Verbandsliga: Niko Zeller ist ein Gesicht des Fliedener Erfolgs

Auf Niko Zellers Kopfballstärke gegen Steffen Witzel (links) und Co. ist Flieden auch gegen Hünfeld wieder angewiesen. Foto: Siggi Larbig

Dass sich Meisterschaften über die Defensiven entscheiden, predigt Fliedens Trainer Zlatko Radic schon seit Wochen. Mit acht Gegentreffern steht die Hintermannschaft der Buchonia glänzend da, auch deshalb ist der Club vor dem Derby-Topspiel gegen Hünfeld (Samstag,16 Uhr) auf Kurs Wiederaufstieg in die Hessenliga. Großen Anteil daran hat Innenverteidiger Niko Zeller, der inzwischen auch ganz vorne glänzt.

Fünf Saisontore stehen bereits auf seinem Konto, damit hat der 22-Jährige schon mehr Treffer erzielt als in seiner ganzen Fliedener Seniorenzeit zusammen. „Ich war eigentlich immer recht kopfballstark. Vergangene Saison hat es vorne noch nicht so häufig geklappt, dafür stehe ich diesmal oft richtig. Ohne die Vorbereiter wäre mir das aber nicht gelungen“, gibt Zeller das Lob gleich an seine Kollegen weiter.
Es passt zu seinem Naturell eines Teamplayers, dass sich der Jossaer nicht selbst in den Mittelpunkt stellt. Dafür redet Trainer Zlatko Radic umso lieber über seinen Schützling. „Er ist nicht nur hinten eine ganz wichtige Säule, sondern auch vorne bei Standards enorm wichtig“, lobt der Übungsleiter, der Zeller aufgrund seiner Qualitäten in der Spieleröffnung mit dem Dortmunder Mats Hummels vergleicht. Nur als Lautsprecher fungiert das Eigengewächs (noch) nicht. „Als ich gekommen bin, waren Niko Zeller und Nico Hohmann die leisesten Spieler. Nico Hohmann redet inzwischen viel mehr auf dem Platz, aus Niko Zeller bekomme ich es aber noch nicht raus.“
Trotzdem funktioniert die momentane Viererkette mit Zeller, Andre Leibold, Felix Hack und Nico Hohmann glänzend. „Wir haben eine perfekte Mischung und kennen uns mittlerweile richtig gut. Die Automatismen sind da“, frohlockt der junge Innenverteidiger. Auch deshalb können Ausfälle momentan problemlos kompensiert werden: „Wir haben immer elf Mann auf dem Platz, die sich den Arsch aufreißen. Keiner tanzt aus der Reihe, Engagement und Leistung stimmen bei allen. Dazu glauben wir fußballerisch inzwischen mehr an uns, wir haben oft genug gezeigt, dass wir es können.“

Das wollen Zeller und Co. auch wieder im Derby gegen Hünfeld beweisen. „Wir stehen gut da, was die Derbys angeht, und können in diesen Spielen immer ein paar Prozent mehr auf den Platz bringen“, erklärt der 22-Jährige, der von einem engen Duell ohne klaren Favoriten ausgeht.Hünfeld hat den breiteren Kader, von Spielern wie Christoph Neidhardt oder Florian Münkel auf der Bank können wir momentan nur träumen. Ich denke aber, dass wir die Angelegenheit über unsere Geschlossenheit zu einem 50:50-Duell werden lassen.“

Autor: Steffen Kollmann