüft, ob eine Reserve-Spielgemeinschaft Sinn machen würde. Mit der ersten Mannschaft will Hattenhof aber weiterhin sein eigenes Ding machen: „Wir wollen gerade die nächsten drei, vier Jahre überbrücken, denn dann haben wir sowohl qualitativ als auch quantitativ einen guten Junioren-Jahrgang, der in die Senioren aufrücken wird.“

Autor: Steffen Kollmann