Der HSV lässt die Korken knallen

Jetzt ist es amtlich: Der Hünfelder SV ist Verbandsliga-Meister und kehrt nach 1965, 2003, 2008 und 2012 zum fünften Male in die Hessenliga zurück. Ursächlich ist neben einer tollen Saison, dass Lehnerz II am Sonntag in Sand mit 0:1 verloren hat.

Wie gebannt verfolgten die Spieler des HSV während des Spiels der eigenen Reserve gegen Lauter geschlossen den Live-Ticker aus Sand, bis um 17.28 Uhr Gewissheit herrschte – und die große Sause starten durfte. Und die hatte es sofort in sich, die obligatorischen Bierduschen folgten in Windeseile. Und ein paar Spieler wurden gar von ihren Gefühlen komplett übermannt, ein Franz Faulstich verabschiedete sich für ein paar Minuten, auch Coach Dominik Weber war den Tränen hinter seiner Sonnenbrille ganz nahe. „Was soll ich jetzt noch sagen“, frohlockte Abteilungsleiter Mario Rohde, der dann doch noch ein paar Worte fand: „Ich freue mich für das Team, ich freue mich für den ganzen Verein und ich freue mich auch für mich selbst. Auch Sofameister ist einfach nur geil!“ Und nach den ersten Bierduschen stellte er fest: „Bier brennt in den Augen schlimmer als Pippi.“

„Es ist einfach Wahnsinn. Für mich persönlich ist das mit Abstand die schönste Meisterschaft, die ich errungen habe. Das erfüllt mich mit Stolz, alle haben ihren Teil dazu beigetragen. Einfach überragend“, gab Mario Rohdes jüngerer Bruder Julian zu Protokoll, der vor der Saison vom SV Steinbach zurück an die Rhönkampfbahn gekehrt war und sogleich das Kapitänsamt übernommen hat. Seinem Trainer Weber fehlten die Worte: „Weltklasse“, sagte er nach ein paar Minuten Sackenlassen. „Geil, wie die Mannschaft das durchgezogen hat. Mit den Neuzugängen hatten wir viel Qualität, auch weil sie sofort das HSV-Gen verinnerlichen konnten. Jeder hat seinen Beitrag geleistet. Das ist einfach nur schön.“ Co-Trainer Niclas Rehm konnte den Erfolg gut einordnen: „Die Hinrunde war noch ein Entwicklugsprozess, aber die Spieler haben sich immer weiter entwickelt, was für uns als Trainerteam schön zu sehen war. Bei bei vielen ist der Reifeprozess aber noch nicht abgeschlossen. Aber allein ob der Rückrunde ist die Meisterschaft verdient. Eine Verbandsliga-Meisterschaft erreicht nicht jeder in seinem Leben, wir haben es geschafft. Wahnsinn.“ Für Hünfeld war es eine Saison mit Höhen und Tiefen. Schien nach wenigen Spieltagen der Zug Richtung Titel schon abgefahren, legte der HSV sodann eine Serie mit elf Siegen in Serie hin, bevor noch einmal eine kleine Schwächephase begann. Nun, mit zuletzt drei Siegen in Folge, war das Team um Weber aber wieder dominant und feiert verdient den Titel. Verdient in aller erste Linie, weil die Mannschaft seine Zuschauer nicht selten mit Offensivfeuerwerken beglückte. An die 85 Treffer (mehr als doppelt so viele wie der Zweite Johannesberg) ragt in der Liga niemand ran, allein Maximilian Fröhlich (17), Kevin Krieger (16), Sebastian Schuch (16) und Christoph Neidhardt (12) haben 61 Tore erzielt. Und der HSV trotzte auch einigen Unwägbarkeiten, so wie beispielsweise der schwierigen Torwartsituation, die dafür sorgte, dass Christian Ruck und Dennis Theisenroth als eigentliche Fußballrentner einen großen Anteil am Titelgewinn für sich beanspruchen dürfen.

Autor: Johannes Götze

Meister2018-7

 

 

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