Hünfeld (pf/tg) – www.osthessen-zeitung.de

Jetzt hat es auch den Hünfelder SV erwischt: Im Derby gegen die TG Rotenburg kassierte der HSV seine erste Saisonniederlage in der Handball-Landesliga und verlor knapp mit 29:30 (13:12). Die Rotenburger Feier stieg anschließend ausgerechnet am Oktoberfest in der Hünfelder Halle.

 „Wir hatten einen Matchplan, den haben wir konsequent durchgezogen. Hünfeld hat alles versucht mit vielen Wechseln auf allen Positionen, aber wir standen top und haben nicht so viel zugelassen“, strahlte TGR-Coach Robert Nolte nach der Partie und sprach von einem am Ende glücklichen, aber nicht unverdienten Sieg, den Jendrik Janotta mit seinem Tor in der Schlusssekunde vor 400 Zuschauern in der voll besetzten Halle klarmachte. „Unser größtes Problem war, dass wir nicht aggressiv genug in der Abwehr waren und somit zu viele Tore zugelassen haben“, resümierte HSV-Keeper Christian Krätzig. Man müsse aber auch anerkennen, dass Rotenburg sehr gut gespielt habe. „Rotenburg war über hundert Prozent. Wir waren unter dem, was wir leisten können“, so Krätzig.

Schon im ersten Durchgang traten die Gäste zielstrebig auf und arbeiteten sich direkt einen kleinen Vorsprung heraus, der über weite Strecken der ersten Hälfte Bestand hatte. Hünfeld kam immer wieder bis auf einen Treffer heran, konnte aber nicht ausgleichen. Stattdessen setzte sich die TG Rotenburg nach etwa 25 Minuten mit 12:9 ab, ehe der HSV den Ernst der Lage erkannte und innerhalb kurzer Zeit auf 12:12 stellte. In dieser Phase vergab Marcus Einhorn für die Gäste einen Siebenmeter, die nach dem Tor von Fabian Sauer zur Pause plötzlich hinten lagen. Davon ließ sich das Nolte-Team aber nicht beirren, hielt weiter an seiner Philosophie fest und ärgerte den Oberliga-Absteiger auch nach der Halbzeit. Beim Stand von 19:18 für den HSV drehte Jan-Oliver Holl die Partie mit zwei Toren wieder auf die Seite der Rotenburger, die von nun an wieder leicht die Nase vorne hatten. Die Schlussphase bot dann Spannung pur für die Zuschauer, auch weil Christian Krätzig die Gastgeber mit einigen starken Paraden im Spiel hielt, und war an Dramatik kaum zu überbieten: Hünfeld ging wieder mit 29:28 (57.) in Führung und schien doch auf der Siegerstraße, allerdings hatten die Mannen aus der Haunestadt die Rechnung ohne Rotenburg gemacht: Boze Balic per Siebenmeter und Jendrik Janotta sorgten in den Schlussminuten für den Derbysieg der Gäste. „Wir wussten, dass sie extrem verschieben und auf Rückpässe allergisch sind. Wir waren top eingestellt und haben ein Riesen-Spiel gemacht“, war Robert Nolte stolz.

Hünfeld: Masche, Krätzig; Sitzmann (6), Sauer (8/4), Fischer, Klein (1), Houston (2), Hyseni, Krug (1), Sandrock (1), Sauerbier, Unglaube (7), Kircher (3).
Rotenburg: Dick, Drazen; Einhorn (2/2), Gerlich, Debus, T. Balic (3), Golkowski (7), Reyer, B. Balic (7/2), Schuhmann (2), Holl (6), Janotta (2), Barzov, Troch (1).
Zuschauer: 400.

Rothenburg-10-2018-5