Quelle: Fuldaer Zeitung (30.01.2017)

Der Volleyball-Regionalligist Hünfelder SV kann doch noch gewinnen. Im Kellerduell bezwang das gastgebende Team am Samstagabend in der Kreissporthalle die TG Hanau mit 3:0-Sätzen und übergab dem Gegner aus der Kinzigstadt wieder die rote Laterne. Für die Haunestädter Formation war es der zweite Saisonsieg. Nach dem Aufeinandertreffen erklärte Spielertrainer Uli Bönsch erleichtert: „Das war Balsam für die Seele“.
Im Vorfeld der „Partie der Abstiegsgefährdeten“ hatte der personell gebeutelte Gastgeber jedoch erneut Schrecksekunden zu überstehen. Im Abschlusstraining zogen sich Libero Thomas Prokein und Angreifer Aleksander Dimitrov einige Blessuren zu. Beide HSV-Akteure bissen aber die Zähne zusammen und kämpften sich durch das wichtige Match. Die Startphase seitens der Heimmannschaft war allerdings zunächst sehr holprig und weniger verheißungsvoll. Während im HSV-Gefüge „einige Wackler“ und zu viele Eigenfehler zu sehen waren, zeigten sich die Gäste aus der Brüder-Grimm-Stadt hingegen sehr stabil und spielfreudig. Dass Hünfeld zu diesem Zeitpunkt stets einem Rückstand hinterherlaufen musste, war die logische Konsequenz deren Spielweise. Bei 16:21 schien der drohende Satzverlust fast unvermeidbar. Hanau war jedoch auch nicht so sattelfest, wie es anfänglich schien. Während die Osthessen sicherer in ihren Aktionen wurden, gerieten die TGler zusehends unter Druck. Nervosität machte sich in deren Reihen breit. Hünfelds Aleksander Dimitrov leitete mit einer guten und sicheren Aufschlagsserie die erfolgreiche Aufholjagd ein. Der Gegner bekam in dieser Phase den Ball überhaupt nicht mehr auf den Boden, so dass mit neun gewonnenen Ballpunkten in Folge am Ende das 25:21 stand. Mit der Grundlage des Auftaktsatzgewinnes und der damit gewonnenen Sicherheit hatten die Hünfelder im zweiten Durchgang spielerische Vorteile, die sie in einer ständigen und beruhigenden Führung bis zum erneuten 25:21 belegten. Erst in der Schlussphase des Satzes hatten die Gäste aus Südhessen sich wieder besser einbringen können. Der dritte Abschnitt verlief zunächst ausgeglichen, keine der Parteien konnte sich entscheidend absetzen und in Vordergrund spielen. Schließlich gelang es jedoch den Haunestädtern, sich bei 22:18 langsam ihrem Ziel zu nähern. Und sie ließen in der verbleibenden Spielzeit auch nicht mehr allzu viel zu. Nach ein paar gelungenen Aktionen bejubelten die HSVler samt Fangemeinde den weiteren 25:21-Satzgewinn – und den zweiten Dreier in dieser Spielrunde. Es war kein glanzvoller Sieg, jedoch nutzte die Heimmannschaft ihre Möglichkeiten gegen den direkten Mitabstiegskandidaten. Die Partie machte erneut deutlich, dass beide Kontrahenten aufgrund der personellen Abgänge zu Saisonbeginn auch erhebliche „Qualitätseinbußen“ hatten.
Der Hünfelder Sportverein hält mit dem Sieg das kleine „Fünkchen Hoffnung“ am Klimmen und hat die theoretische Chance auf den Klassenerhalt gewahrt. Wieviel dieser in der Endabrechnung jedoch Wert war, werden die nächsten Spiele zeigen müssen. Dabei wird jede Begegnung zum Endspiel für den derzeit Taellenvorletzten. Die nächste zu nehmende Hürde ist in zwei Wochen die beim Tabellensiebten Eintracht Frankfurt.
Hünfeld spielte mit Waldemar Weizel, Daniel Wehner, Uli Bönsch, Aleksander Dimitrov, Marek Liwoch, Jakob Wall, Christopher Lau, Thomas Prokein (Libero).