Hessenliga – Urberach (jg) – „Auswärtssiege sind schön“, brüllten die Spieler des Fußball-Hessenligisten Hünfelder SV nach dem Spiel in Urberach im Chor und wetzten durch den 3:1 (1:0)-Erfolg gleich wieder die Scharte der höchst ärgerlichen 2:3-Niederlage vom Donnerstag in Fernwald aus. Durch die Nachholspiele über Ostern ist auch die Tabelle wieder einigermaßen geradegerückt und der HSV findet sich auf dem achten Platz wieder.

„Auswärtssieg, einstelliger Tabellenplatz und sechs Punkte vor Urberach – alles bestens“, freute sich HSV-Coach Oliver Bunzenthal und hatte nach der kämpferisch starken Leistung seiner Mannschaft nur eine Sache zu kritisieren: „Von Urberach nach Hünfeld dauert es nur 50 Minuten. Heute dürfte die Heimfahrt auch mal länger dauern.“

Dass es gerne auch hätte länger dauern dürfen, lag vor allem daran, dass sich Daniel Schirmer eiskalt vom Punkt präsentierte. Der Stürmer war es nämlich, der sich den Ball in der 80. Minute selbstbewusst schnappte, ihn auf den Elfmeterpunkt legte und an Urberachs Torwart Lazar Kacarevic zur 2:1-Führung einschoss und damit den Ausgleich Urberachs, der zwei Minuten zuvor fiel, gleich wieder Vergessen machte. Niclas Rehm war nach tollem Solo elfmeterreif gefoult worden und sammelte damit seinen zweiten Scorerpunkt des Tages, denn schon beim Führungstreffer war er beteiligt: Kevin Krieger steckte im Mittelfeld zu Alex Reith durch, der fand Sturmpartner Rehm. Der Blondschopf selbst hätte das Tor schon besorgen müssen, schoss aber einen Verteidiger an – Dennis Müller machte es besser und schob den Abpraller aus acht Metern rein (17.). Den Deckel machte Müller in der Nachspielzeit drauf, als er einen Konter gemeinsam mit Cino Schwab perfekt zu Ende spielte. In der zweiten Halbzeit hatten die Haunestädter schon fünf, sechs ähnliche Situationen, spielten sie aber nicht ordentlich aus.

 

 

 

 

 

Der Sieg war ob der starken kämpferischen Leistung der Gäste verdient, doch auch Urberach hatte drei richtig gute Chancen, bei denen jeweils HSV-Keeper Christian Ruck im Mittelpunkt stand: Auf Seiten der Viktoria vergab zunächst ein ehemaliger Hünfelder kurz vor und kurz nach der Pause jeweils die große Ausgleichschance: Renato Tusha war zuerst vollkommen blank vor Ruck aufgetaucht, scheiterte aber am grandios reagierenden HSV-Keeper. In der 53. Minute war es Naser Selmanaj der einen Freistoß an die Strafraumgrenze brachte, Tusha nahm ihn direkt und Ruck reagierte erneut ganz stark. Beim Ausgleich in der 78. Minute sah Ruck dann nicht so gut aus, als er sich eine Hereingabe von Ljubisa Gavric unglücklich ins eigene Tor boxte. „Überhaupt keinen Vorwurf an Christian, weil er eine überragende Leistung gezeigt hat“, verzieh Bunzenthal, der von der Defensivleistung insgesamt angetan war und zwei Spieler hervorheben durfte: „Steffen Witzel war bärenstark, er ist heute vorneweg gegangen. Aber auch Cino Schwab hat eine tolle Leistung gezeigt.“

Grund zum Jubeln hatten die Hünfelder auch aufgrund einer anderen Tatsache: Im vierten Versuch gab es endlich den ersten Auswärtssieg in der Rödermark zu bejubeln.

Urberach: Kacarevic; Hartmann, Purcell (87. Özgün), Betz, Selmanaj, di Rosa, Rhein (75. Asmaei), Gavric, Dillmann, Tusha, Braus (60. Blazekovic).

Hünfeld: Ruck – Schwab, Weber, Witzel, Beck – Krieger (87. Belaarbi), Gensler – Müller – Schirmer, Reith (81. Budenz), Rehm (81. Trabert).

Schiedsrichter: Abdelkader Boulghalegh (Rüsselsheim)

Tore: 0:1 Dennis Müller (17.), 1:1 Ljubisa Gavric (78.), 1:2 Daniel Schirmer (80., Foulelfmeter), 1:3 Dennis Müller (90+3)

Zuschauer: 70.