Verbandsliga: Start verpennt

 

Das war‘s für den Hünfelder SV und seinen Hessenliga-Ambitionen für die kommende Saison, denn nach der heutigen 1:3 (0:2)-Niederlage bei CSC 03 Kassel sind Sand und Flieden selbst mit dem Fernglas kaum noch zu sehen.

Auf der altehrwürdigen Jahnkampfbahn hatte HSV-Coach Dominik Weber seine Lehren aus dem Hinspiel (3:4-Niederlage) gezogen und versuchte den damals überragenden Außenbahnspielern des Gegners durch ein 4-4-2-System beizukommen. Kevin Krieger, zuletzt auf der „Zehn“ eingesetzt, durfte diesmal ganz vorne neben Sebastian Schuch ran. „Toto“ Trabert hatte Weber indes auf Kassels Winterneuzugang und für die Verbandsliga außergewöhnlich starken Spielmacher Israel Suero Fernandez angesetzt.

Doch die Kniffe zeigten keine Wirkung, weil der HSV eine halbe Stunde lang völlig lethargisch agierte, schien passend zu einem Mittwochsabendspiel gar nicht richtig wach und lief ganz früh einem 0:2-Rückstand hinterher. Beiden Toren gingen Ecken von Suero Fernandez voraus, die erste nutzte Lars Frerking per Kopf (5.), bei der zweiten konnte der HSV den Ball nicht klären und Igor Radisavljevic holte ganz geschickt einen Elfmeter heraus. Ein Kontakt war zwar da, er ließ sich aber schon sehr theatrelisch in „Johnny“ Helmke hineinfallen. Den gibt nicht jeder, Suero Fernandez war das aber egal (17.). Was zur ersten Halbzeit passte: Der CSC hatte keine weitere nennenswerte Offensivaktion, der HSV dagegen in der Schlussphase dreimal den Anschluss am Fuß, beziehungsweise am Kopf, aber Witzel (37.), Schuch (38.) und Radisavljevic fast ins eigene Tor (45.+1) blieb der Treffer verwehrt.

Und der HSV berappelte sich nach dem Pausentee immer mehr, doch der überfällige Anschlusstreffer ließ lange auf sich warten, weil beispielsweise an Helmkes Querpass niemand ranreichte (56.), Schuch nicht zum Abschluss kam (57.) und Krieger den Ball nicht voll traf (72.). Erst Schuch sorgte für das 1:2, nachdem Oliver Krenzer einen herrlichen Ball in Maximilian Fröhlichs Laufweg spielte, der Linksaußen drei Mann stehen ließ und Schuch in der Zentrale mit Wucht das Leder unterbrachte (75.).

Doch als alle dachten, dass jetzt noch was geht, waren es eher die Gastgeber, die die Entscheidung in Unterzahl (Steinhauer sah Gelb-Rot wegen Ballwegschlagens) liegen ließen. Sebastian Ernst hielt gegen Suero Fernandez, der überragende Mann am Platz, zweimal stark, in der Nachspielzeit konnte allerdings auch er nicht mehr den Einschlag verhindern. Die einzige Ausgleichschance hatte Krenzer per direktem Freistoß aus 28 Metern, allerdings hielt Bartuli das Leder im Nachfassen fest, Schuch wäre beinahe zur Stelle gewesen (89.). So blieb letztlich ein gebrauchter Tag stehen, weil das Team zu spät erwachte.

Die Statistik:

CSC 03 Kassel: Bartuli – Kwiedor, Frerking, Iksal, Steinhauer – Murawski, Dawid – Simonet (90. Metzner), Suero Fernandez, Pape (78. Maresca) – Radisavljevic (66. Kouay).
Hünfeld: Ernst – Wahl, Krenzer, Helmke, Witzel (79. Falkenhahn) – Neidhardt, Budenz, Trabert (40. Kröning), Fröhlich – Krieger, Schuch.

Schiedsrichter: Daniel Losinski (TSV Immenhausen).
Zuschauer: 60.
Tore: 1:0 Lars Frerking (5.), 2:0 Israel Suero Fernandez (17., Foulelfmeter), 2:1 Sebastian Schuch (75.), 3:1 Israel Suero Fernandez (90.+1).
Gelb-Rote Karte: Florian Steinhauer (65., Kassel).

Autor: Johannes Götze

CSC-Kassel-17-2