Verbandsliga: Hünfeld erhält spezielle Siegprämie, Flieden verhängt Kappenverbot

So wie hier über die Fliedener Marc Götze (rechts) und Marc Röhrig wird Hünfelds Torwart Sebastian Ernst als gebürtiger Hersfelder sicherlich auch über das Lullusfest fliegen. Foto: Siggi Larbig

Ein gutes Jahrzehnt lang war der SV Flieden der Angstgegner des Hünfelder SV, davon zu sehen war am vergangenen Samstag aber nichts. Im Verbandsliga-Topspiel waren die Haunestädter beim 4:1-Auswärtssieg gerade in Halbzeit zwei die klar bessere Mannschaft.

AdTech Ad„Der Fußball hat gewonnen“, meinte Hünfelds Abteilungsleiter Mario Rohde nach Abpfiff freudestrahlend. Denn was der HSV fußballerisch zeigte, war nicht nur Verbandsliga-Spitze, das hatte ordentliches Hessenliga-Niveau. Alle vier Treffer waren herrlich herausgespielt, und schon bevor der Knoten in der zweiten Halbzeit platzte, vereitelte Fliedens Schlussmann Lukas Hohmann einige Hochkaräter. „Wir haben uns in der Kabine vorgenommen, zielstrebiger zu werden. Auf dem Feld haben wir die richtige Antwort gezeigt“, freute sich Julian Rohde, Bruder des Abteilungsleiters.
Der Hünfelder Kapitän hatte selbst großen Anteil daran, dass aus einem 0:1 ein 4:1 wurde. Der 28-Jährige schnürte nach exakt dreieinhalb Jahren, damals noch im Steinbacher Trikot, mal wieder einen Doppelpack. Dass Rohde seit ein paar Wochen wieder eine Position weiter vorne, nämlich auf der Zehn, spielt, tut dem Linksfuß sichtlich gut. Zudem scheint sich mit Sebastian Alles und dem jungen Aaron Gadermann eine Doppelsechs gefunden zu haben, die sich in allerlei Hinsicht perfekt zu ergänzen scheint.

„Die ganze Mannschaft war überragend“, lobte der Kapitän, der nach dem Spiel noch eine Siegprämie der besonderen Art entgegennehmen durfte. Physiotherapeut Siggi Larbig, mit Fliedener Vergangenheit ausgestattet, versprach vor dem Spiel einen 500-Euro-Bonus für den Fall, dass der HSV vier Tore schießen würde. Auch ohne den finanziellen Zuschuss hätten die Hünfelder aber wohl die Nacht zum Tage gemacht.Im Keller war die Stimmung aber auch auf Fliedener Seite nicht, wenngleich die erste Saisonpleite aufgrund des Oktoberfests zu einem ungünstigen Zeitpunkt kam. „Bislang hatten wir das Glück auf unserer Seite gehabt, das war nun eben aufgebraucht“, stellte der beste Buchone Lukas Hohmann fest, der wie alle Gleichgesinnte auch ein wenig mit Schiedsrichter Marius Ulbrich haderte: „Wenn Marcel Dücker Gelb-Rot sieht und wir beim Stand von 1:2 den Elfmeter bekommen, hätte es nochmal spannend werden können.“
Grundsätzlich konstatierte der Keeper aber eine absolut verdiente Niederlage. „Gerade die Viertelstunde nach der Pause waren wir gar nicht im Spiel“, so Hohmann. Grund zur Hoffnung gibt dafür die personelle Lage: Nachdem zuletzt, wie Hohmann erkannte, „im Training eher wenig los war“, lichtet sich das Lazarett so langsam. Nun konnte Kapitän Andreas Drews schon 90 Minuten mitwirken, auch Marc Götze war wieder mit dabei, wenngleich der Angreifer ebenso wie Luca Gaul angeschlagen raus musste.

Für Götze kam Aaron Neu, der sein Debüt im Buchonen-Dress feierte. Nach seiner Einwechslung wurde der Neuzugang aus Petersberg, der eigentlich im zentralen Mittelfeld beheimatet ist, ganz vorne aufgeboten und zeigte schon in seiner kurzen Spielzeit, dass er eine Bereicherung für die Fliedener sein wird. Ausgedient haben im Königreich fortan aber Kopfbedeckungen. Nachdem Trainer Zlatko Radic erstmals in dieser Saison mit einer nach hinten geklappten Kappe an der Seitenlinie stand und prompt verlor, hat der Stellvertretende Vorsitzende Frank Happ nun ein „offizielles Kappenverbot“ ausgesprochen._

Autor: Steffen Kollmann