Nein, die 0:2-Niederlage in Weidenhausen hat den Hünfelder SV nicht aus der Bahn geworfen. Nicht einmal im Ansatz, denn der Auftritt des Verbandsliga-Dritten gegen Abstiegskandidat GSV Eintracht Baunatal war astrein, der klare 4:0 (3:0)-Sieg fiel noch deutlich zu niedrig aus.

HSV-Coach Dominik Weber war kurzfristig zum Umbauen gezwungen, weil auch noch Abwehrchef und Kapitän Johannes Helmke passen musste, aber das interessierte den Gastgeber wirklich nur ganz am Rande, denn die Defensive war dank einer fast durchweg konzentrierten Leistung überhaupt nicht gefordert. Und da dazu die Offensivmaschinerie auf Hochtouren lief, gab es nur ganz wenige Kritikpunkte für die Leistung.

„Ich habe vorher in der Kabine auf die Tafel geschrieben, dass ich einen souveränen Sieg erwarte – ohne Baunatal zu nahe treten zu wollen“, sagte Weber, der nicht enttäuscht wurde und auch nicht von einer passenden Reaktion sprechen wollte: „Das war ein Pflichtsieg. Die Reaktion muss nächste Woche in Lehnerz kommen.“ Dies sei eine ähnliche Situation wie nach dem 5:0-Auftaktsieg gegen Hessen Kassel II, als danach die Niederlage in Weidenhausen folgte.Ließen Maximilian Fröhlich und Kevin Krieger noch eine ganz frühe Führung liegen (beide 10.), stellte Hünfeld nach knapp einer halben Stunde die Weichen und entschied das Spiel bis zur Pause in Gänze. Dem 1:0 ging der vielleicht schönste Spielzug des Tages voraus, als Robert Simon Sebastian Schuch mitnahm, dessen Steilpass Maximilian Fröhlich ganz uneigennützig dem Torschützen Christoph Neidhardt weiterleitete (27.).

Nachlegen konnte wenig später Oliver Krenzer per direktem Freistoß aus 18 Metern herrlich über die Mauer, nachdem Steffen Witzel in Mittelstürmerposition gefoult worden war (33.). Der dritte Treffer gehörte Tarek Belaarbi – und das war ein ganz krummes Ding, denn Kevin Kriegers perfekt getimete Flanke beförderte er per Schulter über Torwart und Verteidiger hinweg ins Tor (40.). Ein deutlich höheres Halbzeitergebnis verhinderte GSV-Torwart Lukas Rudolph – mit Abstand bester Mann seines Teams.

Die zweite Halbzeit verlief bei einem schon so deutlichen Ergebnis wie so oft: Der HSV spielte nicht mehr mit aller letzter Konsequenz im letzten Drittel, hätte aber auch mit vielleicht nur noch 80 Prozent vier, fünf Tore machen müssen. Treffen sollte allerdings nur noch Doppelpacker Christoph Neidhardt, der an einem von Rudolph an ihm selbst verursachten Elfmeter mit der nötigen Coolness verwandelte (61.).

Hünfeld: Ernst – Wahl, Faulstich, Belaarbi, Witzel – Krenzer (84. Heinz), Krieger – Neidhardt, Schuch, Fröhlich – Simon (58. Trabert).
Eintracht Baunatal: Rudolph – Grasjossek, J. Katluhn, Cobileanu, Hofmann (61. D. Katluhn) – Preuss (46. J. Kraus), Pusch, T. Kraus, Bürger – Willer (46. Agzikara), Schmidt.
Schiedsrichter: Johannes Drößler (FSV Wacker 03 Gotha).
Zuschauer: 160.
Tore: 1:0 Christoph Neidhardt (27.), 2:0 Oliver Krenzer (33.), 3:0 Tarek Belaarbi (40.), 4:0 Christoph Neidhardt (61., Foulelfmeter).

Autor: Johannes Götze

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