Verbandsliga: HSV deklassiert Soden

Mit einem noch besseren Gefühl als ohnehin schon kann Christoph Neidhardt morgen vor das Standesamt treten und seiner Angi sein Ja-Wort geben. Mit zwei Toren war er heute einer der Sieggaranten beim 6:1 (4:1)-Erfolg seines Hünfelder SV im Verbandsliga-Evergreen gegen die SG Bad Soden.

Die entscheidende Szene trug sich Mitte der ersten Halbzeit zu  Bad Sodens Innenverteidiger Anton Römmich leistete sich einen kapitalen Ballverlust gegen den pfeilschnellen Marius Bublitz, der in den Strafraum zog und dort den Kontakt des anderen Innenverteidigers, Christoph Neiter, dankend annahm. Da nicht ballorientiert, dafür einschussbereit entschied Schiedsrichter Felix Berger (Herleshausen) auf Rot und Elfmeter. Neidhardt sagte das erste Mal artig danke (25.) und erzielte das 1:1. Bad Sodens
In einem bis dato offenen Spiel ließ sich Bad Sodens nun 20 Minuten lang völlig deklassieren, Hünfeld spielte hingegen groß auf. Klasse das 2:1, als Neidhardt Bublitz freispielte und dieser Youngster Sebastian Körner den Weg zu seinem ersten Tor im Hünfelder Dress bereitete (31.). Gegen eine entblößte Sodener Abwehr legte Krieger nach, Nils Wenzel hatte einen klasse Pass gespielt (33.). Ließen Julian Rohde, Wenzel und Sven Bambey das vierte Tor noch liegen, sorgte Neidhardt für die Entscheidung, weil er sein zweites verfrühtes Hochzeitsgeschenk – diesmal ausgesprochen von Sodens Keeper Daniel Soldevilla ausgesprochen – gerne annahm.

Auch Bublitz belohnt sich

Schon in einfacher Überzahl in Durchgang zwei gestartet, machte Sodens Dimitrij Scheller daraus schnell eine doppelte. Sein leichtes Ausschlagen gegen Krieger in einem normalen Zweikampf ahndete Berger mit der zweiten Verwarnung. Hünfeld spielte die numerische Überlegenheit stark aus, traf aber „nur“ noch zweimal: Erst der eingewechselte Lukas Budenz per abgefälschtem Distanzschuss (74.), dann Bublitz, der sich nach Wenzels Hereingabe ebenfalls belohnte (83.). Hätte Hünfeld zehn Tore gemacht, Soden hätte sich nicht beschweren dürfen.

„Ich habe schon in der Vorbereitung gesehen, dass fußballerisch viel Potenzial da ist, genau wie ich wusste, dass defensiv Potenzial weggefallen ist. Da sind bomben Jungs dabei“, konnte HSV-Coach Dominik Weber seine Neuzugänge heute über den grünen Klee loben: Bublitz, Wenzel, Körner und Bambey machten eine klasse Spiel, aber auch der Rest der Mannschaft funktionierte wie aus einem Guss.

Nach solch einem deutlichen Sieg des HSV sah es zunächst aber gar nicht aus, denn aus einem eigenen Einwurf fiel bereits nach drei Minuten das 0:1. Steffen Witzel und Manuel Kröning standen schlecht zum Ball, Daniele Fiorentino nahm Kröning auch noch einige Meter ab und hob das Leder gekonnt über Jonas Hosenfeld ins Tor (3.). Zwar hätte Hünfeld fast im Gegenzug ausgleichen müssen, als Neiter klasse rettete, aber auch das 0:2 war durchaus möglich.

Die Statistik:

Hünfelder SV: Hosenfeld – Wenzel, Faulstich, Witzel, Kröning – Rohde, Bambey – Körner (58. Fröhlich), Krieger, Bublitz – Neidhardt (49. Budenz).
Bad Soden :Soldevilla – Demuth, Neiter, Römmich (79. Bräuer), Krapf – Scheller – Ehlert (46. Jordan), Lairich (87. De Carvalho), di Maria, Burgstaller – Fiorentino.
Schiedsrichter: Felix Berger (SG Herleshausen/Nesselröden).

Zuschauer: 150.
Tore: 0:1 Daniele Fiorentino (3.), 1:1 Christoph Neidhardt (25., Foulelfmeter), 2:1 Sebastian Körner (31.), 3:1 Kevin Krieger (33.), 4:1 Christoph Neidhardt (42.), 5:1 Lukas Budenz (74.), 6:1 Marius Bublitz (83.).
Rote Karte: Christoph Neiter (24., Bad Sodens).
Gelb-Rote Karte: Dimitrij Scheller (54., Bad Soden).

Autor: Johannes Götze

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