Hünfelds Abteilungsleiter über die kommende Saison und die Perspektiven
Mario Rohde ist seit vergangenem Sommer Abteilungsleiter beim Hünfelder SV. Seitdem hat sich der HSV wieder zu einem Verbandsliga-Spitzenteam entwickelt. Nach zehn Monaten Amtszeit zieht der 39-Jährige ein erstes Fazit. Mario Rohde über …

… Hünfelds Rolle im Aufstiegskampf:

Sand und Flieden punkten beide sehr konstant. Ich glaube nicht, dass wir noch einmal ins Meisterschaftsrennen eingreifen können. Das ist natürlich sehr schade, aber wir können auch mit unserem dritten Platz zufrieden sein. Unser Ziel war schließlich ein Platz in der Spitzengruppe, das werden wir so wohl hinbekommen. Nächstes Spiel in Willingen hängen die Trauben noch einmal hoch, das Spiel wollen wir unbedingt positiv bestreiten. Wir wollen da sein, wenn die oberen Teams noch einmal schwächeln sollten. So ein kleines Finale am vorletzten Spieltag gegen Flieden wäre schön.

… die Gründe, warum es in diesem Jahr noch nicht für mehr reicht:

Wir haben gerade gegen die Mannschaften aus dem unteren Drittel zu viele Punkte liegen lassen. Vor allem zu Hause. Und speziell auf heimischen Rasen, mit dem eigenen Publikum im Rücken, ist das schon ein bisschen verwunderlich. Wir waren eigentlich immer daheim eine Macht, zum Beispiel auch im letzten Hessenliga-Jahr. Wieso das jetzt so ist, ist schwer zu sagen. Ich spreche den Spielern die Motivation nicht ab, aber der Hauptgrund war wohl, dass der Gegner den Sieg immer mehr gewollt hat. Fußball ist oftmals reine Kopfsache.

… die Ziele für die kommende Saison:

Wir tun gut daran, uns zunächst einmal nicht so hohe Ziele zu setzen. Wir wollen wieder um die Top fünf mitspielen, aber uns selbst keinen Druck machen. Die Mannschaft ist nächste Saison noch jünger und unerfahrener. Ein Aufstieg ist daher absolut kein Muss. Eine Hessenliga-Saison ist brutal, da muss viel zusammenpassen, vor allem kadertechnisch.

… personelle Veränderungen im Sommer. Unter anderem kommt Rohdes Bruder Julian aus Steinbach:

Mit Oliver Krenzer, Robert Simon und Johannes Helmke werden drei gestandene Spieler die erste Mannschaft verlassen. Wir müssen schauen, dass andere Spieler in diese Rolle hereinwachsen. Viele junge Leute werden zu uns stoßen (Nicolas Häuser und Sebastian Körner vom JFV Viktoria Fulda, Anm. d. Red.), die Jungs wollen wir langsam heranführen. Sie sollen fußballerisch und menschlich die nächsten Schritte machen. Dann kommt der Erfolg von ganz alleine. Nachhaltigkeit ist uns sehr wichtig, unser Projekt ist langfristig angelegt.

… weitere mögliche Neuverpflichtungen:

Mit den bisherigen Neuverpflichtungen liegen wir im Soll. Aber wir halten natürlich Augen und Ohren offen, vielleicht passiert dann noch etwas. Die Rahmenbedingungen müssen aber in sämtlichen Richtungen passen. Gerade der Charakter der Spieler ist mir sehr wichtig.

… Winterneuzugang Hadir Fattah, der seit anderthalb Monaten kein Spiel für den HSV bestritten hat:

Es ist etwas vorgefallen, was wir auf gar keinen Fall dulden konnten. Das hatte als Konsequenz zur Folge, dass wir uns sofort von dem Spieler trennen mussten. Jeder andere Verein hätte das auch so gehandhabt. Er wird auch nie wieder für Hünfeld Fußball spielen, solange die jetzigen Verantwortlichen in der Verantwortung stehen. Für den Jungen hoffe ich nur, dass er seine Lehren daraus zieht.

… Ferhat Yildiz, der im Sommer nach Steinbach wechselt und vorher wohl nicht mehr für Hünfeld spielen wird:

Bei Ferhat ist es einfach so, dass es nach seiner komplexen Schulter-Operation viel zu gefährlich ist, ihn noch am Spiel- oder Trainingsbetrieb teilnehmen zu lassen. Da haben wir dem Spieler gegenüber auch eine gewisse Fürsorgepflicht.

Autor: Steffen Kollmann

Rohde