Quelle: Fuldaer Zeitung (9.1.2016)

Die erhoffte Überraschung blieb aus! Volleyball-Regionalligist Hünfelder SV unterlag am Samstagabend beim Tabellenzweiten TG Wehlheiden mit 0:3-Sätzen (22:25, 20:25, 17:25). Die Niederlage zum Rückrundenstart beim starken Aufsteiger kam allerdings nicht unerwartet.
Das Schlusslicht aus der Haunestadt hatte im Vorfeld der schweren Auswärtspartie zunächst wiederum mit seinen personellen Defiziten zu kämpfen. Außenangreifer Aleksander Dimitrov fehlte aus beruflichen Gründen und Mittelangreifer Marek Liwoch war „grippetechnisch“ angeschlagen. Dafür war Diego Reckmann nach monatelanger beruflicher Abwesenheit wieder im Aufgebot – allerdings ohne großes Trainingspensum. So half erneut Stephan Schneider mit seiner Wiederaktivierung dem HSV-Team aus der misslichen Lage. Und zwei Sätze lang hielt sich die Neuformation um Spielertrainer Uli Bönsch gegen den haushohen Favoriten aus der Documenta-Stadt gut. Sowohl im ersten Durchgang konnten die Hünfelder bis zum 20:19 das Aufeinandertreffen offen gestalten. Erst in der Schlussphase setzte sich die gastgebende TGW zum 25:22 ab. Ähnlich das Bild im zweiten Abschnitt: Auch hier waren die Osthessen bis zum 20:19 ihrem Konkurrenten stets auf Tuchfühlung geblieben, ehe sich das Kasseler Stadtteilteam erneut die entscheidenden Punkte zum 25:20 und zur 2:0-Satzführung erarbeitete. Im dritten Durchgang konnte Hünfeld nach einer guten Anfangspassage zwar noch mit 7:4 in Front geben, in der Folgezeit wurden jedoch vermehrt die Problembereiche offenkundig. Vor allem die Annahme erwies sich als Schwächepunkt, so dass ein effektiver Spielaufbau mit schnellen Aktionen nur noch in zu geringem Umfang möglich war – und die wären vonnöten gewesen, um den Gegner in die Bredouille zu bringen. Auch mit dem Aufschlag konnten die HSVler nicht mehr den Druck erzeugen, um das stabile Wehlheidener Gerüst zu erschüttern. Ohnehin zeigte sich die mit voller Besetzung angetretene Heimmannschaft wieder mit sicherer und konsequenter Spielweise. Sie verdeutlichte einmal mehr ihre Ambition, den derzeitigen zweiten Tabellenrang hinter dem Führenden und die Liga dominierenden TG Rüsselsheim III nicht mehr abgeben zu wollen.
HSV-Spielertrainer Uli Bönsch war trotz Niederlage nicht ganz unzufrieden: „Die ersten beiden Sätze stimmen optimistisch. Mehr war allerdings nicht drin“ und wies dabei auf die personellen Beeinträchtigungen und Trainingsrückstände. Hünfeld spielte mit: Daniel Wehner, Uli Bönsch, Marek Liwoch, Stefan Schneider, Jakob Wall, Thomas Prokein, Diego Reckmann, Christopher Lau.
Der Blick ist nun bereits auf das wichtige Heimspiel am kommenden Sonntag gegen den TV Biedenkopf gerichtet. Will man Ende der Saison nämlich nicht am Tabellenende stehen oder gar das rettende Ufer noch erreichen, so ist ein Sieg gegen den Aufsteiger aus Mittelhessen schon fast Pflicht. bb