Hünfeld (fs) – www.osthessen-zeitung.de

Der Bann ist gebrochen: Nachdem sich der SV Steinbach im Lauterbach-Hünfelder Fußball-Kreispokal zuletzt viermal in Folge gegen den Hünfelder SV durchsetzen konnte, drehte der HSV diesmal den Spieß um: Gegen chancenlose Steinbacher, bei denen Feldspieler Jan Ullrich im Kasten stand, setzte sich der Verbandsligist hochverdient mit 3:0 (2:0) durch und trifft im Finale nun entweder auf die SG Schlitzerland oder die FSG Vogelsberg.

Maximilian Dücker (links) blieb diesmal trotz eigenen Fanclubs zwar ohne Treffer, der HSV gewann aber trotzdem den Pokalschlager gegen den SV Steinbach. Foto: Christine Görlich

„Das war genau so ein Spiel, wie ich es nicht sehen will: Kein Einsatz, keine richtige Entscheidung. Das war einfach scheiße“, polterte Steinbachs Trainer Petr Paliatka – wollte seinem Keeper allerdings keinen Vorwurf machen: Da alle drei etatmäßigen Keeper und auch Reserve-Torhüter Ferdinand Vogt allesamt nicht zur Verfügung standen, musste mit Stürmer Jan Ullrich der Kleinste in den Kasten. Dass allerdings gerade der großgewachsene Aaron Gadermann jeweils nach Ecke von Sebastian Alles zweimal per Kopf traf (13., 25.) – dafür konnte Ullrich nichts. Vielmehr hatte Gadermann, der als Sechser ohnehin ein starkes Bewerbungsschreiben für einen Startelfeinsatz gegen Melsungen abgab, viel zu viel Platz und konnte jeweils unbedrängt links unten einköpfen.

Ullrich beispielsweise hielt vor der Pause gegen Daniel Kornagel (39.) ebenso stark wie nach der Pause gegen Gadermann (51.), der kurz darauf eine Ecke noch knapp drüber setzte (52.), dazu war Ullrich auch gegen Maximilian Fröhlich zur Stelle (65.). Andre Vogt (58.) und Kornagel (79.) trafen jeweils per Freistoß nur den Pfosten und verpassten es so, das Ergebnis noch deutlicher zu gestalten – für den Endstand sorgte dann Vogt in der Schlussminute.

Und Steinbach? Vom SVS war offensiv nicht viel zu sehen, am gefährlichsten waren noch ein Volleyschuss von Fabian Wiegand (28.) und ein Schuss von Fabian Koch (77.) – das war’s. Dazu bekam der Hessenligist spätestens in der zweiten Hälfte auch defensiv keinen Zugriff mehr aufs Spiel, der HSV war lauf- und spielfreudiger und feierte einen hochverdienten Heimsieg – im fünften Anlauf im Pokal übrigens gegen die Steinbacher. Womöglich lag’s ja an Simon Grosch, der diesmal die Hauptverantwortung von Dominik Weber übernahm: „Dome hat mir am Montag im Training gesagt, dass wir mal die Rollen tauschen, weil es in den letzten Jahren gegen Steinbach nicht gut gelaufen ist. Im Ergebnis hat es ja gepasst“, schmunzelte Grosch, der einzig mit der Chancenverwertung hadert: „Das war das einzige Manko: Wir müssen höher gewinnen, die Angriffe zielstrebiger ausspielen. Ansonsten war das eine super Leistung, wir haben das auch spielerisch sehr gut gemacht in der zweiten Halbzeit.“ Paliatka wiederum wollte das Spiel lieber schnell abhaken und richtete den Blick nach vorne: „Ich hoffe, dass die Jungs verstanden haben, dass sie jetzt am Samstag gegen Bad Vilbel ganz anders auftreten müssen.“

Hünfeld: Ernst; Dücker, Häuser, Witzel, Vogt – Alles, Gadermann – Neidhardt (63. Krieger), Kornagel (87. Reith), Fröhlich (87. Baumgart) – Münkel.  

Steinbach: Ullrich; F. Wiegand, Bott, Neacsu, Ristevksi (46. Uth) – M. Wiegand, Milenkovski (46. Kücükler) – Koch, Dimitrijevic (46. Stadler), Ludwig – Kvaca.

Schiedsrichter: Ismail Koc (Steinau)  

Tore: 1:0 Aaron Gadermann (13.), 2:0 Aaron Gadermann (25.), 3:0 Andre Vogt (90.+1)

Zuschauer: 200.