Zu ungewohnter Uhrzeit steigt am Freitag das Verbandsliga-Derby zwischen dem Hünfelder SV und dem RSV Petersberg. Bereits um 17.30 Uhr wird angestoßen, um das Spiel auf dem ohne Flutlicht ausgestatteten Naturrasen auf der Rhönkampfbahn durchziehen zu können.
Hünfelder SV – RSV Petersberg (Freitag, 17.30 Uhr).

Die beiden Trainer, Dominik Weber und Rolf Gollin, sind in vielen Dingen unisono: in der hohen Wertschätzung des anderen, der bedächtig wie klugen Politik der beiden Vereine, der Tatsache, lieber in den sauren Apfel der frühen Anstoßzeit zu beißen, als auf den veralteten Kunstrasen zu müssen und, ja, auch in der Frage, wer heute Abend als Sieger den Platz verlassen müsste: der HSV. Eigentlich. RSV-Coach Rolf Gollin sieht sein Team allerdings jederzeit in der Lage, etwas mitzunehmen, sagt aber auch, „dass wir dafür eine disziplinierte, konzentrierte Leistung ohne gravierende Fehler brauchen“. 

Wichtig sei es, nicht zu früh in Rückstand zu geraten und wenn das Selbstvertrauen stimme, sollte auch Zählbares möglich sein. Katastrophal ist jedoch die Personallage: Zwar kehrt Rechtsverteidiger Alexander Kilian zurück, dafür fehlen sowohl Mittelstürmer Boris Aschenbrücker und Spielmacher Daniel Nüchter als auch die beiden gesperrten Julian Elm und Adrian Bleuel. „Wir müssen uns jetzt so ein wenig in das spielfreie Wochenende retten, vorher aber versuchen in Hünfeld und am Dienstag gegen CSC noch etwas Zählbares mitzunehmen“, betont Gollin. 

Doch auch der HSV hat nichts zu verschenken, muss in den Heimspielen heute und am Dienstag gegen Willingen Rückenwind für die Topspiele in Weidenhausen und gegen Sand aufnehmen: „Ich schaue aber nur auf Petersberg„, sagt Weber, der weiß, „dass wir nach dem super Auswärtssieg in Rothwesten nachlegen wollen, dabei aber wieder mehr Ballbesitz brauchen, mehr, schneller und genauer Fußball spielen wollen, um unsere Offensiven leichter ins Spiel bringen zu können.“ 

Wie bei Petersberg hakt es beim HSV in Sachen Personal – explizit in der Abwehr: Der als Rechtsverteidiger eigentlich unersetzliche Niklas Wahl hat genauso wenig auch nur eine Spielminute bestritten, wie Innenverteidiger Tarek Belaarbi. In Nils Wenzel und Sebastian Körner „buk“ sich Weber notgedrungen zwei neue Außenverteidiger, die nun auszufallen drohen, auch die Innenverteidiger Steffen Witzel und Nicolas Häuser mussten zuletzt passen. „Viele habe ich nicht mehr“, muss Weber gestehen. Einziger fitter wie gelernter Abwehrspieler ist Franz Faulsitch, der zuletzt mit dem gelernten Sechser Thorsten Trabert die Innenverteidigung bildete. Zeit zum Wundenlecken bleibt kaum, Hünfeld wird sich dieser Tage vor allem auf die variable Offensive verlassen müssen, da fällt jedoch der gesperrte Christoph Neidhardt weg.

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