„9:0 haben wir gewonnen. Ach ne, doch nur 2:0, wir haben die hundertprozentigen Chancen ja nicht genutzt“, scherzte Dominik Weber nach dem Pflichtsieg seines Hünfelder SV bei dem Melsunger FV.

Die Tore fielen dabei sehr früh und sehr spät. Zunächst sorgte Sebastian Schuch mit einem Treffer der Marke „Tor des Monats“ für die Führung: Einen Einwurf Niklas Wahls nahm er im Sechzehner stehend direkt und knallte das Leder in den Torwinkel. „Basti konnte selbst kaum glauben, dass der Ball drin ist. Das war wie Arjen Robben“, beschrieb Weber das Szenario in der 10. Minute. Bis dato hatten beispielsweise Schuch (2.) und Kevin Krieger (4.) schon das 0:1 liegen lassen. Das entscheidende zweite Tor erzielte Christoph Neidhardt erst zwei Minuten vor Ende, als er nach langem Ball Steffen Witzels an Keeper Sascha Beetz vorbeiging und alle Restzweifel beseitigte.

Wobei so richtige Zweifel kamen zu keinem Zeitpunkt auf: „Vielleicht hatte Melsungen eine Halbchance, mehr war da nicht in der Offensive“, sagte Weber und sprach von einer starken Defensivleistung. Da hatte er eine bemerkenswerte Entscheidung getroffen und den kleingewachsenen „Toto“ Trabert erstmals in die Innenverteidigung beordert, Oliver Krenzer rückte dafür wieder auf die „Sechs“ neben Lukas Budenz. Eben jene defensive Mittelfeldspieler plus Kevin Krieger auf der „Zehn“ erspielten sich zahlreiche gute Gelegenheiten, aber letzte Punch – wie so oft in letzter Zeit – ging dem HSV ab. Dennoch reichte es diesmal zu einem nie gefährdeten Sieg beim Vorletzten, für den nun wohl jede Hilfe zu spät kommt. Der MFV muss nach sechs Jahren Verbandsliga-Zugehörigkeit wohl wieder in die Gruppenliga.

Die Statistik:

Melsungen: Beetz; Dobler Eggers, Bajic, Krug, H. Schmidt, Kilian, Haas (73. Lange), Hermansa, Raabe (10. Germeroth), Michel (46. A. Schmidt), Grunewald.
HSV: Ernst – Wahl, Trabert, Helmke, Witzel – Budenz, Krenzer – Neidhardt, Krieger (75. Kröning), Fröhlich – Schuch.

Schiedsrichter: Maximilian Deeg (TSV Kalkobes).
Zuschauer: 120.
Tore: 0:1 Sebastian Schuch (10.), 0:2 Christoph Neidhardt (88.).

Autor: Johannes Götze

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