Bad Hersfeld – Von Jasha Günther –www.osthessen-zeitung.de

Ein Wurf von Felix Rehberg über Keeper Tobias Kretz zwei Sekunden vor Schluss bescherte dem Hünfelder SV einen Punkt in Bad Hersfeld – es war der Treffer zum 33:33 (20:16). Das Derby und Spitzenspiel in der Handball-Landesliga bot Spannung bis zum Schluss und die rund 700 Zuschauer machten die Hersfelder Geistalhalle zu einem echten Hexenkessel.

Peter Köpke hatte die Gastgeber in der 58. Minute in Führung gebracht, danach geht es hin und her. Gut 20 Sekunden vor Schluss hält dann Kretz gegen Benjamin Krso, Hersfeld ist wieder in Ballbesitz und kann die Führung über die Zeit bringen. Dann verliert aber Lars Matthiessen den Ball aus der Hand, es wird unübersichtlich und die Schiedsrichter entscheiden auf Fuß. Lennert Sitzmann reagiert am schnellsten,  wirft den Ball nach vorne und Rehberg verwandelt mit einem Heber über Kretz zum 33:33. Danach gibt es kein Halten mehr, die Haunestädter feiern den Punkt wie einen Sieg. Tabellenführer HSV hält damit die Verfolger auf Distanz und bleiben auf Meisterschaftskurs.

„Wir waren nicht in der Lage, 20 Sekunden den Ball zu halten“, hing Hersfelds Trainer Dragos Negovan die letzte Situation nach der Partie noch nach: „Es war eine ähnliche Situation wie letzte Woche in Eschwege.“ Dort hatten die Hersfelder das Spiel in der letzten Minute verloren. Doch Negovan fand auch lobende Worte: „Die kämpferische Leistung hat gepasst.“

In der ersten Halbzeit hatte sich bis kurz vor der Pause keine Mannschaft nennenswert absetzen können. Nach dem 14:14 (25.), legten die Gastgeber einen 3:0-Lauf hin und zogen so bis zur Halbzeit auf 20:16 weg. „Wir sind dann gut aus der Pause gekommen“, schilderte Hünfelds Trainer Dominik Jäger: „Wir haben das Herz in die Hand genommen und gezeigt, dass wir zu Recht da oben stehen.“ Felix Kircher, Alexander Unglaube und Alexander Schott brachten die Gäste innerhalb von nicht einmal drei Minuten auf 19:20 ran. Beim 26:26 (42.) glich der HSV erstmals wieder aus und übernahm dann seinerseits die Führung, danach war es durchweg eng. Die Hersfelder Abwehr stand gut und konnte Abschlüsse immer wieder unterbinden, auf der anderen Seite hielt Tim-Niklas Dörge zahlreiche Würfe. Den Zuschauern bot sich ein Handballfest. „Eine so volle Halle ist ein geiles Ding. Es hat richtig Spaß gemacht, zu spielen“, meinte Hersfelds Marco Kemmerzell nach Abpfiff und Jäger sagte: „Die Stimmung war sensationell. Es war ein faires Derby und ein gerechtes Unentschieden.“ Die Fans beider Mannschaften schenkten sich beim Anfeuern nichts, jede Aktion auf dem Spielfeld und jede Schiedsrichterentscheidung wurden lautstark gefeiert oder auch mal ausgepfiffen. Beide Fanlager hatten Trommeln im Einsatz und stimmten immer wieder zu Gesängen an. Die Spieler forderten die Unterstützung auch immer wieder durch Gesten. In der Schlussphase hielt es niemanden mehr auf seinem Sitzplatz.

Bad Hersfeld: Kretz, Hüter; Köpke (1), M. Krause (7), Kemmerzell (8/2), Kromm (3), Förtsch, Koch (2), Berger, Wiegel (2), Rohde, Matthiessen (1), A. Krause (6/2), Reinhardt (3).

Hünfeld: T.-N. Dörge, Masche; Sitzmann (1), Sauer (1), Rehberg (6), Schott (7), Houston (2), Müller (1/1), M.-P. Dörge, Abel, Unglaube (9/3), Krso (1), Kircher (5).

Zuschauer: 700.