Verbandsliga: 1:0 gegen Willingen

In der Schlusssequenz war auf den Ältesten Verlass, Christian Ruck sicherte dem Hünfelder SV mit einer Glanztat die drei Punkte bei einem aufreibenden 1:0 (0:0)-Arbeitssieg gegen den SC Willingen und bleibt damit am Spitzenduo der Verbandsliga, Sand und Johannesberg, dran.

Obwohl die Sonne pünktlich ihr schönstes Antlitz zeigte, musste die Partie ob der zuvor starken Regenfällen auf dem veralteteren und stumpfen Kunstrasen ausgetragen werden. Die Folge: Viele Längen, weil der Ball ständig weg war und nicht die Intensität, die die 160 Zuschauer von dem Duell eigentlich hätten erwarten können. Und auch deswegen war schnell klar, dass sich eine ganz zähe Geschichte anbahnen könnte. Genau so kam es: Die Gäste, bei denen beide Butterwecks angeschlagen nur auf der Bank saßen und Torjäger René Huneck weiter verletzt fehlt, setzten auf eine geordnete Defensive, Hünfeld wollte das Heft in die Hand nehmen, tat sich allerdings schwer die ganz wenigen Lücken zu finden.

Torgelegenheiten gerieten daher in Durchgang eins zur Mangelware: Der Schuss von Willingens Edeltechniker Jan-Henrik Vogel streifte die Latte (23.), Maximilian Fröhlich und Sebastian Schuch verpassten auf der Gegenseite freistehend Sven Bambeys Flanke (31.), zudem hatte Hünfelds Kevin Krieger bei zwei Distanzschüssen kein Glück (37., 38.). Klar war, das Spiel kann nur ansehnlicher werden, wenn ein Tor fällt – und zwar für das sowieso aktiviere Team. Und genauso kam es: Christoph Neidhardt, für den an den Rippen angeschlagenen Bambey gekommen, brach nach Doppelpass mit Julian Rohde bis zur Außenlinie durch, stellte das Leder an den kurzen Pfosten, wo Schuch technisch anspruchsvoll über Yannick Wilke hinüber ins Tor köpfte (52.).

Neidhardt funktioniert sofort

Sofort agierte Willingen offensiver, was Hünfeld mehr Räume eröffnete. Beiden Teams fehlte im entscheidenden Spieldrittel aber die Genauigkeit, zwar war das Spiel besser, intensiver und schneller, aber an Chancen mangelte es weiterhin. Für Hünfeld hatte Schuch die beste, schoss freistehend allerdings links vorbei (80.), auf der Gegenseite parierte in der Nachspielzeit Christian Ruck überragend gegen den eingewechselten Daniel Butterweck (90.+2).

Und so blieb es beim goldenen Tor von Schuch, der in den vergangenen Wochen nicht unbedingt mit Glück im Torabschluss gesegnet war. Dementsprechend durfte HSV-Abteilungsleiter Mario Rohde konstatieren, „dass mich Bastis Tor ganz besonders gefreut hat“.

Weil der 18-jährige HSV-Keeper Jonas Hosenfeld auf Klassenfahrt weilt, rückte Ruck ins Tor. Das eigentlich Kuriose daran, dass für den 41-Jährigen als Ersatzmann der 40-jährige Torwarttrainer Daniel Freihof fungierte. Ruck und Freidhof lieferten sich bis 2004 heiße Duelle um die Nummer eins in Hünfelds Tor, da war Hosenfelds gerade in die Grundschule gekommen. Lang ist’s her.

Die Statistik:

Hünfelder SV: Ruck – Körner, Faulstich, Trabert, Witzel – Bambey (46. Neidhardt), Budenz – Krieger (86. Häuser), Rohde, Fröhlich (82. Bublitz) – Schuch.
SC Willingen: Y. Wilke – Schumann, Wissemann, Mütze, Albers – Michel (74. Stujik), Keindl – Heine, Vogel, Kroll – M. Ullbrich (63. D. Butterweck).

Schiedsrichter: Dirk Honnef (TSV Sundhausen).
Zuschauer: 160.
Tor: 1:0 Sebastian Schuch (52.).

Autor: Johannes Götze

DSC_5326