Verbandsliga: Deutlich höherer Sieg möglich

Alexander Reith führte sich direkt mit einem Doppelpack ein. Foto: Siggi Larbig

Nicht eine Sekunde musste der Hünfelder SV bangen, dass der Auftakt punktetechnisch in die Hose gehen können. Vielmehr war der Qualitätsunterschied zwischen dem Hessenliga-Absteiger und Körle gigantisch. Der 7:0 (2:0)-Sieg hätte deutlich höher ausfallen müssen.

Dass Körle Verbandsliga spielt, war nur dem späten Rückzug der SV Eschwege zu verdanken. Dass der FC aber noch längst nicht auf Sechstliga-Niveau unterwegs ist, zeigte das Spiel auf der Rhönkampfbahn in beinahe allen Belangen. Extrem ersatzgeschwächt wusste das im 4-5-1-System aufgestellte Team zu keiner Sekunde, wie sie denn nun Hünfelds Angriffswellen stoppen könnte. Beinahe jede Minute rollte eine auf Keeper Mario Umbach zu, der sich mehrfach auszeichnen konnte. Beispielsweise als er Julian Rohdes Strafstoß Mitte der ersten Halbzeit hielt. 

Und dementsprechend diente das 90-minütige Treiben nicht mehr als einem weiteren Testspiel, für den der HSV allerdings dankenswerterweise drei Zähler auf dem Konto verbuchen darf. Und bei jenem „Test“ wurde deutlich, dass Hünfeld weiterhin Probleme hat, klare bis klarste Tormöglichkeiten im Gehäuse unterzubringen. Im 4-2-3-1 aufgestellt, indem sich Alexander Reith und Kevin Krieger als Spielmacher und Mittelstürmer permanent abwechselnd, agierte Hünfeld spielerisch gut, schaffte es aber in der Box nicht, allerhand Möglichkeiten ins Ziel zu bringen.

Tabellenführung war möglich

Dementsprechend wichtig waren Reiths beide Treffer vor der Pause, um die Überlegenheit auch einigermaßen auf das Papier zu bringen. Einmal staubte er ab, einmal traf er aus 18 Metern. Beide Male darf sich Maximilian Fröhlich den Scorerpunkt auf die Fahnen schreiben. Doch Fröhlich traf auch selbst. Bei dem für das Spiel vielleicht bezeichnendsten Treffer: Fast von der Außenlinie durfte er unbedrängt loslaufen und schloss nicht mal mit Geleitschutz an seiner Seite trocken aus 18 Metern ins Eck ab (56.). Doch das schönste Tor durfte sich Kevin Krieger auf die Fahnen schreiben, als Reith, Rohde und Krieger einen Freistoßtrick auspackten, den am Ende selbst die Hünfelder Mitspieler applaudieren ließ. Florian Münkel, Fröhlich und Rechtsverteidiger Marcel Dücker, der zwei Elfmeter herausholte und Hünfelds bester Mann war, schraubten das Ergebnis noch in die Höhe. 

„Wir haben leider wieder viele gute Möglichkeiten leichtfertig vergeben“, musste Hünfelds Fußballchef Mario Rohde konstatieren, der aber auch feststellen durfte, „dass wir spielerisch ganz viele gute Aktionen dabei hatten, das Spiel aber auch kein Maßstab für uns sein kann“. Problemlos hätte Hünfeld noch das 8:0 von Flieden gegen Vellmar toppen und mit der Tabellenführung in die Saison starten können. Was Körle aber dabei hatte: Jede Menge Fans, die selbst nach Abpfiff ihr Team mit Trommeln und Gesängen bedingungslos feierten.

Die Statistik:

Hünfelder SV: Ernst – Dücker, Faulstich (80. J. Budenz), Witzel, Häuser – Alles, Rohde – Neidhardt, Reith (65. Münkel), Fröhlich – Krieger (74. Gadermann). 
FC Körle: M. Umbach – F. Lenz, Riemann, K. Lenz, Afrakhteh – Özata (59. Alberding), Taube, J. Umbach, Dobler Eggers, Holl (36. Herwig) – Sufi (90. Ziebe). 
Schiedsrichter: Felix Berger (TSV Herleshausen). 
Zuschauer: 250. 
Tore: 1:0 Alexander Reith (3.), 2:0 Alexander Reith (37.), 3:0 Maximilian Fröhlich (56.), 4:0 Kevin Krieger (64.), 5:0 Florian Münkel (74., Foulelfmeter), 6:0 Marcel Dücker (86.), 7:0 Maximilian Fröhlich (88.). 
Besonderes Vorkommnis: Julian Rohde (Hünfeld) scheitert per Foulelfmeter an Mario Umbach (28.).

Autor: Johannes Götze

Koerle-07-2019-9